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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft04.03.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Honeywell feiert einen Durchbruch bei Quantencomputern +++ Pestizide behindern die Hirnentwicklung von Hummellarven +++ Eine Alzheimer-Diagnose könnte künftig auch per Bluttest möglich sein +++ Süßstoffe werden in Kombination mit Kohlenhydraten schädlich +++ Europa soll klimaneutral werden +++ Italien erwägt, alle Universitäten und Schulen zu schließen

Von Lucian Haas

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Honeywell feiert einen Durchbruch bei Quantencomputern

Bislang galten Google und IBM als führend bei der Entwicklung von Quantencomputern. Doch jetzt hat sich ein neuer Hersteller mit einem Paukenschlag ins Gespräch gebracht. Der US-Konzern Honeywell präsentierte einen eigenen Quantencomputer, der die Fähigkeiten seiner Konkurrenten übertreffen soll. Die Leistung eines Quantenrechners wird als Quantenvolumen bezeichnet. Der Quantencomputer von Honeywell soll bereits ein Quantenvolumen von 16 erreichen und damit auf der Höhe von IBMs System Q One liegen. In drei Monaten könnte laut Honeywell das Quantenvolumen aber schon auf 64 steigen. Und mehr noch: Das Unternehmen rechnet mit einer Verzehnfachung der Leistung in den kommenden fünf Jahren, und zwar pro Jahr. Wie realistisch solche großspurigen Ankündigungen sind, muss sich erst noch zeigen. Honeywells Quantencomputer nutzt in Magnetfeldern gefangene Ionen als Qubits. Google, IBM und andere setzen hingegen auf supraleitende Qubits, die auf tiefgekühlten elektrischen Schaltkreisen basieren.

Quelle: Honeywell


Pestizide behindern die Hirnentwicklung von Hummellarven

Pestizide aus der Klasse der Neonicotinoide stehen schon länger im Verdacht, das Verhalten und die Orientierung von Bienen und Hummeln negativ zu beeinflussen. Bisher wurden entsprechende Studien mit erwachsenen Insekten gemacht. Forschende des Imperial College London haben jetzt erstmals untersucht, wie sich eine Belastung mit Neonicotinoiden auf Hummeln im Larvenstadium auswirkt. Mit einem speziellen Minitomographen verfolgten  sie die Entwicklung des Gehirns von Hummellarven. Dabei zeigte sich: Unter dem Einfluss von Neonicotinoiden blieben bestimmte Hirnbereiche in der Entwicklung zurück und erreichten nicht die gleiche Größe wie bei Larven, die keinen Neonicotinoiden ausgesetzt waren. Erwachsene Hummeln mit einer Nicotinoid-Belastung im Larvenstadium zeigten bei Tests verringerte Lernfähigkeiten. Die Studie ist in den Proceedings of the Royal Society B erschienen.

Quelle:  Proceedings of the Royal Society B


Eine Alzheimer-Diagnose könnte künftig auch per Bluttest möglich sein

Das legen die Ergebnisse einer Studie im Fachjournal Nature Medicine nahe. Forschende der University of California in San Francisco testeten, inwieweit sich bei Patienten mit einer nachgewiesenen Alzheimer-Demenz die für die Erkrankung typischen Tau-Proteine aus dem Gehirn im Blut finden lassen – und zwar in eindeutig höheren Konzentrationen als bei gesunden Probanden. Den Ergebnissen nach ist genau das möglich. Anhand der Menge der Tau-Proteine im Blut lasse sich eine Alzheimer-Demenz sogar von anderen Formen einer Demenz unterscheiden, berichten die Forscher. Der Bluttest erscheine ähnlich verlässlich wie das etablierte, aber viel aufwendigere Nachweisverfahren über eine Positronen-Emissions-Tomographie. Ein Schnelltest übers Blut könnte künftig helfen, bei Patienten mit einem Verdacht auf Alzheimer entweder Entwarnung zu geben oder eine frühzeitige Behandlung einzuleiten, um die Entwicklung der Alzheimer-Demenz zu verlangsamen.

