Lage in Ceuta
Einige EU-Länder bringen Spaniens Ausschluss aus dem Schengenraum ins Gespräch

Mehrere EU-Staaten befürworten einen vorübergehenden Ausschluss Spaniens aus dem Schengenraum. Anlass ist die Ankunft zehntausender Migranten aus Nordafrika in der spanischen Exklave Ceuta.

    Migranten versuchen von Marokko aus in die spanische Enklave Ceuta zu gelangen.
    Hunderte Migranten versuchen von Marokko aus in die spanische Enklave Ceuta zu gelangen. (Antonio Sempere / AP / dpa / Antonio Sempere)
    Italiens rechtspopulistische Ministerpräsidentin Meloni erklärte, ihre Regierung sei zu außergewöhnlichen Maßnahmen bereit, um die Grenzen und Einwohner Italiens zu schützen. Dazu gehöre auch eine Suspendierung der Mitgliedschaft Spaniens im Schengenraum, in dem es normalerweise an den Grenzen keine Personenkontrollen gibt. Die finnische Innenministerin Rantanen unterstützte Melonis Forderung. Sie begründete dies auf X damit, dass Spanien bei der Kontrolle seiner Außengrenzen versagt habe. Ähnlich äußerten sich die Regierungen von Dänemark, Tschechien und Österreich.
    Ceuta ist EU-Gebiet, gehört aber nicht zum Schengen-Raum. Nach Angaben aus Madrid haben inzwischen mindestens 49.000 Migranten die spanische Exklave auf dem afrikanischen Kontinent erreicht. Die meisten überwanden die Grenze schwimmend. Mindestens 18 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Der Regionalpräsident von Ceuta, Vivas, sprach von einem humanitären Notstand. Die spanische Regierung entsandte zur Unterstützung der Grenzbeamten Soldaten in die Exklave.
    Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.