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StartseiteSternzeitDer Mond hilft bei der Erdbeobachtung28.07.2020

Eichung der InstrumenteDer Mond hilft bei der Erdbeobachtung

Hunderte von Satelliten beobachten die Erde wissenschaftlich, kommerziell oder militärisch. Um die Messinstrumente und Kameras an Bord regelmäßig zu eichen, nutzen die Satellitenteams die Hilfe der Natur.

Von Dirk Lorenzen

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Der Mond im Blickfeld eines Meteosat-Wettersatelliten. (Eumetsat)
Der Mond im Blickfeld eines Meteosat-Wettersatelliten (Eumetsat)

Die Geräte machen immer wieder auch Bilder des Mondes; denn wer die Erde im Blick hat, sieht ganz automatisch häufig auch den Mond.

Ein Meteosat-Wettersatellit etwa nimmt stets die gesamte Erde auf. An den Ecken des Blickfelds ist aber auch etwas vom umgebenden Weltraum zu sehen.

Der Mond bleibt "ewig" unverändert

Dort zeigt sich regelmäßig der Mond. Es gibt spektakuläre Bilder, wie unser Trabant hinter dem gekrümmten Erdhorizont aufgeht oder verschwindet.

Während sich die Erdoberfläche und die Wolken ständig verändern, bleibt der Mond "ewig" unverändert. Er ist somit ein ideales Objekt, um zu überprüfen, ob die Messinstrumente allmählich an Empfindlichkeit verlieren oder sonstige Schäden aufweisen.

Der Mond sieht praktisch immer gleich aus

Der Mond sieht praktisch immer gleich aus, anders als Gebiete auf der Erde. Allerdings gibt es kleine Unterschiede aufgrund der wechselnden Mondphasen und des sich leicht verändernden Blickwinkels, weil der Mond ein wenig eiert.

Der Mond "über" Südamerika, aufgenommen während der ersten Tests mit dem Meteosat-10-Satelliten. (Eumetsat)Der Mond „über“ Südamerika, aufgenommen während der ersten Tests mit dem Meteosat-10-Satelliten (Eumetsat)

Um diese Effekte präzise zu berücksichtigen, lässt die Europäische Weltraumorganisation ESA von einer Sternwarte auf Teneriffa aus die Abstrahlung des Mondes messen. Aus diesen Daten erstellen die Fachleute ein äußerst genaues Modell, das das Aussehen des Mondes zu jedem möglichen Zeitpunkt beschreibt.

Um die Erde präzise zu beobachten und lange Datenreihen aufzunehmen, muss ein Satellit ab und zu auch mal in den Mond gucken.

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