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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft28.11.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Das IT-Unternehmen Celonis hat den Deutschen Zukunftspreis gewonnen +++ Forschenden aus China haben ein gigantisches Schwarzes Loch entdeckt +++ Der Klimawandel bedroht seltene Pflanzenarten +++ Der Neandertaler hatte einfach Pech +++ Ein eingebauter Frostschutz macht Grünkohl wohlschmeckender +++ Ein fleischfressender Dinosaurier bekam besonders häufig neue Zähne

von Magdalena Schmude

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Endrunde Deutscher Zukunftspreis 2019 Spezialsoftware für bessere Prozesse

Das IT-Unternehmen Celonis hat den Deutschen Zukunftspreis gewonnen

Die Gründer der Firma aus München haben eine Software entwickelt, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Fehler in Prozessen sichtbar macht. Dazu werden die dazugehörigen Daten ausgewertet und mögliche Schwachstellen erkannt, zum Beispiel Engpässe oder Abweichungen von Zielvorgaben. So können Einsparpotentiale erkannt werden. Den Preisträger sowie die anderen diesjährigen Nominierten haben wir in Forschung aktuell in dieser Woche genauer vorgestellt.

Der Deutsche Zukunftspreis wurde gestern Abend in Berlin von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier verliehen. Er ist mit 250.000 Euro Preisgeld verbunden und wird jedes Jahr für herausragende Innovation in Wirtschaft, Medizin und Technik vergeben.

Quelle: Deutscher Zukunftspreis


Forschenden aus China haben ein gigantisches Schwarzes Loch entdeckt

Das Schwarze Loch LB1 ist etwa 70 Mal so massereich wie die Sonne und stellt damit gängige Theorien zur Entstehung solcher Himmelsobjekte in Frage. Denn die sagen voraus, dass Schwarze Löcher nur das 30fache der Masse der Sonne besitzen können. Ihre Entdeckung beschreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature.

Das riesige Schwarz Loch ist etwa 15.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und Teil eines Doppelsystems. Es wird von einem Begleitstern umkreist, der etwa acht Mal die Masse der Sonne hat.

Für seine Existenz gibt es bisher zwei mögliche Erklärungen. Entweder ist LB1 nicht bei der Explosion eines einzelnen Sterns entstanden, sondern aus der Verschmelzung von zwei Sternen hervorgegangen. Oder es handelt sich gar nicht um ein einzelnes Schwarzes Loch, sondern um zwei, die einander als Doppelsystem umkreisen.

Quelle: Nature


Der Klimawandel bedroht seltene Pflanzenarten

Das geht aus einer Datenbank hervor, die US-amerikanische Forscher angelegt haben. Die Datenbank erfasst 435.000 Pflanzenarten, gut ein Drittel davon gelten als außerordentlich selten, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Science Advances schreiben. Sie wachsen vor allem in Regionen der Erde, die einen besonders großen Artenreichtum aufweisen, wie zum Beispiel auf Costa Rica, Madagaskar oder in der Nähe des Äquators. Weil das Klima in diesen Regionen lange Zeit sehr stabil war, könnten sich Klimaveränderungen umso stärker auswirken und damit besonders die seltenen Pflanzen gefährden. Schon kleine Temperaturveränderungen könnten Einfluss auf die Wachstumszyklen der Pflanzen haben, schreiben die Forschenden.

Quelle: Science Advances


Der Neandertaler hatte einfach Pech

Und ist vor rund 40.000 Jahren nicht etwa ausgestorben, weil er vom Homo sapiens verdrängt wurde. Stattdessen führten normale Schwankungen der Population, wie eine geringe Geburten- und hohe Sterberate, eher zufällig zum Verschwinden der Urmenschen. Diese Theorie vertreten Paläo-Anthropologinnen aus den Niederlanden im Fachjournal PLOS ONE.

Die Forschenden simulierten die Entwicklung verschiedener Populationsgrößen mit bis zu 5.000 Individuen unter ungünstigen Bedingungen. Dazu gehören unter anderem die Abnahme der genetischen Fitness durch Inzucht sowie der Allee-Effekt, nachdem kleine, isolierte Gruppen unterhalb einer Mindestgröße immer irgendwann verschwinden. Nimmt man an, dass es zwischen 5.000 und höchstens 70.000 Neandertaler gab, zeigen die berechneten Szenarien, dass es in jedem Fall zu wenige von ihnen gab und sie früher oder später aussterben musste.

Quelle: PLOS ONE


Ein eingebauter Frostschutz macht Grünkohl wohlschmeckender

Grünkohl wird erst geerntet, wenn er mindestens einmal Frost ausgesetzt war. Denn dadurch verbessert sich sein Geschmack. Forschende der Jacobs University Bremen beschreiben jetzt im Fachmagazin Food Research International, worauf dieser Effekt beruht.

Bei kalten Temperaturen wandelt die Pflanze komplexere Kohlenhydrate in ihren Zellwänden in kürzere Zucker wie Fructose, Maltose und Raffinose um. Dadurch steigt die Anzahl der im Zellwasser gelösten Teilchen, was wiederum den Gefrierpunkt senkt. Dass die Zucker süß sind und der Kohl dadurch besser schmeckt, ist nur ein Nebeneffekt des Prozesses.

Quelle: International Food Research


Ein fleischfressender Dinosaurier bekam besonders häufig neue Zähne

Der Majungasaurus lebte vor etwa 70 Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Madagaskar und ernährte sich von Fleisch. Er kaute vermutlich auch auf den Knochen herum, um Nährstoffe daraus aufzunehmen. Weil seine Zähne deutlich weicher waren als die anderer Fleischfresser, nutzten sie sich dabei schneller ab und mussten häufiger ersetzt werden. Zu diesem Schluss kommen Forschende aus den USA in der Fachzeitschrift PLOS ONE. Die Annahmen beruhen auf Untersuchungen der Wachstumsringe von fossilen Zähnen sowie Tomographie-Aufnahmen von Folge-Zähnen, die noch im Kiefer vorhanden waren.

Ähnlich häufig wie der Majungasaurus ersetzten heute noch Haie ihre Zähne, wenn diese beim Angriff auf ein Beutetier abbrechen.

Quelle: PLOS ONE

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