
Der Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Peters, erklärte, Spahn habe sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt. Der Staatssekretär im Familienministerium, Brand, sprach von einer Zumutung und verwies auf Gefahren für Leihmütter. Spahn habe "zwar nicht formal, aber moralisch klaren Rechtsbruch begangen", sagte Brand der "Fuldaer Zeitung".
Das sei umso dramatischer, weil gerade beim Recht gleiche Maßstäbe für alle gelten müssten. "Das wurde hier ganz massiv verletzt, deshalb muss darüber in aller Konsequenz geredet werden, und auch in aller Klarheit."
Das sei umso dramatischer, weil gerade beim Recht gleiche Maßstäbe für alle gelten müssten. "Das wurde hier ganz massiv verletzt, deshalb muss darüber in aller Konsequenz geredet werden, und auch in aller Klarheit."
Kritik nun auch aus den Kirchen
Auch in den großen Kirchen wird über das Thema diskutiert. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Gohl, teilte mit, in Deutschland gebe es ein klares Verbot der Leihmutterschaft. "Wenn nun ausgerechnet ein Politiker öffentlich macht, dass er im Ausland Leihmutterschaft in Anspruch genommen hat, geht es auch um Doppelmoral und Glaubwürdigkeit."+
Der Passauer Bischof Oster erklärte: Wenn "ein prominenter CDU-Politiker in Sachen Leihmutterschaft zur Erfüllung eigener Wünsche gegen die Gesetze des Landes und gegen die Grundlinien der eigenen Partei in dieser für unser Menschenbild so wichtigen Sache bewusst verstößt - und damit auch noch positiv werbend für Leihmutterschaft eintritt, halte ich das für einen echten Skandal".
Aus der Opposition schlägt Spahn seit Tagen ebenfalls scharfe Kritik entgegen. Die stellvertretende Vorsitzende der Linken im Bundestag, Gebel, sagte der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf: Wenn Frauen eine Notfallverhütung brauchten oder eine Schwangerschaft beenden wollten, begegne Jens Spahn ihnen mit Strafrecht und Misstrauen. "Für den eigenen Kinderwunsch nimmt er die Schwangerschaft einer anderen Person in Anspruch und nutzt seine finanziellen Möglichkeiten, um ins Ausland auszuweichen". Reproduktive Rechte dürften "aber weder von bigotter Moral noch vom Geldbeutel abhängig sein".
CDU-Präsidium tagt am Montag
Spahn selbst verteidigte seine Entscheidung. Der CDU-Politiker sagte der "Bild", er habe bei dem Thema lange mit sich gerungen und sei innerlich zerrissen gewesen. Er betonte, nicht gegen deutsche Gesetze verstoßen zu haben. Über einen möglichen Rücktritt müsse nun die Fraktion nach der Sommerpause entscheiden. Die erste reguläre Sitzung findet am 8. September statt - zwei Tage nach der wichtigen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Doch bereits am Montag kommt das CDU-Präsidium zu seiner nächsten planmäßigen Sitzung zusammen. Das Gremium dürfte sich dann auch der Causa Spahn widmen.
Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt. Leihmutterschaften sind in Deutschland nicht zulässig. Die CDU hatte sich zuletzt im Februar gegen eine Legalisierung ausgesprochen, auch Spahn selbst war als Minister in der Vergangenheit dagegen.
Weiterführende Links
Presseschau - Zeitungskommentare zu Spahn
Leihmutterschaft – Spahn spricht vom Ringen und dem echten Leben
Causa Spahn - Hüppe (CDU): Leihmutterschaft ist Ausbeutung von Frauen
Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
