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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft17.12.2019

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Sternengeburten können schubweise verlaufen +++ Grippe könnte vor Schnupfen schützen und umgekehrt +++ Start der Cheops-Mission zur Erkundung von Exoplaneten verschoben +++ Wissenschaftlerinnen stufen ihre Forschungsergebnisse zurückhaltender ein +++ In Deutschland wird es mehr Krebserkrankungen geben +++ In Deutschland gibt es immer weniger Brutvögel +++ Manche Mikroben stehen auf Steine +++

Von Michael Stang

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Sternengeburten können schubweise verlaufen

Zumindest deuten neue Daten an, dass die Entstehung von Sonnen im Zentrum der Milchstraße nicht kontinuierlich verlief. Das berichtet ein internationales Forschungsteam im Fachblatt NATURE Astronomy. Aus Aufnahmen des Hawk-I-Instruments am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) geht hervor, dass die Sterne im Zentrum der Milchstraße in zwei Schüben entstanden. Demnach erlebten die stellaren Geburten vor etwa acht Milliarden Jahren einen ersten Höhepunkt, danach gab es eine Pause von rund sechs Milliarden Jahren. Eine zweite Hochphase begann dann vor rund einer Milliarde Jahren. Bisher galt die Annahme, dass die Sterne in der vergleichsweise kleinen zentralen Scheibe der Galaxis kontinuierlich entstanden waren.

Quelle: NATURE Astronomy | MPG


Grippe könnte vor Schnupfen schützen und umgekehrt

Viruserkrankungen wie Influenza können das menschliche Immunsystem schwächen. Betroffene sind dadurch anfälliger für Sekundärinfektionen, die durch Bakterien ausgelöst werden, etwa Angina. Ob es ähnliche Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Virenerkrankungen gibt, war bislang unbekannt. Ein britisches Forschungsteam hat mithilfe von Daten Zehntausender Patienten untersucht, ob es eine Interaktion zwischen elf verbreiteten Virenstämmen gibt. Ihre Analyse präsentieren die Virologen im Fachblatt PNAS. Demnach haben Menschen, die an Influenza A erkrankt sind, ein deutlich geringeres Risiko, sich mit Schnupfen anzustecken und umgekehrt. Unklar ist jedoch, ob es sich dabei um einen kausalen Zusammenhang handelt. Diese Frage soll Gegenstand künftiger Forschungen sein, so die Studienautoren.

Quelle: PNAS


Der Start der Cheops-Mission zur Erkundung von Exoplaneten wurde verschoben

Knapp anderthalb Stunden vor dem für heute Morgen geplanten Start einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ist nach Angaben des Betreibers Arianespace der Start abgebrochen worden. Grund war ein Softwareproblem, hieß es. Die Rakete sollte unter anderem den 300 Kilogramm schweren "Cheops"-Satelliten ins Weltall bringen, der Planeten außerhalb unseres Sonnensystems untersuchen soll. Der nächste Starttermin ist für Mittwoch angesetzt. Cheops steht für Characterising Exoplanet Satellite und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumagentur ESA und der Schweiz.

Quelle: DLR | Agenturen


Wissenschaftlerinnen stufen ihre Forschungsergebnisse zurückhaltender ein

Das geht aus einer Studie eines internationalen Forschungsteams im Fachblatt BMJ bevor. Bei dem Projekt wurden erstmals geschlechtsspezifische Unterschiede in der sprachlichen Gestaltung der biomedizinischen Forschung untersucht. Dazu analysierten die Forschenden mehr als sechs Millionen klinische und biowissenschaftliche Publikationen. Dabei sahen sie, dass männliche Hauptautoren mit einer um bis zu 21 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit positives Framing in Überschriften und Zusammenfassungen verwenden. Mit positivem Framing wird eine Sprache bezeichnet, die die Ergebnisse als besonders wichtig einstuft. Demnach hatte die Verwendung positiver Wörter einen signifikanten Einfluss darauf, wie die Forschung von Lesern wahrgenommen wurde. Positives Framing war mit mehr nachfolgenden Zitierungen verbunden.

Quelle: BMJ | Uni Mannheim


In Deutschland wird es mehr Krebserkrankungen geben

Für das Jahr 2020 prognostiziert das Robert Koch-Institut eine Zunahme der neudiagnostizierten Krebserkrankungen von rund 510.000 Erkrankungsfällen. Zwar gebe es für viele Krebsarten eher rückläufige Erkrankungsraten, jedoch steigt die Gesamtzahl der Krebserkrankungen aufgrund der Alterung der Gesellschaft. In einer heute veröffentlichten Schätzung wurden 2016 in Deutschland rund 492.000 Krebserkrankungen diagnostiziert. Etwa die Hälfte der bösartigen Tumoren betrafen Brustdrüse (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500). Krebs gehört in Deutschland und weltweit zu den Haupttodesursachen.

Quelle: RKI


In Deutschland gibt es immer weniger Brutvögel

Das geht aus dem Nationalen Vogelschutzbericht 2019 hervor, den das Bundesamt für Naturschutz heute vorstellte. Demnach sei in den vergangenen zwölf Jahren ein Drittel der Vogelarten im Bestand zurückgegangen; betroffen seien vor allem Vögel in Agrarlandschaften wie Kiebitz und Rebhuhn. Positive Nachrichten gab es hingegen von einigen Großvogelarten. Demzufolge nehmen die Bestände von Seeadler, Uhu und Schwarzstorch dank intensiver Schutzmaßnahmen wieder zu. Zum Schutz der heimischen Vogelwelt seien jedoch weiter erhebliche Anstrengungen nötig. Der Vogelschutzbericht wird alle sechs Jahre an die EU-Kommission übermittelt. Er enthält Angaben zu 251 Brutvogelarten, 68 überwinternden und 34 durchziehenden Vogelarten.

Quelle: BfN


Manche Mikroben stehen auf Steine

Geoforschende der Universität von Wisconsin-Madison haben Bohrkerne aus Felsgestein in Puerto Rico gezogen, das Quarz und Diorit enthält. Dabei entdeckten sie eine ungewöhnlich hohe Zahl von Bakterien. Für ihre Experimente nahmen die Wissenschaftler eine besiedelte Gesteinsprobe und kultivierten sie über zwei Jahre im Labor. Zusätzlich lagerten sie eine sterilisierte Gesteinsprobe ein. Die Analysen zeigten, dass das Gestein mit den Mikroben im Gegensatz zur sterilen Kontrollprobe deutliche Ansätze einer Verwitterung zeigte, heißt es im Fachblatt PNAS. Zudem hatten sich die Bakterien im Gestein vermehrt und das Molekül ATP produziert. Da in dem Gestein kein organisches Material vorhanden war, mussten sich die Mikroben rein anorganisch ernährt haben. Demnach produzieren die Bakterien Proteine, mit denen sie das im Gestein enthaltene Eisen oxidieren, wodurch sie Energie gewinnen. In der Folge verwittert das Gestein, so die Studienautoren.

Quelle: PNAS           

       

 

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