Sport am Wochenende 17.11.2019

DopingskandalRussland droht der Olympia-AusschlussHajo Seppelt im Gespräch mit Matthias Friebe

Beitrag hören Die Olympische Flagge (r) und die russische Flagge flattern am 23.02.2014 während der Abschlussfeier bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi, Russland. (dpa-Bildfunk / Kay Nietfeld)Die Olympische Flagge und die russische Flagge. (dpa-Bildfunk / Kay Nietfeld)

Bei der Welt-Anti-Doping-Agentur hat das Komitee zur Überprüfung der Regeleinhaltung über Russland beraten. Dort äußert sich niemand zu den Ergebnissen, sagt Doping-Experte Hajo Seppelt im Dlf. Aus anderer Quelle gebe es aber Hinweise darauf, dass den Russen harte Sanktionen drohen.

Hajo Seppelt bezieht sich auf eine Quelle mit guten Verbindungen nach Russland: Die Erklärungen des russischen Staates zu Manipulationen von Daten des Kontrolllabors in Moskau bewerten die WADA-Experten demnach nicht als glaubwürdig.

Das Überprüfungskomitee (Review Comittee) gehe daher von Manipulation in großem Stil und über mehrere Jahre hinweg aus, sagt Seppelt: "Und wenn jetzt sich herausstellt, dass Russland betrogen hat, dann drohen ernsthafte Konsequenzen, das ist klar."

Der russische Sportminister hat Manipulationen abgestritten und von technischen Fehlern gesprochen. Die Erklärungen seien aber nicht logisch, sagt Seppelt. Auch die Erkenntnisse der Forensiker stimmten damit nicht überein. "Nun haben die Russen in den letzten Jahren immer wieder mal nicht die Wahrheit gesagt, deswegen überrascht das jetzt nicht sonderlich."

"Empfindlichste Strafe überhaupt"

"Jetzt droht die empfindlichste Strafe überhaupt, nämlich der Olympiaauschluss", so Seppelt. In einigen Wochen trifft sich die WADA-Exekutive eine Entscheidung treffen. Showdown für Russland: "Am 9. Dezember könnte feststehen, dass Russland per Antrag von der WADA quasi für Olympia ausgeschlossen wird."

Seppelt geht davon aus, dass es anschließend eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS geben wird. Der Vorsitzende des WADA-Überprüfungskommitees hat aber angedeutet, dass er diesem Fall eine Entscheidung gegen Russland für wahrscheinlich hält.

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