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StartseiteHintergrundEine unbestimmte Suchbewegung09.09.2006

Eine unbestimmte Suchbewegung

Papst Benedikt XVI. sieht eine Wiederkehr der Religion

Von Hajo Goertz

Papst Benedikt XVI.  (AP)
Papst Benedikt XVI. (AP)
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Die Frage nach der Lage der katholischen Kirche in Deutschland war sehr konkret. Vorbei die Zeiten machtvoller Klänge. Immer weniger Kirchgänger, immer weniger Taufen, überhaupt immer weniger Einfluss auf das gesellschaftliche Leben.

" Deutschland gehört zum Westen, wenn auch mit seiner ganz spezifischen Färbung und Tönung. Und in der Welt des Westens erleben wir ja heute eine neue Welle einer drastischen Aufklärung oder Laïzität, wie immer Sie das nennen wollen. Glaube ist schwierig geworden, weil die Welt, die wir antreffen, ganz von uns selber gemacht ist und sozusagen Gott in ihr nicht mehr vorkommt."

Papst Benedikt XVI. antwortete ausweichend allgemein, als er in dem Fernsehinterview aus Anlass seines jetzigen Besuchs in Bayern gefragt wurde, wie er die Kirche seines Heimatlandes einschätzt. Allerdings wollte der Deutsche auf dem Petrusthron - in Erinnerung an den Kölner Weltjugendtag im Sommer 2005 - nicht allzu pessimistisch nach vorne schauen:

" Wir sehen das an der Jugend, bei der doch ein Suchen nach Mehr da ist, dass irgendwo das Phänomen Religion, wie man sagt, wiederkehrt, auch wenn die Suchbewegung eher unbestimmt ist. Aber die Kirche ist damit wieder da, und der Glaube bietet sich als Antwort an. Und ich denke, dass ... auch neue Aufbrüche zum Glauben da sind, die uns zueinander führen und die dann auch der Gesellschaft im ganzen dienen."

Religionssoziologen beschreiben die deutsche Gesellschaft als tiefgreifend dem Christentum entfernt. Aber sie stellen neuerdings tatsächlich ein wachsendes Interesse an religiösen Fragen fest, das freilich sehr diffus bleibe. Und sie warnen Papst und Bischöfe vor der gern gehegten Illusion, damit könne der Kirche der Wind weniger heftig ins Gesicht blasen. Professor Manfred Hutter, Religionswissenschaftler an der Universität Bonn:

" Einerseits kann man sicherlich von einer Renaissance sprechen. Reduziert man das allerdings auf eine Erwartungshaltung, dass die großen Kirchen hier in Deutschland dann plötzlich volle Gotteshäuser haben, dann wäre das sicher zu kurz gegriffen. ... Wiederkehr der Religion ergibt sich dadurch, dass individuell, oft vielleicht gar nicht so in der Öffentlichkeit sichtbar, Menschen in Religionen wieder einen Wert finden."

Da verleiten die Millionen-Zahl der Pilger am Sarg Papst Johannes Pauls II. und die jubelnde Menge bei der Wahl Kardinal Ratzingers zu seinem Nachfolger, das "Wir sind Papst" der Bildzeitung manchen Oberhirten zum konfessionellen Kurzschluss. Als signalisierten hohe Einschaltquoten des Fernsehens beim Weltjugendtag und beim Papstbesuch anhaltend neue Aufmerksamkeit für die katholische Kirche.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, bleibt nüchtern und - ökumenisch:

" Ich würde aber auch Ereignisse noch nennen, weil wir ja immer auch ein Stück weit in der Ökumene leben, wie die Einweihung der Frauenkirche in Dresden, wie der tragische Tod von Roger Schutz, so viel geballte Unterstützung haben wir eigentlich selten in den letzten ein, zwei Jahrzehnten gehabt. Und das war, glaube ich, schon auch getragen durch eine gewisse Nachdenklichkeit. "

