"Wenn wir alle", schrieb vor mehr als 300 Jahren ein anonymer Autor in seiner Vormerkung zu "Die Donau. Der Fürst aller Europaeischen Flüsse", "wenn wir alle die jenige Herrschafften, Provinzen, Königreiche, Fürstenthümer, Erz-Herzogthümer und andere Länder, so in diesem unsern Donau-Strom vorkommen, beschreiben wollten, müssten wir ein ziemlich großes Werk zusammenraffen".
Dass dieser längste Fluss des Kontinents, die von ihm durchquerten und die an ihn grenzenden Regionen mitsamt dem ganzen bunten Völkergemisch große Aufgaben mit sich bringen, daran hat sich seit dem Erscheinen dieses ersten großen Donaubuchs (Nürnberg 1688) wenig geändert. Auch bei der kulturpolitischen Konferenz nicht, die gestern Abend in Wien zu Ende ging.
Natürlich war Musik dabei. Schon weil sie keine so hohen Sprachbarrieren kennt und am leichtesten grenzüberschreitend funktioniert. Jeweils zu Beginn der großen Tagungsblöcke zum Beispiel spielte Natnakisum, ein flottes Trio junger Damen, jeweils zwei Titel, in denen sich die verschiedensten musikalischen Traditionslinien des Donauraums kreuzten, rieben und harmonierten: Es waren klingende Beweise dafür, dass auf der Ebene der künstlerischen Arbeit – und dies gilt vornan für das Filmschaffen wie für die in den unterschiedlichsten Ausstellungsaktivitäten sich spiegelnde bildende Kunst und Fotografie – sich längst die vielfältigsten Verbindungslinien und Formen des Zusammenkommens ergeben haben. Und die doch zugleich "die unterschiedlichen Aggregatzustände in den einzelnen Ländern" (Erhard Busek) deutlich werden lassen. Der Donauraum erscheint gegenwärtig in besonderer Weise kreativ.
Primat aber hatte bei der Danube Cultural Cluster-Konferenz wie selbstverständlich das politisch zielgerichtete beziehungsweise kulturpolitisch pointierte Wort.
"Unser Anliegen mit dem Danube Cultural Cluster ist es – und die Idee ist, da bin ich stolz darauf, vom Collegium Hungaricum in Wien ausgegangen – das Vorhandene zu sammeln, zuverlässige Informationen fließen zu lassen und eigene Projekte auf die Beine zu stellen bzw. Lobby-Arbeit zu leisten. Das finde ich ganz entscheidend. Denn irgendwann einmal wird auch von Geld die Rede sein. Kultur braucht, im Vergleich zu Infrastruktur oder anderen Investitionen, relativ wenig Geld, um wirklich sichtbare und nachhaltige Projekte auf die Beine zu stellen. Das wäre zu schaffen, indem man die Wirtschaft, aber eben auch Brüssel mit einbezieht."
Martón Méhes, der jugendlich-dynamische Direktor des ungarischen Kulturinstituts konnte in Wien eine repräsentative, kontrastreiche und gut strukturierte Rednerphalanx aufbieten: von zuständigen Ministern aus verschiedenen Ländern und den in kulturellen Belangen vertretenden Staatssekretären bis zu den alten Herren, die sich seit Jahrzehnten als Vorkämpfer für das Zusammenwachsen der Donauregion einen Namen gemacht haben.
Vornan Erhard Busek. Er brillierte mit einem kulturhistorischen Parcours zu den identitätsstiftenden Momenten der Wasserhauptstraße und zu dem, was die Donau an Kriegen und Abgrenzungen begleitete. Genutzt wurden die verschiedensten literarischen und musikalischen Kommentare zum großen Fluss - von Prinz Eugen über Franz Liszt, den Zigeunerbaron etc. bis zu Pink Floyd – mit dem Verweis auf Versöhnung als Ziel der Beschäftigung mit der Regionalgeschichte.
Unterhalb dieser großen europäischen Ebene ging es um die verschiedensten, gerade auch die kleinen multilateralen Projekte, die Fülle der entlang dem Strom herangewachsenen Festivals, um "sanften" Tourismus und die Rolle der Kreativwirtschaft beim Generieren einer "Marke Donau". Es ging um die geschichtsbetonten Wahrnehmungen der Rentnergeneration, die wissenschaftlich wie politisch noch kaum verorteten Aktivitäten der Nachwuchskünstler, um emotionale und rationale Grundierungen. In das uralte Murmeln des Flusses mischt sich ein neuer Ton.
"Der Cluster hat nicht nur den Anspruch, über kulturelle Inhalte nachzudenken und diese zu fördern, sondern das ist vielleicht auch ein bisschen eine neue Kultur des Umgangs, eine neue Form der Zusammenarbeit, indem man tatsächlich miteinander sprechen muss und nicht nur über das Sprechen spricht, weil: Es geht nicht anders. Über Bukarest und Sofia werden die Projekte nach Brüssel eingereicht im Rahmen der Donau-Strategie. Wir müssen uns in den nächsten Wochen mit den rumänischen und bulgarischen Kolleginnen und Kollegen zusammensetzen. Wir müssen sie so rasch wie möglich überzeugen können von bestimmten Projekten und Prioritäten und dann gemeinsam das Ganze nach Brüssel tragen", erklärt Martón Méhes.
