Freitag, 09. Dezember 2022

Unser innerer Nachbarplanet zwischen Erde und Sonne
Die Venus wechselt vom Abend- zum Morgenstern

Sonntag früh gegen 2 Uhr zieht die Venus zwischen Erde und Sonne hindurch. Bei einer totalen Sonnenfinsternis wäre der Planet als strahlender Lichtpunkt oberhalb der Sonnenscheibe zu erkennen.

Von Dirk Lorenzen | 07.01.2022

Die Venus (links oben) im Blick der LASCO-Kamera. Die Sonne ist in der Mitte abgedeckt und durch den weißen Kreis markiert. (SOHO/NASA/ESA)
Die Venus (links oben) im Blick der LASCO-Kamera. Die Sonne ist in der Mitte abgedeckt und durch den weißen Kreis markiert. (SOHO/NASA/ESA) (SOHO, ESA, NASA)
Unser innerer Nachbarplanet wechselt jetzt vom Abend- an den Morgenhimmel. Aus dem Abendstern, der in den letzten Monaten nach Sonnenuntergang zu sehen war, wird nun der Morgenstern. Schon Ende kommender Woche zeigt sich die Venus vor Sonnenaufgang tief am Südosthimmel.
Besonders spektakulär sind die Treffen von Sonne und Venus, wenn der Planet dabei exakt vor der Sonnenscheibe entlang wandert. So ein Venustransit gehört zu den seltensten regelmäßigen Ereignissen am Himmel.
Kaum ein heute lebender Sternfreund wird den nächsten Venustransit erleben – denn er findet erst in knapp hundert Jahren statt, am 11. Dezember 2117.
Zuletzt ist die Venus im Juni 2012 über die Sonnenscheibe gewandert. Dieses Ereignis wiederholt sich erst nach 105,5 Jahren.Wer allerdings diese knapp hundert Jahre durchhält, wird gleich mit einem weiteren Transit acht Jahre später belohnt. Danach dauert es sogar 121,5 Jahre bis die Venus wieder vor die Sonne tritt.
Mit Hilfe des Satelliten SOHO lässt sich jetzt verfolgen, wie die Venus oberhalb der Sonne entlang zieht. Die Bilder sind nahezu in Echtzeit auf der SOHO-Website zu sehen.
Die Spezialkamera LASCO deckt die Sonne so ab, dass die Umgebung nicht überstrahlt wird – dank dieser künstlichen Sonnenfinsternis ist die Venus gut zu erkennen.