Der Mainzer Bischof macht sich keine Illusionen, denn die außergewöhnlichen Ereignisse haben - nach der repräsentativen Umfrage "Perspektive Deutschland" - bei fast 60 Prozent der Deutschen deren kritische Meinung über die katholische Kirche nicht verändert; auch die Wahl eines Deutschen zum Papst und Benedikts bisherige Amtsführung führen nur bei einem Drittel der Katholiken zu einer positiveren Einschätzung der Kirche, kaum mehr als bei evangelischen Christen oder Konfessionslosen. Kardinal Lehmann verweist allerdings auf einige günstige Anzeichen:

" Man sah dass auch, dass wir in den Kirchenaustritten doch eine starke Reduzierung also hatten, ein Drittel weniger als im Jahr vorher. Und es sind auch mehr Leute wieder in die Kirche eingetreten. Es gibt mehr Erwachsenentaufen, es gab auch mehr Konversionen. Das sind alles zarte Pflänzchen. Ich sage das mit einer gewissen Beklommenheit, weil ich weiß, das dürfen keine Siegermeldungen sein."

Denn die statistischen Befunde beschönigen nichts: Die Zahl der Katholiken in Deutschland ist in den letzten fünfzehn Jahren um mehr als neun Prozent auf 26 Millionen gesunken. Heute besuchen weniger als 15 von hundert Katholiken regelmäßig Gottesdienste, 1990 waren es noch 22, gar nicht zu reden von den 50 Prozent, die vor einen halben Jahrhundert treue Kirchgänger waren.

Wenn auch die Austritte von Spitzenwerten in den neunziger Jahren auf gut 100.000 jährlich zurückgegangen sind, damit und mit der demographischen Überalterung verliert die katholische Kirche jedes Jahr rund 200.000 Mitglieder. Die Zahl der Taufen hat sich von 1990 bis jetzt um ein Drittel auf 200.000 jährlich reduziert. Die kirchlichen Trauungen sanken sogar um weit über die Hälfte auf rund 49.000. Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der Katholiken und damit führender Repräsentant der Laien in Deutschland kommentiert:

" Es gibt in der Tat Tendenzen, die uns Sorgen machen. Es gibt weniger aktiver Katholiken in den Gemeinden. Auch die Verbände und auch die diözesanen Räte, so wie sie sich nach dem Konzil und nach der Synode herausgebildet haben, sind hier und da vor der Frage, sich zu erneuern. Aber das will ich schon betonen, dass wir zunächst einmal .., auch im Gegensatz durchaus zu anderen Ländern Europas, ausgehen können von einem breiten Gefüge von großem Engagement in Verbänden und diözesanen Räten in Deutschland. Das ist etwas, worüber uns unsere europäischen Freunde sehr beneiden."

Unverändert breit gestaffelt ist das Geflecht von Gremien, in denen Laien Mitglieder sind - von Gemeinderäten in den Pfarreien über die Diözesanräte in den 26 Bistümern bis zur bundesweiten Laienvertretung durch das Zentralkomitee (ZdK). Sie haben manches zu beraten und nur wenig zu entscheiden, dennoch dürften sich an die 200.000 Laien hier ehrenamtlich und teils mit hohem Zeitaufwand engagieren.

Dieses durchorganisierte System der Mitwirkung von Laien unterscheidet die deutsche Kirche von der in anderen Ländern. Ihr besonderes Merkmal ist überdies das vielgestaltige Tableau katholischer Vereine, Organisationen und Initiativen mit insgesamt mehreren Millionen Mitgliedern.

In die Krise geraten ist die Kirche in den letzten Jahren in Sachen ihrer Finanzen. Ein nahezu bankrottes Erzbistum Berlin, in dem lange Zeit allzu sorglos über die Einnahmen verfügt wurde, marode Haushalte vor allem in den Bistümern Essen und Aachen, Sparzwänge in fast allen anderen Diözesen führen zum Abschmelzen kirchlicher Dienstleistungen, zur Schließung von Kindergärten etwa, und sogar zur Entlassung kirchlicher Mitarbeiter. Dabei unterscheiden sich die Dienstgeber nicht überall von nichtkirchlichen Unternehmens-Abwicklern.

