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StartseiteComputer und KommunikationDigitale Masterminds27.11.2010

Digitale Masterminds

Das große Adventsrätsel in "Computer und Kommunikation"

Kennen Sie die? Es sind vier Meister ihres digitalen Fachs, deren Identitäten wir mit Ihrer Hilfe enthüllen. Wenn Sie unsere Computersendung lange kennen, wird es Ihnen leicht fallen, die Namen zu erraten. Und wenn Sie sie nicht beim Namen kennen, diese prominenten Figuren der IT-Geschichte, dann sind Sie in jedem Fall vertraut damit, was sie getan haben.

Vier prominente Personen der Computergeschichte (Maximilian Schönherr)
Vier prominente Personen der Computergeschichte (Maximilian Schönherr)
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Schalten Sie an den vier Adventssamstagen um 16.30 Uhr den Deutschlandfunk ein, und lüften Sie die Schleier! Sie dürfen dabei googlen, Ihre besten Freunde anrufen - aber es wird Ihnen nicht viel helfen; denn wenn Sie zuhören, nähern sich unsere digitalen Masterminds nur langsam dem Kern der jeweiligen Sache, die sie weltberühmt gemacht hat. Sie verraten nicht gleich, wer sie sind.

Wer uns als erster den Namen und die Funktion, für die die Person bekannt ist, übers Telefon bekannt gibt, gewinnt einen Preis: ein Gerät, mit dem Sie noch näher ans Internet kommen, als Sie es sowieso schon sind.

Im vergangenen Jahr waren die großen digitalen Masterminds unseres Adventsrätsels keine Geringeren als der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der mp3-Chefentwickler Karlheinz Brandenburg, Steffen Wernéry aus der Gründergeneration des Chaos Computer Clubs und Richard Stallmann, der GNU-Begründer und 'erste Hacker'.

Sendung vom 27. November 2010
Der Name der gesuchten Person lautet Phil Zimmermann

Phil Zimmermann (Maximilian Schönherr)Phil Zimmermann (Maximilian Schönherr)Zimmermann (geboren 1954) gilt als Vater der Verschlüsselung für Jedermann. Sein 1991 veröffentlichtes kostenloses Programm 'Pretty Good Privacy' verschlüsselte E-Mails mit einem modernen, schwer knackbaren 'Public Key'-Verfahren. Er wollte mit PGP erstmals harte Kryptologie in die Hände von Menschenrechtsorganisationen bringen, die unter der Abhörfreudigkeit ihrer Regierungen litten.

Zimmermann trat in den 1980er-Jahren als Kernwaffengegner und Friedensaktivist auf und wurde wegen zivilen Ungehorsams verhaftet. Die weltweite Verbreitung von PGP übers Internet brachte ihm Ärger mit den US-Sicherheitsbehörden und dem Geheimdienst NSA ein. Denn diese sahen in Verschlüsselungstechnik Waffentechnik und wollten Zimmermann wegen unerlaubten Waffenexports verurteilen. Es gelang ihnen jedoch auch nach drei Prozessjahren nicht.

Phil Zimmermann lebt heute in Santa Cruz/Kalifornien und entwickelt unter anderem zusammen mit einer kleinen Firma aus Ulm eine App für mobile Telefone, mit deren Hilfe man Internettelefonate verschlüsselt und damit abhörsicher macht.

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Sendung vom 4. Dezember 2010
Der Name der gesuchten Person lautet Niklaus Wirth

Niklaus Wirth (privat)Niklaus Wirth (privat)Wirth hat die Programmiersprachen Pascal, Modula und Oberon entwickelt, die jede auf ihre Art als bahnbrechend innovativ galten. Er gilt als schärfster Kritiker der heute meist verbreiteten Sprachen wie C/C++. Seiner Ansicht nach sind diese Sprachen zu komplex, um vom Programmierer vollständig erfasst werden zu können. Mit diesem Halbwissen seien Fehler quasi schon vom Konzept her eingebaut.

