Konjunkturprognose
DIHK beklagt Wirtschaftsflaute

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) erwartet für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum ⁠von nur ‌noch 0,3 Prozent. Das geht aus der aktuellen Prognose hervor, aus der die "Welt am Sonntag" zitiert. Zum Jahreswechsel war die DIHK noch von einem Prozent Wachstum ausgegangen.

    Helena Melniko spricht und gestikuliert mit beiden Händen, in ihrer rechten hält sie dabei einen Stift.
    DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov (IMAGO/Jens Schicke)
    Grundlage der Einschätzung ist eine Befragung von Unternehmen. Demnach bewerten 26 Prozent ihre wirtschaftliche Lage als schlecht, so viele wie zuletzt ⁠während ⁠der Corona-Pandemie. Auch die ⁠Aussichten haben sich verschlechtert: Nur 13 Prozent der befragten Firmen ⁠rechnen in den kommenden Monaten ⁠mit besseren Geschäften, ein Drittel ‌erwartet einen Rückgang.

    Unternehmen durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise belastet

    DIHK-Hauptgeschäftsführerin Melnikov erklärte, ein tragfähiger Aufschwung rücke in weite Ferne. "Mit dem Krieg im Nahen Osten legt sich ein erneuter Schatten auf die ohnehin geschwächte ​deutsche Wirtschaft." Schon zuvor seien die Unternehmen durch hohe Arbeitskosten, Energiepreise, Bürokratie und Steuern stark belastet gewesen, betonte Melnikov. "Die zuletzt massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sind für viele Betriebe der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt."
    Grundlage für die ​Prognose ist eine Umfrage im Zeitraum vom 23. März bis 8. Mai 2026 ‌mit gut 23.400 Antworten.

    Mehr Informationen:

    Bundesregierung erwartet deutlichen Konjunkturdämpfer im zweiten Quartal
    Diese Nachricht wurde am 23.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.