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DOSB
Neue Vorwürfe gegen Alfons Hörmann

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, sieht sich aktuell neuen schweren Vorwürfen seines früheren Arbeitgebers, der Hörmann Holding, ausgesetzt. Hörmann soll sein DOSB-Ehrenamt massiv auf Kosten seines Arbeitgebers ausgeübt haben.

Von Thomas Purschke | 05.05.2016

DOSB-Präsident Alfons Hörmann
DOSB-Präsident Alfons Hörmann steht unter Druck (dpa / picture-alliance / Arne Dedert)
Alfons Hörmann ist erst seit Dezember 2013 Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Immer wieder trat er in den zurückliegenden Monaten angesichts der zahlreichen Korruptions- und Doping-Schlagzeilen des Weltsports als Kritiker auf und forderte "Wahrheit, Klarheit und Transparenz" in den internationalen Gremien des Sports. Doch nun geht es erneut um seine eigene Integrität.
DOSB-Ehrenamt auf Kosten des Arbeitgebers
Wie das Magazin "WirtschaftsWoche" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll Hörmann sein DOSB-Ehrenamt massiv auf Kosten des Unternehmens, der Hörmann Holding im bayrischen Kirchseeon, ausgeübt haben. Die Hörmann Holding, bei der Alfons Hörmann seit 2011 Geschäftsführer war und die nur zufällig den gleichen Namen trägt wie er, wirft ihrem Ex-Manager vor, er habe 2014 an 128 Wochentagen "ausschließlich Termine den Sport betreffend" wahrgenommen, vermeldet das Magazin. Bei rechnerisch 249 Arbeitstagen im Jahr 2014 im Bundesland Bayern, wären dies mehr als 50 Prozent.
Nach einer ersten Kündigung am 5. Februar 2016 habe die Hörmann Holding deshalb im April eine zweite Kündigung gegen Alfons Hörmann ausgesprochen wegen "Verwendung Ihrer Arbeitskraft für nicht genehmigte Tätigkeiten". Laut der "WirtschaftsWoche" beruhen die Vorwürfe auf dem Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die im Auftrag des Unternehmens den elektronischen Terminkalender des Managers und Sportfunktionärs ausgewertet habe.
Reisen ohne Bezug für das Unternehmen
Daraus leite das Unternehmen auch den Vorwurf ab, Alfons Hörmann habe "für eine Vielzahl von Reisen in 2014 und 2013", bei denen "nicht ersichtlich" sei, welchen Bezug die wahrgenommenen Termine "zur Tätigkeit als Geschäftsführer der Gesellschaft" gehabt hätten, Reisekosten geltend gemacht, - schreibt das Magazin.
Zu den neuen Vorwürfen wollten die Anwälte von Alfons Hörmann gegenüber der "Wirtschaftswoche" nicht Stellung nehmen. Im März hatten sie mitgeteilt, Hörmann habe DOSB-Dienstreisen "nie zu Lasten des Unternehmens" abgerechnet. Zudem sei die DOSB-Präsidentschaft vom Beirat des Unternehmens zu keiner Zeit beanstandet worden. Hörmann wehrt sich gegen die Kündigung. Am 23. Juni soll der Fall vor dem Landgericht München verhandelt werden.
Eine aktuelle Anfrage des Deutschlandfunks, was DOSB-Präsident Hörmann zu den neuen Vorwürfen sagt, beantwortete die Sprecherin des Sportdachverbandes mit einem Satz: "Zur Privatsphäre von Führungskräften im Ehren- und Hauptamt äußern wir uns seitens des DOSB grundsätzlich nicht."