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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft17.10.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Menschlicher Speichel verrät unsere Nahrungsvorlieben +++ Nikotin wirkt über Umwege auch auf die Bauchspeicheldrüse +++ Aerosolpartikel sorgen in den Tropen für hellere Wolken +++ Schon vor 200.000 Jahren lebten Menschen auf Inseln im Mittelmeer +++ Die schnellste Ameise der Welt flitzt durch die Sahara

Von Magdalena Schmude

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Menschlicher Speichel verrät unsere Nahrungsvorlieben

Ein Forscherteam aus den USA hat untersucht, wie sich der Speichel von Menschen von dem von Schimpansen und Gorillas unterscheidet. Das Ergebnis: Menschlicher Speichel ist wässeriger als der unserer nahen Verwandten und enthält andere Mengen von bestimmten Proteinen. Vor allem mehr Amylasen, die für die Spaltung von Stärke wichtig sind sowie Enzyme, die den Fettstoffwechsel unterstützen. Das berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Molecular Biology and Evolution.

Die Unterschiede lassen sich mit dem im Lauf der Evolution veränderten Esseverhalten des Menschen erklären. Da gekochtes Essen nicht mehr lange gekaut werden muss und schnell geschluckt werden kann, muss der Speichel wässeriger sein. Um Getreideprodukte und Fleisch besser verdauen zu können, sind mehr von den entsprechenden Enzymen enthalten.

Dafür fehlt ein anderes Eiweiß im menschlichen Speichel ganz. Das sogenannte Lathrin wirkt wie ein Reinigungsmittel und macht Spucke schaumig. Weil Menschen keine Fellpflege mehr betreiben müssen, sei dieses Protein überflüssig geworden und schließlich verschwunden, vermuten die Wissenschaftler.

Quelle: Molecular Biology and Evolution


Nikotin wirkt über Umwege auch auf die Bauchspeicheldrüse

Und steigert bei Rauchern so das Risiko, an Typ 2 Diabetes zu erkranken. Das haben US-amerikanische Mediziner entdeckt. Den genauen Mechanismus, den die Forschenden in Ratten aufgeklärt haben, beschreiben sie in der Fachzeitschrift Nature.

Nikotin wirkt im Gehirn auf ein Gen, das zum einen für die Suchtwirkung verantwortlich ist. Zum anderem wirkt es indirekt auf die Bauchspeicheldrüse, die dadurch weniger Insulin ins Blut abgibt, was den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Das erhöht auf Dauer die Wahrscheinlichkeit Diabetes zu entwickeln. Der erhöhte Blutzucker wirkt außerdem in einer Feedbackschleife auf das Gehirn und verstärkt so die Abhängigkeit von Nikotin.

Quelle: Nature


Aerosolpartikel sorgen in den Tropen für hellere Wolken

Aufsteigende Luftmassen transportieren Gase in den Tropen besonders weit in die obere Atmosphäre, wo diese zunächst winzige Aerosolpartikel bilden. Mit der Zeit wachsen die Partikel, bis sie schließlich groß genug sind, um als Kristallisationskeime für die Wolkenbildung zu dienen. Durch das Zusammenkleben mehrere Partikel sowie die Kondensation von zusätzlichem Gas in einer Wolke können die Teilchen schließlich so groß werden, dass sie deren optische Eigenschaften verändern. Das haben Wissenschaftlerinnen aus den USA und Österreich herausgefunden. Die helleren Wolken reflektieren das Sonnenlicht stärker und kühlen so die Atmosphäre. Ihre Ergebnisse stellen die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature vor.

Quelle: Nature


Schon vor 200.000 Jahren lebten Menschen auf Inseln im Mittelmeer

Ein internationales Forscherteam hat auf der griechischen Insel Naxos Steinwerkzeuge und Waffen ausgegraben, die zeigen, dass hier bereits zur Zeit der Neandertaler Frühmenschen lebten. Bisher ging man davon aus, dass erst deutlich später Menschen auf die Mittelmeerinseln kamen, als sie in der Lage waren, seetüchtige Boote zu bauen. Der Fund stellt auch die bisherigen Theorien über die Wanderung der ersten Menschen von Afrika nach Europa in Frage. Die Forscher vermuten, dass während der Eiszeit der Meeresspiegel teilweise so niedrig war, dass ein Landweg  zu den Inseln entstand. Ihre Studie stellen die Forschenden in der Fachzeitschrift Science Advances vor.

Quelle: Science Advances


Die schnellste Ameise der Welt flitzt durch die Sahara

Die Silberameise kann Geschwindigkeiten von bis zu 85 cm pro Sekunde erreichen. Das haben Insektenforscherinnen der Universität Ulm gemessen. Dabei bewegen die winzigen Tiere ihre Beine bis zu 47mal pro Sekunde, wie die Forschenden im Journal of Experimental Biology schreiben.

Ein Grund für die hohe Geschwindigkeit der Ameisen ist die Temperatur des Untergrunds. In der Mittagshitze kann der Sand in der Sahara bis zu 60 Grad Celsius heiß werden. Dann laufen die Silberameisen am schnellsten. Bei kühleren Temperaturen von 10 Grad Celsius bewegen sie sich nur noch mit 5,7 Zentimetern pro Sekunde vorwärts.

Um außerdem nicht im heißen Sand zu versinken, koordinieren die Tiere ihre sechs Beine besonders geschickt. Bei jedem Schritt bleiben drei Beine am Boden und verteilen so das Gewicht des Körpers möglichst gut. Nach nur 7 Millisekunden heben die Ameisen diese Beine wieder und die übrigen drei berühren den Boden.

Quelle: Journal of Experimental Biology

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