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StartseiteSternzeitALMA guckt wieder in den Himmel10.05.2021

Ende der Pandemie-PauseALMA guckt wieder in den Himmel

Wegen der Covid-19-Pandemie waren viele große Observatorien monatelang außer Betrieb – manche arbeiten bis heute nur sehr eingeschränkt. Die Antennenanlage ALMA, die die USA, Europa, Japan und Chile in den Anden betreiben, empfängt seit einigen Wochen wieder Signale aus dem Kosmos.

Von Dirk Lorenzen

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Die Große (links) und Kleine Magellansche Wolke über der ALMA-Teleskopanlage im Norden Chiles (ESO / Christoph Malin)
Die Teleskopanlage ALMA nimmt allmählich wieder den Betrieb auf (ESO / Christoph Malin)

Nach zwölf Monaten Pause nahm das Team zunächst nur 40 der 64 Teleskopschüsseln wieder in Betrieb. Seit März 2020 hatte eine Kernmannschaft lediglich aufgepasst, dass die Instrumente keinen Schaden nehmen.

Im Oktober hatte man langsam begonnen, einige Reparaturen durchzuführen, die nach leichten Erdbeben kurz zuvor nötig waren, und ALMA Stück um Stück wieder in den Routinemodus gebracht.

Mit einjähriger Verspätung arbeiten die Astronomen nun die geplanten Beobachtungen im Bereich der Infrarot- oder Wärmestrahlung ab. Bräuchte ein Projekt wirklich alle 64 Teleskope, dann dauert die Messung mit den funktionierenden Schüsseln nun entsprechend länger.

This is the sharpest image ever taken by ALMA — sharper than is routinely achieved in visible light with the NASA/ESA Hubble Space Telescope. It shows the protoplanetary disc surrounding the young star HL Tauri. These new ALMA observations reveal substructures within the disc that have never been seen before and even show the possible positions of planets forming in the dark patches within the system. (ALMA)Typische ALMA-Beobachtung: Staubscheibe um den jungen Stern HL Tauri (ALMA)

Auch so lässt sich die gewünschte Empfindlichkeit erreichen. Covid-19 führt zu späten, aber nicht zu schlechten Daten.

Bei den ALMA-Beobachtungen geht es unter anderem darum, wie in der Frühphase des Kosmos die ersten Riesengalaxien entstanden sind und wie sich kalte Gas- und Staubwolken in mehr als drei Milliarden Lichtjahren Entfernung verhalten.

Parallel zu den ersten Messungen werden nach und nach auch die restlichen Antennen in Betrieb genommen. Mit viel Glück könnte ALMA in einigen Monaten so effizient arbeiten wie vor Beginn der Pandemie.

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