
Sie sei nach Angaben ihrer Anwälte nur dann zu einer Aussage bereit, wenn Präsident Trump sie begnadige. Trump hatte im Oktober gesagt, er prüfe eine mögliche Begnadigung.
Comer sagte weiter, Maxwell verweigere die Beantwortung jeglicher Fragen. Das sei sehr enttäuschend. Die Ausschussmitglieder hätten viele Fragen zu den von ihr und Epstein begangenen Verbrechen sowie zu möglichen Mitverschwörern gehabt. Der Parlamentarier Suhas Subramanyam von der Demokratischen Partei kritisierte, Maxwells Schweigen sei Teil einer Strategie, um eine Begnadigung durch Präsident Trump zu erwirken.
Hat Ghislaine Maxwell der Trump-Regierung nach Treffen mit Justizminister Blanche Schweigen zugesagt?
Maxwells Anwälte hatten den Kongress aufgefordert, rechtliche Immunität für die Aussage zu gewähren. Das wies der Kongress zurück. Maxewells Anwälte meinten, unter diesen Umständen würde das Verfahren keinen anderen Zweck erfüllen als reines politisches Theater.
Der stellvertretende Justizminister Blanche hatte die Epstein-Komplizin im Juli zwei Tage lang befragt. Kurz danach wurde Maxwell in die Haftanstalt in Texas verlegt, die nur geringe Sicherheitsvorkehrungen hat. Epstein-Opfer kritisierten dies scharf und sprachen von einem "Wellness-Gefängnis". Im Raum steht die Befürchtung, Maxwell habe der Trump-Regierung Schweigen zugesagt - etwa über die offenbar engen Verbindungen des Präsidenten zu Epstein.
Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell wurde aus dem Gefängnis zugeschaltet
Die Sitzung des Ausschusses fand hinter verschlossenen Türen statt. Nach Angaben von Abgeordneten wurde Maxwell kurz per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet, in dem sie eine 20-jährige Haftstrafe absitzt. Sie war 2022 wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verurteilt worden.
Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte Investor Epstein soll mithilfe seiner früheren Freundin Maxwell mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war erstmals 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. Wegen einer umstrittenen Absprache mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe.
Epstein wurde 2019 erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden
2019 wurde er erneut festgenommen, unter anderem wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Im August 2019 fand man ihn erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle, nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.
Ende Januar veröffentlichte das Justizministerium mehr als drei Millionen neuer Dokumente zum Fall Epstein. Auch wenn derzeit keine neue Strafverfahren in den USA zu erwarten sind, sind zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in Skandale verwickelt oder mussten zurücktreten, nachdem ihre Verbindungen zu Epstein oder Details dazu bekannt geworden waren.
Clintons sollen Ende Februar im Epstein-Fall vor dem Kongress aussagen
Ende des Monats soll Ex-Präsident Bill Clinton von der Demokratischen Partei vor dem Kongressausschuss aussagen. Auch die frühere Präsidentschaftskandidatin und Außenministerin, Hillary Clinton, will sich dann äußern. Das Ehepaar drängt auf eine öffentliche Anhörung, um eine befürchtete Instrumentalisierung durch Trumps Republikanische Partei zu verhindern.
Trump wurde von dem republikanisch geführten Ausschuss nicht zur Aussage vorgeladen. Ein Fehlverhalten konnte weder den Clintons noch Trump bisher nachgewiesen werden.
Diese Nachricht wurde am 10.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