Grund sind die in den letzten Jahren besonders mit der anhaltend hohen Massenarbeitslosigkeit regelrecht eingebrochenen Kirchensteuern. 2005 kamen knapp vier Milliarden Euro ein, fünf Jahre zuvor waren es noch 535 Millionen mehr. Mit den üppigeren Zeiten von früher können Bistumsleitungen künftig auch bei besserer Konjunktur nicht mehr rechnen.

Die meisten Diözesen nutzen den Druck der knappen Kassen nicht nur, um Sparkonzepte zu entwerfen. Unternehmensberater haben ihnen empfohlen, sich - in deren Jargon - auf das "Kerngeschäft der Kirche" zu konzentrieren. Pastoralpläne sollen das seelsorglich Notwendige vom Wünschenswerten und Überflüssigen scheiden. Das geschieht an manchen Stellen, wie im Erzbistum Köln, über die Köpfe der örtlichen Gemeinden hinweg. Andere, wie Rottenburg-Stuttgart, haben einen neuen Anlauf für einen breiten Beratungsprozess genommen, um alle, die den kirchlichen Gürtel enger schnallen müssen, einzubeziehen. Das Bonner Laien-Komitee hofft denn auch, dass die fiskalischen Zwänge die als mangelhaft bewertete Dialogbereitschaft der Bistumsleitungen stimuliert. ZdK-Generalsekretär Vesper:

" Die Lösung einer Finanzkrise in einer Diözese findet man nur, indem die Diözese sich zusammensetzt und sagt, was sie gemeinsam will. ... Und wenn man das gemeinsam tut in einem Beratungsprozess, in einem Selbstvergewisserungsprozess, das ist ja letztendlich auch ein missionarischer Prozess, dann kann man in der Diözese auch Finanzkrisen gut überwinden. ... Und man aktiviert Kräfte, die sonst verloren gehen."

Vesper meint, die meisten Bischöfe in Deutschland sähen das theoretisch genauso. Insofern hält er die aktuellen Vorgänge im Bistum Regensburg nicht für symptomatisch im Sinn einer neuen Klerikalisierung der ganzen deutschen Kirche. Dort setzte Bischof Gerhard Ludwig Müller den gewählten Diözesanrat kurzerhand ab, weil dessen Vorsitzender kritische Töne gewagt hatte. Müller schuf - mit römischer Rückendeckung, die kaum ohne Billigung des deutschen Papstes erfolgt sein dürfte - ein neues Gremium nach eigenem Gusto. Für den Generalsekretär des ZdK ist das kein Vorgehen, das die Zukunft der Kirche sichert:

" Wenn ein Bischof signalisiert, ... euer Wort ist hier nicht gefragt, eure Kompetenz ist hier nicht erwünscht, ihr seid nur erwünscht, insofern ihr Ja sagt und insofern ihr meinen Kurs billigt, wie auch immer ich ihn heute, morgen und übermorgen selbst als Bischof definiere, dann wird es in dieser Diözese immer Schwierigkeiten geben. Es wird auch immer beides geben, nämlich Leute, die sich immer bedingungslos einem anderen sozusagen, ja, zu Füßen legen und seinen Kurs mittragen, und es wird Leute geben, die sagen, nein, mein Charisma wird hier nicht gefragt, meine Glaubenskraft, meine Glaubensstärke, ich muss mir Orientierung woanders suchen. "

