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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft24.07.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Selbst anpassungsfähige Tiere können beim Klimawandel nicht mehr mithalten +++ Methoden zur Anonymisierung von Daten offenbar unzureichend +++ Ein Apfel enthält ungefähr 100 Millionen Bakterien +++ das Arbeitsgedächtnis von Schimpansen funktioniert ähnlich wie das unsrige +++ "LightSail2" hat sein Sonnensegel ausgefahren

Von Kathrin Baumhöfer

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Selbst anpassungsfähige Tiere können beim Klimawandel nicht mehr mithalten

Ein internationales Team von Forschenden hat das am Beispiel häufiger Vogelarten gezeigt. So seien etwa Kohlmeisen, Elstern und Rauchschwalben in der Lage, ihre Brutzeit zu verschieben, um dafür zu sorgen, dass der Nachwuchs in einer Zeit groß wird, in der es viel Futter gibt. Inzwischen aber steige die globale Temperatur so stark, dass viele Tiere nicht mehr hinterherkommen. Als Folge könnten deshalb Arten aussterben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten Daten aus mehr als 70 Studien analysiert. Ihr eigener Fachartikel ist nachzulesen im Magazin Nature Communications.

Die Leiterin der Forschergruppe vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung verweist außerdem darauf, dass wegen des Studiendesigns ja nur Daten zu häufigen Vogelarten analysiert werden konnten, von denen bekannt ist, dass sie mit dem Klimawandel gut umgehen.

Prognosen für das Überleben von seltenen oder gefährdeten Arten könnten daher noch pessimistischer ausfallen.

Quellen: Nature Communications, Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung


Aktuelle Methoden zur Anonymisierung von Daten sind offenbar unzureichend

Das legen Ergebnisse einer Studie nahe, die gerade im Fachmagazin Nature Communications erschienen ist. Sie beruht auf einer neuen statistischen Methode, die eine sehr genaue Schätzung darüber erlaubt, ob eine Person aus einem zuvor komplett anonymisierten Datensatz wieder re-identifiziert werden kann – selbst dann, wenn dieser Datensatz große Lücken hat.

Die Autoren rechnen vor, dass man beispielsweise 99,98 Prozent der US-Amerikaner identifizieren könnte, wenn man jeweils 15 demografische Merkmale kennt – also etwa Geburtsdatum, Postleitzahl, Geschlecht und Zahl der Kinder.

Die Wissenschaftler verweisen außerdem darauf, dass solche anonymisierten Datensätze Grundlage vieler Studien sind. Hinsichtlich der Wahrung der Privatsphäre sei es bedenklich, dass solche Daten in großem Stil erfasst und verwendet würden.

Quelle: Nature Communications


Ein Apfel enthält ungefähr hundert Millionen Bakterien

Und abwaschen kann man sie nicht alle, denn viele davon stecken im Fruchtfleisch und in der Schale. Eine schlechte Nachricht ist das nicht: Insbesondere bei Bio-Äpfeln fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Graz eine große Vielfalt, darunter Milchsäurebakterien und solche, die als natürliche Geschmacksverstärker gelten wie Methylobakterien.

Bei konventionell angebauten Äpfeln war die Gesamtzahl der Bakterien in etwa gleich. Es gab aber weniger Vielfalt. Außerdem wurden auch potenziell krankheitserregende Keime wie Escherichia und Shigella nachgewiesen.

Für die Verteilung im Apfel gilt: Wer das Kerngehäuse weglässt, lässt auch 90 Prozent der Bakterien liegen.

Die Studie ist im Fachmagazin Frontiers in Microbiology erschienen.

Quelle: Frontiers in Microbiology


Das Arbeitsgedächtnis von Schimpansen funktioniert ähnlich wie das unsrige

Das schließen Anthropologen aus Versuchsreihen, in denen die Tiere aus einer Reihe von Behältern diejenigen auswählen sollten, die Futter enthielten. Dabei konnten sie zuvor beobachten, in welche Behälter das Futter gefüllt wurde. Die Kisten und Kästchen unterschieden sich außerdem in Form und Farbe – wurden aber zwischen jedem Durchgang für fünfzehn Sekunden abgedeckt und manchmal auch vertauscht.

Die meisten Schimpansen waren mindestens vier Mal erfolgreich – ein junges Tier schaffte sogar mehr als sieben Treffer.

Als Unterscheidungsmerkmale nutzten die Tiere das Aussehen der Behälter und deren Position.

Der größte Unterschied zum Verhalten von Menschen: Die Schimpansen kamen nicht auf die Idee, die Reihe der Behälter nacheinander etwa von links nach rechts in Angriff zu nehmen.

Nachzulesen sind Versuchsaufbau, Messdaten und Ergebnisse in den Proceedings der britischen Royal Society.

Quelle: Proceedings of the Royal Society B


"LightSail2" hat sein Sonnensegel ausgefahren

Und das ist das entscheidende Accessoire des Satelliten. Er soll mindestens einen Monat lang um die Erde segeln – angetrieben ausschließlich durch den Impuls der Photonen der Sonne. In den kommenden 30 Tagen wollen die Wissenschaftler der privaten "Planetary Society" die elliptische Umlaufbahn des Satelliten gezielt verändern – und so beweisen, dass ein Antrieb per Strahlungsdruck funktionieren kann.

Auf ihrer Internetseite kann man verfolgen, wo sich der Satellit gerade befindet.

Das Sonnensegel ist 32 Quadratmeter groß und ultradünn, der Satellit selbst wiegt um die fünf Kilo. Das Projekt wurde zu einem Großteil aus Spenden finanziert.

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA hatte ähnliche Missionen gestrichen, will aber im kommenden Jahr eine Raumsonde mit Sonnensegel zu einem erdnahen Asteroiden schicken.

Quellen: The Planetary Society, The New York Times

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