
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU spricht von einem "weiteren Schritt in die richtige Richtung":
"Europa verbessert damit nach den Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds und Indien nicht nur seine wirtschaftlichen Perspektiven. Es stellt zugleich seine Handelsbeziehungen breiter auf und wird damit weniger vulnerabel. Die Europäer stärken zudem politisch einen Bund mit einer weiteren Mittelmacht. Das ist in Zeiten der Rückkehr der Großmachtpolitik und der belasteten Beziehungen zwischen der EU einerseits und den USA und China andererseits nicht zu unterschätzen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ergänzt:
"Australien fördert beinahe die Hälfte des Lithiums auf der Welt und ist eine Macht im Abbau Seltener Erden. Das Abkommen sichert den Europäern aber nicht nur den Zugang zu diesen Vorkommen. Die EU und Australien wollen auch bei der Weiterverarbeitung zusammenarbeiten. Heute hat China bei Lithium, Seltenen Erden und vielen anderen Rohstoffen die Verarbeitung faktisch allein in der Hand. So kann sich die EU mit dem neuen Deal gleich aus der Abhängigkeit von zwei schwierigen Handelspartnern lösen."
Die BÖRSEN-ZEITUNG sieht es so:
"Mancher mag darüber spotten, dass ein Abkommen der EU mit einer 27-Millionen-Volkswirtschaft am ganz anderen Ende der Erde wohl kaum den europäisch-amerikanischen oder europäisch-chinesischen Warenverkehr ersetzen kann. Ja, na klar, richtig. Aber zugleich ist vor einer Unterschätzung zu warnen: Es geht weder in Indien noch in Brasilien und Argentinien und eben auch nicht in Australien nur um Peanuts. Sondern um Potenziale, die durchaus einen Beitrag leisten können, um Einbußen im transatlantischen Handel zu kompensieren – zumal die Ausfuhren in die USA nicht komplett entfallen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs:
"Wenn der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, von der 'größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit' spricht,dann sollte man ihm zuhören – auch in Deutschland. Mit jedem Angriff auf eine Energieanlage in Iran oder den Golfstaaten wird die Lage prekärer. Das zeigt auch der etwas verzweifelt anmutende Hinweis der IEA, man müsse beim Verbrauch ansetzen. Sparpotenzial gibt es laut der IEA vor allem beim Verkehr. Und ja, man braucht nicht herumzureden, das heißt: Verzicht. Es ist an der Zeit, dass auch im autoverliebten Deutschland Tabus fallen. Die Bundesregierung sollte ein Tempolimit auf Autobahnen einführen. Davon geht die Welt nicht unter, man braucht für eine Strecke einfach nur ein bisschen länger."