Es sind vor allem kritische Gruppen wie die Kirchenvolksbewegung, die sich mit ihren Anmerkungen zur fehlenden Dialogbereitschaft, zur realitätsfernen Sexualmoral, zur Unterordnung der Frauen in der Kirche ausgegrenzt fühlen. Dabei wissen sie bis zu 80, 90 Prozent der deutschen Katholiken hinter sich, wenn sie die Aufhebung der verpflichtenden Ehelosigkeit der Priester und die Zulassung von Frauen zum geistlichen Amt verlangen. Der Vatikan will dagegen an der langen Tradition des Zölibats festhalten und beruft sich für das allein männliche Priestertum auf das Vorbild Christi. Doch ein regelrechtes Diskussionsverbot zum Frauenpriestertum, wie Johannes Paul II. es zu verfügen versuchte, wird von kaum einem Katholiken mehr ernst genommen. Während solche Meinungsdifferenzen in anderen Ländern eher stillschweigend übergangen werden, führen sie hierzulande - vielleicht auch das typisch deutsch - zu grundsätzlichen, heftigen und emotionsgeladenen Auseinandersetzungen.

Darin zeigen sich Polarisierungen zwischen konservativen Katholiken einerseits und liberaler denkenden oder gar progressiven Gruppen andererseits. Dass es darüber nicht zu unheilbaren Brüchen kommt, verdankt die deutsche Kirche vornehmlich dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, der in einer Art Richtungswahl im vorigen Herbst in seine vierte Amtsperiode gewählt wurde. Kardinal Lehmann sucht mit bewundernswerter Unermüdlichkeit, Brücken zu schlagen zwischen unversöhnlich scheinenden Verfechtern gegensätzlicher Auffassungen. Und es gelingt ihm immer wieder, Verständnis zu wecken oder um Geduld zu werben, wenn die katholische Kirche Außenstehenden, aber auch eigenen Mitgliedern fragwürdig in ihrem Umgang und Entscheidungsprozessen vorkommt, starr und unbeweglich in ihren Ansichten, hemmend für eine ökumenische Annäherung an die evangelischen Christen.

" Ich sehe die Lage der Kirche in Deutschland auch so: Wir haben nach dem Konzil 30, 40 Jahre lang gut getan, manches überhaupt erst mal einzuüben, was bei uns in der Kirche nicht so selbstverständlich war: Religionsfreiheit, Toleranz.., Pluralismus bis zu einem bestimmten Grad jedenfalls, und da ging es oft auch in Richtung Ökumene und Gespräch mit anderen Religionen um einen gemeinsamen Nenner. Aber das hat auch manchmal die Gefahr mit sich gebracht, dass man einen kleinsten gemeinsamen Nenner hatte und dass in der Nacht alle Katzen gleich grau waren, wie Hegel sagt. Jetzt muss es möglich sein, bei Dialogbereitschaft, bei Toleranz auch eben ein Stück weit stärker das eigene Profil zu zeigen, nicht um abzugrenzen, nicht um wieder zurückzukriechen in sein Getto, sondern um vielleicht doch die Sache auch dann mal wieder stärker auf den Punkt zu bringen. "

Was Kardinal Lehmann besondere Sorge bereitet, ist die innere Erosion. Nach verschiedenen repräsentativen Umfragen glauben mehr als 50 Prozent der Katholiken nicht mehr an die Auferstehung Jesu Christi, den eigentlichen Kern des christlichen Glaubens. Viele basteln sich ihre eigene Religion zurecht, ihre Akzeptanz der kirchlichen Lehre wird selektiv. Das Wissen um die Inhalte katholischer Glaubens schwindet, auch weil viele Eltern ihre Kinder nicht mehr religiös erziehen oder christliche Bildung nicht mehr vermitteln können.

" Seit dem Jahr 2000 haben wir die missionarische Verantwortung des Glaubens an die Spitze vieler Bemühungen gestellt, übrigens auch in der evangelischen Kirche unabhängig davon. Und das heißt ja, dass wir alle Möglichkeiten nützen, die eine neue Verlebendigung des Glaubens ermöglichen. Ich denke, dass muss man an jedem Ort, wo Kirche lebt, tun, das muss man im Kindergarten genau so tun wie in theologischen Fakultäten, in Verbänden genau so wie in Gemeinden. "

Sich auf die internen Schwierigkeiten zu konzentrieren, könnte der Kirche hilfreich sein, dass ihre politische Stellung in Deutschland aktuell nahezu unangefochten ist. Die Diskussionen der 1970er, 1980er Jahre über eine deutlichere Trennung zwischen Kirchen und Staat sind passé. Vor diesem Hintergrund mutet schon erstaunlich an, wenn sozialdemokratische Politiker das System der Kirchensteuer und ihren staatlichen Einzug gegen kritische Gruppen in der katholischen Kirche verteidigen.

