Montag, 26. September 2022

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Doping
Russland streitet Daten-Manipulation ab

Russland hat eine Manipulation von Doping-Proben in einem Moskauer Labor ausgeschlossen. Der russische Sportminister Pawel Kolobkow räumte technische Problme mit dem Computersystem ein, betonte aber, dass in den Datensätzen keine Einträge gelöscht oder geändert worden sein.

Von Sabine Stöhr | 07.11.2019

Der russische Sportminister Pawel Kolobkow und die russische Bildungsministerin Olga Vasilyeva
Der russische Sportminister Pawel Kolobkow spricht bei der Manipulations-Affäre um Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor von "technischen Problemen" (dpa/picture alliance/TASS/Dmitry Astakhov)
Bei einer Pressekonferenz im Nachklang des Welt-Anti-Doping-Treffens in Katowice sagte der russische Sportminister: "Die Manipulationen, von denen der RUSADA-Chef Juri Ganus spricht, gab es nicht." Stattdessen verwies er auf technische Probleme. Die seien eine Erklärung für die abweichenden Ergebnisse des Moskauer Labors. Im Einzelnen würde das demnächst ein Treffen von IT-Experten und der WADA aufklären.
Die offenbar manipulierten Daten aus dem zuständigen Moskauer Labor sind Grund für ein neues Verfahren der Weltantidopingagentur gegen die russische RUSADA, die die Daten übermittelt hat. Die Daten sollen das Ausmaß des in Russland laut McLaren-Bericht systematisierten Dopingprogramms im Zeitraum von 2012 bis 2015 belegen. Damals sollen Positivtests systematisch vertuscht worden sein.
Sportminister glaubt weiter an russisches Olympiateam 2020
Sollte sich der neue Manipulations-Verdacht bestätigen, könnte das damit enden, dass Russlands von den Olympischen Spielen in Tokio ausgeschlossen wird.
Der Chef der unabhängigen russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, Jurij Ganus, hatte sich zuletzt mehrmals ungewöhnlich kritisch gegenüber den Sportfunktionären und auch -behörden in Russland geäußert.
Der russische Sportminister Kolobkow dagegen lässt sich von all dem nicht aus der Ruhe bringen. Er geht weiter davon aus, dass im kommenden Sommer ein russisches Olympiateam in Tokio mit rund 400 Sportlern vertreten sein wird.