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StartseiteComputer und KommunikationDas Info-Update14.03.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltDas Info-Update

Coronavirus-Pandemie lässt den Internet-Traffic rasant steigen +++ Neue Fenster sollen den Handyempfang im Zug verbessern +++ Länder rufen kaum Mittel für den Digitalpakt Schule ab +++ Bundesrat fordert eine ausgedehnte Datenauskunftspflicht für Online-Plattformen +++ Bei Minecraft gilt die uneingeschränkte Pressefreiheit +++ Erster Quantencomputer Europas kommt nach Baden-Württemberg +++

Von Michael Stang

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(Deutschlandradio)
Wochenrückblick aus der IT-Welt - das Info-Update bei „Computer und Kommunikation“ (Deutschlandradio)
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Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

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Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

Die Coronavirus-Pandemie lässt den Internet-Traffic rasant steigen

Der italienische Provider Telecom Italia vermeldet einen Anstieg des Internet-Traffics von mehr als 70 Prozent innerhalb der vergangenen zwei Wochen. Ein Großteil geht demnach auf Schüler zurück, die "Fortnite" spielen beziehungsweise das aktuelle Update herunterladen. Obwohl es bereits Ausfälle gegeben haben soll, seien die Netze stabil, teilte der Konzern mit. Ein erhöhter Internetverkehr wird auch in Deutschland beobachtet. Am DE-CIX sind in dieser Woche erstmals neun Terabit/s Datendurchsatz gemessen worden. Der Internetknoten in Frankfurt gilt als der größte der Welt. Die für Österreich zuständige Telekommunikations-Regulierungsbehörde RTR teilte mit, dass es eine auffällige Abnahme beim Roaming gibt. Demnach kommen weniger Touristen und Geschäftskunden nach Österreich.

Quelle: Heise |Standard


Neue Fenster sollen den Handyempfang im Zug verbessern

Zugreisende können mitunter schlecht telefonieren, da der Funkempfang durch die Fensterscheibenbeschichtung gestört ist. Dieser Wärme- und Sonnenschutz der Züge reflektiert sämtliche elektromagnetischen Wellen. Dadurch gelangen auch Mobilfunkwellen nur schwer durch die Metallschicht ins Zuginnere. Damit das Signal trotzdem ankommt, setzt die Bahn Repeater ein, also Signalverstärker. Jetzt startet die Bahn erste Tests mit frequenzdurchlässigen Scheiben. Die Isolierschicht wird dabei mit einem Laser so bearbeitet, dass sie für sämtliche Frequenzen von Funkwellen durchlässig wird. Diese Scheiben sind laut Bahn mit allen Mobilfunkstandards kompatibel und müssen nicht um- oder nachgerüstet werden, auch nicht für den neuen Standard 5G. Mit dem WLAN-Angebot im Fernverkehr der Bahn haben die Fenster nichts zu tun, dieses Signal kommt nach wie vor über Antennen und WLAN-Router zu den Reisenden.

Quelle: Golem | SPIEGEL


Die Länder rufen kaum Mittel für den Digitalpakt Schule ab

Ein Jahr nach Verabschiedung des Digitalpakts geht die Digitalisierung der Schulen in Deutschland nur schleppend voran. Von den vom Bund dafür bereitgestellten fünf Milliarden Euro haben die Bundesländer erst einen Bruchteil abgerufen. Vier Bundesländer haben demnach noch gar keine Förderanträge bewilligt, teilte der Digitalverband Bitkom gestern mit. Die Höhe der bewilligten Fördermittel unterscheidet sich einer Umfrage zufolge je nach Bundesland beträchtlich. Die mit Abstand die größte Summe entfällt auf Hamburg, wo Förderanträge der Schulen mit einem Volumen von gut 116 Millionen Euro bewilligt wurden. Dahinter folgen Sachsen (15,2 Mio. Euro), Bayern (9 Mio. Euro), Baden-Württemberg (3,8 Mio. Euro) und Thüringen (3,1 Mio. Euro).

Quelle: bitkom


Der Bundesrat fordert eine ausgedehnte Datenauskunftspflicht für Online-Plattformen

Die Länderkammer drängt die Bundesregierung dazu, Auskunftserteilungen durch ausländische Betreiber etwa von sozialen Netzwerken effektiver zu gestalten. In Deutschland tätige Anbieter von Telemediendiensten wie Facebook, WhatsApp oder Google sollen sich bei Datenersuchen von Strafverfolgungsbehörden nicht mehr darauf berufen können, dass die abgefragten Informationen im Ausland gespeichert sind, heißt es in einer am Freitag im Bundesrats-Plenum angenommenen Entschließung. An die Bundesregierung richtet die Länderkammer den Appell, dazu das so genannte Marktort-Prinzip festzusetzen. Dieses besagt, dass die Regeln des Ziellandes, auf das ein Online-Angebot gerichtet ist, angewendet wird. Demgegenüber steht das in weiten Bereichen des EU-Binnenmarkts geltende Herkunftslandprinzip, wonach das Recht des Staates gilt, in dem ein Unternehmen seinen Sitz hat.

Quelle: Bundesrat | heise


Bei Minecraft gilt die uneingeschränkte Pressefreiheit

Die Organisation Reporter ohne Grenzen nutzt das Online-Spiel Minecraft als Möglichkeit, um zensierte Artikel von Journalisten aus Ländern wie Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam in deren Heimatländern zu verbreiten. Die Artikel werden in einer virtuellen Bibliothek names The Uncensored Library in dem weltweit verfügbaren Klötzchenspiel angeboten. Während unabhängige Nachrichtenportale und Onlinezeitungen in vielen autokratischen Staaten gesperrt sind, ist Minecraft fast überall frei zugänglich. Um die Texte lesen zu können, benötigen Nutzer nur einen Internetzugang, teilte Reporter ohne Grenzen mit. Eine Blockade der virtuellen Bibliothek durch Staaten dürfte kaum möglich sein. Minecraft ist dezentral organisiert, zudem gibt es weltweit Tausende von unabhängigen Servern. Somit könnten die Staaten nur einzelne Server blockieren, jedoch kaum Minecraft als Ganzes.

Quelle: Uncensored LibraryGolem


Der erste Quantencomputer Europas kommt nach Baden-Württemberg

Die Fraunhofer Gesellschaft und der IT-Konzern IBM haben eine Vereinbarung unterschrieben, um die Forschung zu Quantencomputern in Deutschland voranzutreiben. Dafür soll ein IBM-Computer der Serie Q System One Anfang 2021 im Rechenzentrum des Konzerns in Ehningen bei Stuttgart stationiert werden. Es wird nach Angaben von Fraunhofer der Erste seiner Art in Europa sein. Quantencomputer speichern Informationen nicht in Form von Bits, die nur zwei mögliche Zustände annehmen können, nämlich Eins oder Null. Ein Qubit eines Quantencomputers kann stattdessen beides gleichzeitig sein, also Eins und Null. Damit können Quantencomputer theoretisch um ein Vielfaches schneller und leistungsfähiger sein als herkömmliche Rechner.

Quelle: Fraunhofer | Agenturen

   

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