
Damit fällt die Finanzierung in etwa auf das Niveau von vor zehn Jahren zurück, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit. Trotz massiver Kürzungen um 17,4 Prozent ist Deutschland den inflationsbereinigten Daten zufolge nach absoluten Zahlen erstmals größter Geber. Mit Leistungen in Höhe von 29,1 Milliarden US-Dollar lag die Bundesrepublik knapp vor den USA (29,0 Milliarden Dollar). Ausschlaggebend dafür war vor allem der drastische Rückgang der US-Zahlungen: Die Trump-Regierung hatte mit ihrem Amtsantritt 2025 die Entwicklungsbehörde USAID abgewickelt und Hilfen fürs Ausland deutlich zusammengestrichen.
Nothilfe sinkt um ein Drittel
Insgesamt verringerten sich laut OECD die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit bei 26 von 34 Geberländern. Neben den USA und Deutschland meldeten auch Frankreich (-10,9 Prozent), das Vereinigte Königreich (-10,8 Prozent) und Japan (-5,6 Prozent) deutliche Einschnitte. Erstmals hätten damit alle fünf größten Geberländer gleichzeitig ihre Hilfen reduziert.
Der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttonationaleinkommen eines Landes, kurz ODA-Quote („Official Development Assistance“), sank 2025 auf durchschnittlich 0,26 Prozent. Das von den Vereinten Nationen gesetzte Ziel, mindestens 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Auslandshilfe einzusetzen, erreichten nur wenige Länder, nämlich Dänemark, Luxemburg, Norwegen und Schweden. In Deutschland lag die Quote vergangenes Jahr bei 0,56 Prozent.
Besonders stark gingen die Gelder für die humanitäre Hilfe zurück: Ausgaben für die Unterstützung nach Katastrophen oder in Kriegen und Konflikten sanken der OECD zufolge um mehr als ein Drittel. Auch Ausgaben für Geflüchtete im Inland, die teilweise als Entwicklungshilfe angerechnet werden, nahmen deutlich ab. Zugleich schrumpften die Beiträge an internationale Organisationen, vor allem an die Vereinten Nationen.
Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