Dass dieser längste Fluss des Kontinents, die von ihm durchquerten und die an ihn grenzenden Regionen mitsamt dem ganzen bunten Völkergemisch große Aufgaben mit sich bringen, daran hat sich seit dem Erscheinen dieses ersten großen Donaubuchs (Nürnberg 1688) wenig geändert. Auch bei der kulturpolitischen Konferenz nicht, die gestern Abend in Wien zu Ende ging.
Natürlich war Musik dabei. Schon weil sie keine so hohen Sprachbarrieren kennt und am leichtesten grenzüberschreitend funktioniert. Jeweils zu Beginn der großen Tagungsblöcke zum Beispiel spielte Natnakisum, ein flottes Trio junger Damen, jeweils zwei Titel, in denen sich die verschiedensten musikalischen Traditionslinien des Donauraums kreuzten, rieben und harmonierten: Es waren klingende Beweise dafür, dass auf der Ebene der künstlerischen Arbeit – und dies gilt vornan für das Filmschaffen wie für die in den unterschiedlichsten Ausstellungsaktivitäten sich spiegelnde bildende Kunst und Fotografie – sich längst die vielfältigsten Verbindungslinien und Formen des Zusammenkommens ergeben haben. Und die doch zugleich "die unterschiedlichen Aggregatzustände in den einzelnen Ländern" (Erhard Busek) deutlich werden lassen. Der Donauraum erscheint gegenwärtig in besonderer Weise kreativ.
Primat aber hatte bei der Danube Cultural Cluster-Konferenz wie selbstverständlich das politisch zielgerichtete beziehungsweise kulturpolitisch pointierte Wort.
"Unser Anliegen mit dem Danube Cultural Cluster ist es – und die Idee ist, da bin ich stolz darauf, vom Collegium Hungaricum in Wien ausgegangen – das Vorhandene zu sammeln, zuverlässige Informationen fließen zu lassen und eigene Projekte auf die Beine zu stellen bzw. Lobby-Arbeit zu leisten. Das finde ich ganz entscheidend. Denn irgendwann einmal wird auch von Geld die Rede sein. Kultur braucht, im Vergleich zu Infrastruktur oder anderen Investitionen, relativ wenig Geld, um wirklich sichtbare und nachhaltige Projekte auf die Beine zu stellen. Das wäre zu schaffen, indem man die Wirtschaft, aber eben auch Brüssel mit einbezieht."
Martón Méhes, der jugendlich-dynamische Direktor des ungarischen Kulturinstituts konnte in Wien eine repräsentative, kontrastreiche und gut strukturierte Rednerphalanx aufbieten: von zuständigen Ministern aus verschiedenen Ländern und den in kulturellen Belangen vertretenden Staatssekretären bis zu den alten Herren, die sich seit Jahrzehnten als Vorkämpfer für das Zusammenwachsen der Donauregion einen Namen gemacht haben.
Vornan Erhard Busek. Er brillierte mit einem kulturhistorischen Parcours zu den identitätsstiftenden Momenten der Wasserhauptstraße und zu dem, was die Donau an Kriegen und Abgrenzungen begleitete. Genutzt wurden die verschiedensten literarischen und musikalischen Kommentare zum großen Fluss - von Prinz Eugen über Franz Liszt, den Zigeunerbaron etc. bis zu Pink Floyd – mit dem Verweis auf Versöhnung als Ziel der Beschäftigung mit der Regionalgeschichte.
Unterhalb dieser großen europäischen Ebene ging es um die verschiedensten, gerade auch die kleinen multilateralen Projekte, die Fülle der entlang dem Strom herangewachsenen Festivals, um "sanften" Tourismus und die Rolle der Kreativwirtschaft beim Generieren einer "Marke Donau". Es ging um die geschichtsbetonten Wahrnehmungen der Rentnergeneration, die wissenschaftlich wie politisch noch kaum verorteten Aktivitäten der Nachwuchskünstler, um emotionale und rationale Grundierungen. In das uralte Murmeln des Flusses mischt sich ein neuer Ton.
"Der Cluster hat nicht nur den Anspruch, über kulturelle Inhalte nachzudenken und diese zu fördern, sondern das ist vielleicht auch ein bisschen eine neue Kultur des Umgangs, eine neue Form der Zusammenarbeit, indem man tatsächlich miteinander sprechen muss und nicht nur über das Sprechen spricht, weil: Es geht nicht anders. Über Bukarest und Sofia werden die Projekte nach Brüssel eingereicht im Rahmen der Donau-Strategie. Wir müssen uns in den nächsten Wochen mit den rumänischen und bulgarischen Kolleginnen und Kollegen zusammensetzen. Wir müssen sie so rasch wie möglich überzeugen können von bestimmten Projekten und Prioritäten und dann gemeinsam das Ganze nach Brüssel tragen", erklärt Martón Méhes.