Mittwoch, 28. September 2022

Ebola-Epidemie
Liberia hebt Notstand auf

Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer in Westafrika: Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hebt den verhängten Notstand auf. Der Kampf gegen die Ebola-Epidemie sei aber noch nicht vorbei, warnte sie. Besonders in ländlichen Gegenden wütet das tödliche Virus weiter.

13.11.2014

    Eine junge Frau betet in der Nähe von Monrovia für ein Ende der Ebola-Epidemie.
    Eine Ausgangssperre gilt zwar weiterhin, aber der Notstand in Liberia wird aufgehoben. (picture alliance / dpa / Ahmed Jallanzo)
    "Heute können wir alle stolz über den Fortschritt sein", sagte Präsidentin Sirleaf in ihrer Rede. Seit März hätten unzählige Helfer im Land gegen die Ebola-Epidemie gekämpft, nun könnten die Behörden auch ohne die Notstandsbefugnisse auskommen, um die Krankheit weiter einzudämmen. In Liberia war vor drei Monaten der Notstand ausgerufen worden.
    Nun können Märkte wieder öffnen und Schulen nach und nach den Betrieb wieder aufnehmen, sobald sie entsprechend gereinigt wurden. So sollen Neuinfektionen mit dem Ebola-Virus ausgeschlossen werden.
    Nächtliche Ausgangssperre bleibt
    Gleichzeitig betonte Sirleaf aber, dass der Kampf gegen Ebola noch nicht vorbei sei. Besonders in ländlichen Gegenden breite sich das Virus weiter aus und es gebe Tote. Eine nächtliche Ausgangssperre bleibt bestehen. In besonders gefährdeten Gebieten gilt sie weiter zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens. In allen anderen wird sie ab sofort verkürzt und beginnt erst um Mitternacht.
    Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf.
    Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf lässt den Notstand wegen der Ebola-Epidemie aufheben. (picture alliance / dpa / Abaca Olivier Douliery)
    Auch nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation entspannt sich die Lage in Liberia etwas - ebenso im benachbarten Guinea. In Sierra Leone breite sich das Ebola-Virus aber weiter rasant aus.
    Bisher mehr als 5.100 Ebola-Tote
    Bisher sind in Westafrika nach WHO-Angaben 5.160 Menschen an der tödlichen Krankheit gestorben, die meisten in Liberia. Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung von Fachleuten aber deutlich höher liegen.
    Die Ebola-Epidemie wird nach Angaben des Internationalen Währungsfonds auch Thema beim G20-Treffen in Brisbane in dieser Woche sein. Die Staats- und Regierungschefs beraten in Australien über einen Vorschlag der USA, den betroffenen westafrikanischen Ländern Schulden zu erlassen.
    (pr/ach)