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StartseiteSternzeitKaiser Rudolf, Kepler und die Seefahrer13.01.2019

Die Rudolfinischen TafelnKaiser Rudolf, Kepler und die Seefahrer

Bis weit in die Neuzeit hinein orientierten sich die Seefahrer nach den Gestirnen des Himmels. Mit ihrer Hilfe lässt sich nicht nur die geografische Breite des momentanen Standortes bestimmen, sondern dank spezieller Beobachtungen auch die geografische Länge.

Von Hermann-Michael Hahn

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Das Titelblatt der Rudolfinischen Tafeln (NOAA)
Das Titelblatt der Rudolfinischen Tafeln (NOAA)
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Dazu bedurfte es allerdings sorgfältig berechneter Tabellen von Himmelsereignissen. Wenn zum Beispiel bekannt war, wann der Mond während seines Laufes um die Erde nahe an einem der hellen Planeten oder Sterne vorbeizog, konnte man aus der Messung des aktuellen Winkels zwischen Mond und Stern oder Planet zunächst die Uhrzeit bestimmen.

Das Prager Denkmal für Tycho Brahe und Johannes Kepler, der seine Gesetze zur Planetenbewegung auf Brahes Beobachtungen stütze und anschließend bessere Planetenörter berechnen konnte  (Hahn)Das Prager Denkmal für Tycho Brahe und Johannes Kepler, der seine Gesetze zur Planetenbewegung auf Brahes Beobachtungen stütze und anschließend bessere Planetenörter berechnen konnte (Hahn)

Zusätzlich brauchte man eine Angabe darüber, welcher Teil des Sternhimmels gerade genau im Süden steht. Diese – als Sternzeit bezeichnete – Information lässt sich aus der Messung von mindestens zwei Sternhöhen über dem Horizont mit anschließenden Berechnungen herleiten.

Berechnungen wurden immer weiter verbessert

Schließlich verrät die Differenz zwischen der aus der Mondposition abgeleiteten Uhrzeit und der lokalen Sternzeit die geografische Länge des momentanen Standortes.

Die Berechnung der notwendigen Tabellen wurde im Laufe der Jahrhunderte immer weiter verbessert. Johannes Kepler etwa stellte im Dienste Kaiser Rudolfs des Zweiten in jahrelanger Arbeit die Rudolfinischen Tafeln zusammen. Dank seiner Erkenntnisse über die Ellipsennatur der Planetenbahnen und der Mondbahn waren sie viel genauer als die zuvor gebräuchlichen Alfonsinischen Tafeln.

So konnte Johannes Kepler die Position des Mondes immerhin auf ein Zehntel Grad genau vorausberechnen – zur Freude der Seefahrer.

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