Mittwoch, 08. Dezember 2021

Bob, Rodeln, SkeletonDie protzige Olympiabahn von China

Die deutschen Rennrodlerinnen und Rennrodler waren von der Olympiabahn in China entsetzt: Protzig, zu aufwändig und nicht nachhaltig - so lautet ihr Urteil. Im Dlf erklärt Thomas Schwab vom deutschen Bob- und Schlittensportverband, wer dafür verantwortlich sei, und warum die Bahn so schwer zu befahren ist.

Thomas Schwab im Gespräch mit Matthias Friebe | 21.11.2021

Ein Rennrodler testet den olympischen Eistunnel in Yanqing.
Ein Bobfahrer testet den olympischen Eistunnel in Yanqing. (Imago / Xinhua)
Thomas Schwab, der Vorstandsvorsitzende des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland hatte die neue Bahn für die Olympischen Winterspiele in China im Vorfeld als spektakulär gelobt. Bei Testfahrten stellte sich heraus, dass sie auch sehr schwer zu fahren und gefährlich ist.

Das sind zwei ganz leichte Schikanenkurven, so nennen wir diese. Da geht die Bahn nach oben und fällt dann nach unten weg. Da ist ein „Hump“ drin. Und da hat man null G. Also praktisch keine Haftung mehr richtig auf dem Eis. Wenn da der Schlitten nicht genau in der Position steht, wo er stehen sollte, kann man eigentlich nicht mehr viel machen. Und deswegen gibt es da unten so eine hohe Fehlerquote.

Deutsche Rodler hatten vor allem auch die pompöse Ausstattung der Bahn als wenig nachhaltig kritisiert. China wolle die Bahn, die nahe der chinesischen Mauer liegt, touristisch stark nachnutzen, erklärt Schwab. Es läge dann nicht im Einfluss des Sports, obwohl etwa der Internationale Verband skeptisch sei. Auch das Internationale Olympische Komitee habe nur wenige Möglichkeiten einzugreifen, meint Schwab.
Der Verband plädiere generell dafür, Spiele dort zu veranstalten, wo ohnehin schon Bahnen stehen. Schwab argumentiert aber auch: "Die Nachnutzung der Sportstätten ist gerade in in den Sportarten Bob, Skeleton und Rennrodeln, ich glaube, die höchste." Auch wenn es nur wenige Sportlerinnen und Sportler gebe, werde auch viel Nachwuchssport dort betrieben.