Quelle: Nature Medicine


Süßstoffe werden in Kombination mit Kohlenhydraten schädlich

Zucker macht dick und erhöht das Karies-Risiko. Viele Verbraucher setzen deshalb auf Produkte mit Zuckerersatzstoffen als Alternative. Doch auch die stehen zunehmend im Ruf, gesundheitsschädliche Wirkungen zu haben, indem sie unter anderem die Wahrnehmung für Süßes herabsetzen und eine Glucose-Intoleranz auslösen können. Ein Forschungsteam der Yale University hat jetzt in Experimenten mit dem Süßstoff Sucralose beobachtet: Derlei Effekte treten nur auf, wenn der Süßstoff in Kombination mit Kohlenhydraten konsumiert wird – etwa wenn man eine Diät-Cola trinkt und dazu Pommes ist. Sucralose allein führte zu keinen negativen Effekten auf den Stoffwechsel. Bei den Versuchen mussten Probanden mit Sucralose gesüßte Getränke zu sich nehmen, die mal zusätzlich das geschmacksneutrale Kohlenhydrat Maltodextrin enthielten, mal nicht. Dabei erfassten die Wissenschaftler die Glucose-Toleranz und die Geschmackswahrnehmung der Probanden. Zusätzlich überprüften sie mithilfe der Magnetresonanztomographie, wie deren Gehirn auf Süßes reagierte, je nachdem ob die Probanden ein Getränk mit normalen Zucker, Sucralose oder Sucralose plus Maltodextrin erhielten. Die Studie ist im Fachmagazin Cell Metabolism erschienen

Quelle: Cell Metabolism


Europa soll klimaneutral werden

Und zwar verbindlich bis zum Jahr 2050. Das sieht der Entwurf eines europäischen Klimagesetzes vor, den die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute in Brüssel vorgestellt hat. Klimaneutral heißt: Europa dürfte 2050 nur noch Treibhausgase in Mengen emittieren, die von der Natur oder mit technischer Hilfe auch wieder komplett gebunden werden können. Das würde die Abkehr von Öl, Kohle und Gas bedeuten. Trotz dieses vielversprechenden Zieles kritisierten Umweltschützer den Entwurf. Sie vermissen darin unter anderem verbindliche Reduktionsziele in Form einer definierten Obergrenze der CO2-Emissionen für die kommenden Jahrzehnte. Fachleute halten das für zwingend nötig, damit das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens noch eingehalten werden kann.

Quelle: Agenturen


Italien erwägt, alle Universitäten und Schulen zu schließen

Und zwar im gesamten Land, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Das berichten italienische Nachrichtenagenturen. Den Plänen nach sollen die Einrichtungen von morgen an erst einmal bis zum 15. März geschlossen bleiben. Aus dem italienischen Schulministerium hieß es, die Entscheidung darüber solle in den kommenden Stunden fallen. 

In Deutschland hat der Bund derweil beschlossen, die Beschaffung dringend benötigter medizinischer Schutzausrüstung zentral zu organisieren. Zugleich wurde ein Exportverbot für solche Güter verhängt. Atemmasken, Handschuhe und Schutzanzüge sind angesichts der Ausbreitung von Sars-CoV2 auf der ganzen Welt knapp. 

In den USA hat die Arzneimittelzulassungsbehörde FDA grünes Licht für erste klinische Tests eines potenziellen Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus gegeben. Der gesamte Prozess bis zur möglichen Zulassung würde aber mindestens ein oder eineinhalb Jahre dauern. 

Facebook kündigte an, Falschmeldungen und Posts mit Verschwörungstheorien über das Coronavirus aus dem Online-Netzwerk zu entfernen. Dabei sollen Einschätzungen globaler Gesundheitsorganisationen als Referenz dienen. 

Im Iran sind mittlerweile fast 3000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, darunter Vizepräsident Eschak Dschahangiri. 92 starben dort bereits an der Lungenkrankheit Covid-19. Auch aus dem Nachbarland Irak wurde ein erster Todesfall gemeldet.

Quelle: Agenturen

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