Sonntag, 02. Oktober 2022

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Die Pianistin Hephzibah Menuhin
Virtuosität ohne Brimborium

Hephzibah Menuhin stand oft im Schatten ihres Bruders Yehudi, wurde als Mensch und Musikerin dabei sehr von ihm geschätzt. Seit den 1930er-Jahren spielten beide häufig zusammen. Und auch als Solistin beeindruckt die vor 100 Jahren geborene Pianistin.

Am Mikrofon: Norbert Hornig | 21.05.2020

    Eine Frau sitzt an einem Klavier. Neben ihr steht ein Mann und spielt Geige.
    Hephzibah Menuhin und ihr Bruder Yehudi Menuhin im April 1947 (Picture Alliance/Central Press)
    "Ihr Spiel hat eine reine, klare, gleichbleibend sinnvolle Qualität, der jedes Brimborium abgeht. Wie an ihr selbst ist nichts daran gekünstelt, und wie sie selbst sich nie in den Vordergrund stellt, so lehnt sie jede aufgebauschte, augenfällige Gestik beim Spielen ab". Diese Worte fand Yehudi Menuhin in seiner Autobiographie "Unvollendete Reise" für das Klavierspiel seiner jüngeren Schwester Hephzibah. Sie war ebenfalls ein musikalisches "Wunderkind" und häufig Klavierpartnerin ihres Bruders. Diese kongeniale Partnerschaft ist vielfach in Aufnahmen dokumentiert. Hephzibah Menuhin trat aber auch solistisch hervor und spielte einige Schallplatten ein, etwa mit Klavierkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart. Die auch als Kämpferin für die Menschenrechte bekannt gewordene Künstlerin wurde am 20. Mai vor 100 Jahren in San Francisco geboren.