Den letzten ernsten Konflikt verursachte Papst Johannes Paul II., als er unter Mitwirkung des damaligen Glaubenswächters im Vatikan, Kardinal Ratzinger, die deutschen Bischöfe nötigte, aus dem staatlichen Beratungssystem für Schwangere in Konfliktsituationen auszusteigen. Er wurde aufgefangen durch namhafte Katholiken, die sich gegen bis heute anhaltende amtskirchliche Widerstände zur Initiative "Donum vitae" zusammenschlossen; sie setzen erfolgreich die Schwangerenberatung fort, um auf diese Weise - eigentlich im Sinn der Bischöfe - vorgesehene Abtreibungen zu verhindern.

Die Stellung der Kirchen im System der Bundesrepublik wird gestärkt durch anwachsenden Beratungsbedarf der Politiker in ethischen Fragen. Medizinische Probleme am Anfang und Ende des Lebens, der biogenetische Fortschritt können nicht bloß pragmatisch geregelt werden. Auch in solchen Fragen ist Kardinal Lehmann äußerst kundig und ein gesuchter Gesprächspartner. Die Krisen des Sozialstaates fordern die katholische Soziallehre heraus, die mit an der Wiege des deutschen Modells der sozialen Sicherung gestanden hat.

" Ich habe den Eindruck, dass die Zeit, wo man glaubte, mit Religiosität, Religion und Kirche relativ schnell fertig zu sein, die hat sich doch mindestens also doch verlangsamt und man ist etwas bescheidener geworden. Jetzt fragt man sich schon mal eher, wohin soll denn eine immer säkularer werdende Welt eigentlich gehen. Wo ist da irgendwo ein Ziel. Man fragt sich ja auch, woher sollen die heutigen Gesellschaften die moralische, ethische Motivation bekommen, um ihre großen Aufgaben zu leisten. Das sind ja auch viele Verzichte dabei. Und sehr nachdenkliche Leute, die sehr wenig zu tun hatten mit Kirche, ... die sind doch der Meinung, wir müssen das Potential, das auch und gerade in der Religion steckt, doch sehr viel mehr nützen für die Gestaltung des menschlichen Lebens, gerade auch in den elementaren Herausforderungen."

Das Angebot der Kirche, sich in die gesellschaftlichen Denkprozesse einzubringen, wird allerdings nur akzeptiert werden, wenn sie beim Vortrag ihrer Positionen nicht nur überzeugend argumentiert, sie darf auch ihre Glaubwürdigkeit nicht länger aufs Spiel setzen. Dazu müssen ihre vordemokratischen Verhaltensweisen überdacht werden, wie Laien, Theologen und selbst Bischöfe eingestehen. Wenn sie weiter Anwalt des Humanen bleiben und wirksam der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft den Spiegel vorhalten will, müssen sie ihre eigenen Konfliktstrategien zur Lösung der internen Probleme vorbildlich gestalten.

Das Ruhekissen "Volkskirche" hat die Gesellschaft ihr weggezogen. Bischöfe und Laienvertreter ersetzen es im Sinn des angestrebten missionarischen Aufbruchs durch die Formel "Kirche im Volk". Sie bekommt freilich nur gesellschaftliche Bedeutung, wenn die Kirche die aufgebrochene Kluft zwischen den geistlichen Leitungen und der Basis schließt und gegen Tendenzen einer neuen Klerikalisierung "Kirche des Volkes" wird.

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