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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft 07.06.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Galaxienhaufen sind miteinander verbunden +++ Eisbären könnten bei der Isolierung von Häusern helfen +++ Bigfoot war beim FBI aktenkundig +++ 2018 gab es hunderte hitzebedingte Sterbefälle +++ Dauerstress geht von Herrchen auf ihre Hunde über +++ Sex bringt mehr Vorteile als bislang bekannt +++ Die Vorfahren der Eichen könnten aus dem Süden stammen+++

Von Michael Stang

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Galaxienhaufen sind miteinander verbunden

Ein internationales Astronomenteam hat zwischen zwei rund zehn Millionen Lichtjahre voneinander entfernten Galaxienhaufen eine so genannte Materiebrücke nachgewiesen. Sie besteht aus Gasmolekülen und geladenen Partikeln. Die Entdeckung gelang mithilfe des Radioteleskops LOFAR, notieren die Wissenschaftler im Fachblatt SCIENCE. Durch die gegenseitigen Anziehungskräfte bewegen sich die beiden Galaxienhaufen aufeinander zu. Hochrechnungen zufolge werden sie binnen mehrerer Milliarden Jahren final miteinander verschmelzen Die beiden Cluster Abell 0399 und Abell 0401 sind rund 900 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Quelle: Science


Eisbären könnten bei der Isolierung von Häusern helfen

Eisbärenhaare besitzen in ihrem Inneren einen langen, zylindrischen Hohlraum. Bioniker aus China haben diese Struktur mithilfe von Kohlenstoffröhrchen nachgebaut. Das neue Material sei nicht nur wasserabweisend, sondern auch elastisch und wärmeisolierend, schreiben die Forscher im Fachmagazin Chem. Erste Tests ergaben, dass dieser synthetische Isolator im Vergleich zu anderen Aerogelen und Isolationskomponenten leichter ist und eine bessere Wärmedämmung aufweist. Die Studienautoren geben sich zuversichtlich, dass neue Material das Potential hat, zu einem Dämmstoff in der Architektur beziehungsweise der Luft- und Raumfahrt zu werden.

Quelle: CHEM           


Bigfoot war beim FBI aktenkundig

Nach mehr als 40 Jahren unter Verschluss hat die US-amerikanische  Bundespolizei FBI ein 22-seitiges Dokument veröffentlicht. Demnach leitete die Behörde in den 1970er Jahren Ermittlungen zu dem als Sasquatch oder Bigfoot genannten Riesen-Affen-Menschen ein. Den Dokumenten zufolge ging das FBI 1976 einem Antrag des damaligen Bigfoot Information Center nach, das der Behörde ein Hautstück samt Haaren geschickt hatte. Dieses sollte von dem bis zu zwei Meter großen sagenumwobenen Wesen stammen. Die genetische Analyse der Polizei ergab, dass die eingeschickte Probe von einem Reh stammte. Die Ermittlungen wurden 1977 eingestellt. Bisher konnte keine genetische Analyse, auch bei angeblichen Yeti-Proben aus Asien, die Existenz des Riesenaffen nachweisen. Bei vielen Proben handelte es sich um die Haare von Bären oder Ziegen.

Quelle: FBI            


2018 gab es hunderte hitzebedingte Sterbefälle

Als Folge des Klimawandels kommt es in Deutschland häufiger zu Hitzewellen. Der Sommer 2018 war hierzulande der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Hitzewellen führen zu einer erhöhten Mortalität, besonders bei älteren Menschen. Experten des Robert Koch-Instituts in Berlin haben die Zahl hitzebedingter Sterbefälle des vergangenen Sommers hochgerecht. So starben allein in Berlin etwa 490 Menschen aufgrund der Hitzeeinwirkung, in Hessen wird die Anzahl auf etwa 740 geschätzt. Das entspricht einer Quote von etwa zwölf Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Daten für weitere Bundesländer liegen nicht vor. Erhöhte Raten zeigten sich demnach vor allem bei Menschen über 75 Jahre.

Quelle: RKI


Dauerstress geht von Herrchen auf ihre Hunde über

Diesen Zusammenhang, dass Stress auch langfristig ansteckend sein kann, hat ein schwedisches Forschungsteam in Lingköping nachgewiesen und berichtet darüber in den Scientific Reports. Bei ihrer Studie sahen die Mediziner, dass sich eine Gereiztheit nicht nur  unter Artgenossen überträgt, sondern Stress sich auch von einer Spezies auf einer andere ausbreiten kann. Demnach synchronisieren Hunde das eigene Stressniveau mit dem ihrer Besitzer – auch über längere Zeiträume hinweg.

Quelle: Scientifc Reports


Sex bringt mehr Vorteile als bislang bekannt

Zumindest deuten Modellrechnungen mit Bakterien darauf hin, dass bei einer Fortpflanzung ohne Geschlechtsverkehr die grundlegende Zellmaschinerie stärker abgenutzt wird als bisher angenommen. Das berichten drei Biophysiker der Universität zu Köln im Fachblatt NATURE Communications. Demnach wirken sich Mutationen bei der Reproduktion ohne Sex um ein Vielfaches stärker aus als in bisherigen Modellen der Evolution berücksichtigt. Sex hat demgegenüber einen viel größeren Vorteil, da diese Fortpflanzungsform die Abnutzungen der Zellen reparieren kann, indem intakte Gene beider Elternteile kombiniert werden, so die Studienautoren.

Quelle: Nature Communications   


Die Vorfahren der Eichen könnten aus dem Süden stammen

Ein US-amerikanisch-argentinisches Paläontologenteam hat bei Ausgrabungen in Patagonien 52 Millionen Jahre alte Fossilien der Buchengewächse entdeckt. Zu diesen Blütenpflanzen gehören nicht nur Buchen, sondern etwa auch Kastanien und Eichen. Die neuen Funde deuten darauf hin, dass sich diese Pflanzen entgegen bisheriger Annahmen im Süden entwickelt haben könnten, notieren die Forscher im Fachblatt SCIENCE. Bislang wurden frühe Vertreter dieser Gruppe nur auf der Nordhalbkugel nachgewiesen. Die Fossilien sind rund acht Millionen Jahre älter als die bisher bekannten ältesten Vertreter dieser Gattung. Die Forscher entdeckten bei ihrer Langzeitausgrabung nicht nur fossile Blätter, sondern auch Früchte und Samen. Insgesamt konnten die Paläontologen rund 200 Pflanzenarten nachweisen.

Quelle: Science        

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