Mittwoch, 02.12.2020
 
Seit 22:00 Uhr Nachrichten
StartseiteSternzeitFast nur weiße Männer für das All03.09.2020

Diskriminierung in der AstronomieFast nur weiße Männer für das All

Anfang Juni rief die Vorsitzende der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft nach der Tötung mehrerer Afroamerikaner dazu auf, solches Unrecht zu benennen und den Astronomen und Studenten afroamerikanischer Herkunft beizustehen.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Die Galaxie ESO 137-001 und ihr langer Gasschweif (NASA/ESA)
Um die Rätsel des Universums zu lösen, werden Menschen jeglicher Herkunft gebraucht. (NASA/ESA)

Megan Donehue von der Michigan State University betonte, dass die Astronomische Gesellschaft in ihrem künftigen Strategieplan Antidiskriminierung und Inklusion noch viel stärker berücksichtigen wolle als bisher.

Es gibt einiges zu tun. Denn in kaum einem Wissenschaftszweig sind Angehörige von Minderheiten so wenig vertreten wie in der Astronomie.

Pro Jahr werden in den USA etwa 300 Doktorgrade in Astrophysik vergeben. Im Schnitt gehen nur drei an Menschen lateinamerikanischer Herkunft und sogar nur einer an einen Afroamerikaner.

Astronomie-Studenten der Banneker- und Aztlán-Institute in Cambridge, Massachusetts (Banneker Inst.)Astronomie-Studenten der Banneker- und Aztlán-Institute in Cambridge, Massachusetts (Banneker Inst.)

Himmelsforschung ist vor allem eine Disziplin weißer Männer. John Johnson, der an der Harvard-Universität über die Entstehung von Planeten forscht, ist afroamerikanischer Abstammung – und steht ziemlich allein.

Die Astronomie, so sagt er, befinde sich mit Dunkler Materie, Dunkler Energie und der Suche nach Leben im All vor so großen Herausforderungen, dass man sich nicht mehr leisten könne, rund zwei Drittel der Gesellschaft außen vor zu lassen.

Die Harvard-Universität bietet seit einigen Jahren spezielle Kurse für junge Menschen aus unterrepräsentierten Gruppen der Gesellschaft an.

Ziel ist, dass es Astronomen in Zukunft anders ergeht als John Johnson, der mit jedem Karriereschritt feststellte, dass er als Afroamerikaner mehr und mehr zum Exoten wurde.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk