17. März 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Die Meinungsseiten beschäftigen sich unter anderem mit der Europäischen Zentralbank, die erneut eine deutliche Zinserhöhung auf den Weg gebracht hat.

17.03.2023
Ein Schild mit der Aufschritt "European Central Bank" am Gebäude der EZB in Frankfurt/Main.
Ein Thema in den Wirtschaftskommentaren ist die Europäische Zentralbank (EZB), die die Leitzinsen erneut anhebt. (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
Die WIRTSCHAFTSWOCHE erläutert mit Blick auf die jüngsten Turbulenzen an den Börsen:
"Hätte die EZB auf die seit Wochen angekündigte Zinsanhebung um 50 Basispunkte auf nunmehr 3,0 Prozent für den Einlagensatz und 3,5 Prozent für den Hauptrefinanzierungssatz verzichtet, hätte sie die Märkte noch mehr verunsichert. Die Investoren hätten dies als Zeichen interpretiert, dass die Geschäftsbanken noch mehr Leichen im Keller haben, von denen die EZB als Bankenaufseherin weiß.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG analysiert:
"Leitzinsen bleiben das dominierende Instrument für die Sicherung der Geldwertstabilität. Für die Sicherung der Stabilität der Finanzmärkte verfügen Zentralbanken über andere Instrumente wie die vorübergehende Bereitstellung von Kreditlinien. Die EZB hatte sich im Kampf gegen die Inflation zu lange zu wenig zugetraut. Endlich legt sie die notwendige Konsequenz an den Tag."
Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG gegrüßt den Zinsschritt:
"Das hilft nicht nur gegen die Inflation, sondern setzt auch ein Zeichen: Wir vertrauen darauf, dass der Bankensektor das locker aushält.Trotzdem gibt es den Zielkonflikt natürlich. Wie oft hat man in den vergangenen Jahren gehört, dass man sich keine Sorgen über Inflation machen müsse. Denn falls sie komme, stünden die Notenbanken bereit zu handeln. Jetzt zeigt sich, dass das nicht so einfach ist, wie von manchen frech behauptet. Es ist im Gegenteil unheimlich schwierig."
Die Zeitung FREIES WORT aus Suhl gibt zu bedenken:
"Die Inflationsrate ist mit 8,5 Prozent im Euroraum noch immer so exorbitant hoch, dass die Zentralbank jetzt nicht nachlassen darf. Geldwertstabilität ist ihre wichtigste Aufgabe. Immerhin mehren sich die Anzeichen, dass die Teuerungsrate und damit auch die Zinsen bald wieder sinken könnten. Vom billigen Geld loszukommen, ist ein unumgänglicher Prozess – auch wenn er zunächst den Wohlstand schmälert."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG geht ein auf die Jahresbilanz von Rheinmetall:
"Der Konzern hat 2022 einen Rekordgewinn erwirtschaftet und peilt für 2023 noch mehr Wachstum an. Und die Aussichten sind für Rheinmetall und andere deutsche Rüstungsfirmen angesichts der geplanten Milliardeninvestitionen zur Modernisierung der Bundeswehr und der wachsenden Nachfrage aus anderen NATO-Staaten rosig. Längst haben deshalb nicht mehr nur Zyniker Rüstungsaktien in ihrem Portfolio. Je länger der Abnutzungskrieg zwischen Russen und Ukrainern dauert, umso mehr kommt der Rüstungswirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Letztlich wird die Leistungskraft der Industrie über den Ausgang des Krieges mitentscheiden."