Wirth macht für die meisten Softwarefehler in heutigen Systemen, auch in Betriebssystemen, nicht die Programmierer, sondern die Programmiersprachen verantwortlich. Er kritisiert auch den modernen Ansatz, Software-Entwicklung durch bloßes Ausprobieren zu erlernen. Der 1934 in Winterthur/Schweiz geborene Informatiker hat neben den Sprachen auch Betriebssysteme und Computer entwickelt, unter anderem ein komplettes Steuerungssystem für einen Modellhubschrauber.

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Sendung vom 11. Dezember 2010
Der Name der gesuchten Person lautet Richard Skrenta

Rich Skrenta, Programmierer des ersten Computervirus. (Maggie Mae)Rich Skrenta, Programmierer des ersten Computervirus. (Maggie Mae)Skrenta (geb. 1967 in Pittsburgh, USA) hat 1982 als Gymnasiast den ersten Virus der Computergeschichte programmiert und in Umlauf gebracht, den "Elk Cloner". Skrenta konnte Apple II-PCs in den Sprachen Basic und Assembler programmieren und spielte seinen Mitschülern gern Streiche. Der Vorläufer des Elk Cloners pflanzte sich noch nicht selbst fort, sondern bewirkte lediglich, dass bestimmte raubkopierte Spiele der Mitschüler nach dem x-ten Start meldeten: Hab dich erwischt! ("Gotcha"), mit freundlichen Grüßen. Weil danach niemand mehr Spieledisketten mit ihm tauschen wollte, entwickelte Skrenta den Elk Cloner, der im Arbeitsspeicher des Apple II lebte und ohne Zutun des Programmieres jede Diskette infizierte, die man in den Rechner schob. Der Elk Cloner war völlig harmlos - so harmlos, dass sich Skrenta wunderte, dass man ihn 25 Jahre später darauf ansprach und in die Computer-Annalen aufnahm.

Richard Skrenta, der im Interview mit uns über seine schwachen Begabungen in Sachen Elektronikbasteleien klagte und als Kind alles kaputt zu machen pflegte, wurde nach der Schule Programmierer und gründete mehrere Firmen, unter anderem Open Directory, Topix und vor kurzem Blekko, eine Nachrichten-Suchmaschine, die mit "Slash-Tags" arbeitet: Mithilfe des Schrägstrichs kann man die Suche kategorisieren.

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Sendung vom 18. Dezember 2010
Der Name der gesuchten Person lautet Peter Grünberg

Peter Grünberg (Maximilian Schönherr)Peter Grünberg (Maximilian Schönherr)Grünberg erhielt 2007 den Nobelpreis für Physik, zusammen mit seinem Pariser Kollegen Albert Fert. Man ehrte die beiden für den großen Durchbruch bei der Erhöhung der Speicherdichte von Festplatten. Durch den "Giant Magneto Resistance"-Effekt (GMR) sprang die Kapazität von Festplatten etwa um den Faktor 100. Ohne Grünbergs Forschungen über magnetische Halbleiter wären wir heute nicht bei Ein-Terabyte-Platten, sondern deutlich darunter.

Grünberg wurde 1939 in Pilsen geboren und erlebte durch die Verschleppung und Ermordung seines Vaters eine traumatische Kindheit. Ein entscheidender Punkt in seiner Karriere war der Wechsel von Frankfurt nach Darmstadt, wo er mit Computern in Berührung kam.

Heute, sagt Grünberg in unserem Interview im Forschungszentrum Jülich, sei der GMR-Effekt bereits praktisch wieder aus den Festplatten verschwunden und durch neuere Techniken ersetzt. Seine wichtigste Funktion sieht er rückblickend darin, einen Boom der Spintronik ausgelöst zu haben, einem jungen Zweig der Festkörperphysik. Grünberg widmet sich heute seiner ältesten Leidenschaft, der Musik, und tritt zusammen mit einer japanischen Freundin als Contragitarrist auf.

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