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StartseiteSternzeitAlte Himmelsfotos für neue Forschung24.02.2019

Digitalisierung von FotoplattenAlte Himmelsfotos für neue Forschung

Heutzutage machen Astronomen Fotos der Himmelsobjekte mit elektronischen Kameras – die Bilder werden mit einem Chip aufgenommen. Aber bis Ende der achtziger Jahre kamen in den Sternwarten vor allem Fotoplatten zum Einsatz.

Von Dirk Lorenzen

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Aufnahme des "Andromeda-Nebels" im Jahr 1913 auf einer Fotoplatte (Hamburger Sternwarte/APPLAUSE)
Aufnahme des „Andromeda-Nebels“ im Jahr 1913 auf einer Fotoplatte (Hamburger Sternwarte/APPLAUSE)

Diese rechtwinkligen Glasplatten hatten typischerweise rund zwanzig Zentimeter Kantenlänge und waren mit einer fotografischen Emulsion bestrichen. In den Archiven schlummern Hunderttausende solcher Fotoplatten, von denen manche vor über hundert Jahren belichtet wurden.

Die Astronomischen Institute in Potsdam, an den Universitäten Hamburg, Erlangen-Nürnberg und im estnischen Tartu haben sich nun zusammengetan, um die Fotoplatten digital zu erfassen und so jedermann zugänglich zu machen.

Über siebzigtausend Scans befinden sich bereits im Web-Archiv. Zu den beobachteten Objekten gehören außer Sternen auch Planeten, Kometen und Asteroiden. Bisher wurden schon die Informationen zu mehr als dreieinhalb Milliarden Objekten erfasst.

Nicht nur die Fotoplatten sind digitalisiert, auch die Umschläge, in denen sie aufbewahrt werden und die Logbuch-Einträge (AIP/APPLAUSE)Nicht nur die Fotoplatten sind digitalisiert, auch die Umschläge, in denen sie aufbewahrt werden und die Logbuch-Einträge (AIP/APPLAUSE)

Dieses Projekt ist wissenschaftlich äußerst wichtig. Denn wann immer Astronomen ein Objekt beobachten, das sein Aussehen mit der Zeit verändert, also etwa heller und schwächer wird, suchen sie in den Archiven nach früheren Beobachtungen.

Die alten Bilder zeigen noch heute, wie die Objekte zu verschiedenen Zeiten der vergangenen hundert Jahre aussahen.

Fotoplatten sind exzellente Speichermedien. Kühl und trocken gelagert verlieren sie keinerlei Informationen. Dagegen ist es eher unwahrscheinlich, dass Astronomen in hundert Jahren noch etwas mit heutigen Datenformaten anfangen können.

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