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StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft16.04.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Flugbahn eines Sterns bestätigt einmal mehr die Allgemeine Relativitätstheorie +++ Zucker wirkt aus dem Darm direkt auf das Gehirn +++ Die Eisschmelze legt einen alten Wikingerpfad in Norwegen frei +++ Hautzellen lassen sich in lichtempfindliche Photorezeptoren umwandeln +++ Ein besonders stabiles Hochdruck-Gebiet über Grönland könnte zur massiven Eisschmelze geführt haben +++ Flamingos bilden Freundschaften

Von Magdalena Schmude

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Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
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Die Flugbahn eines Sterns bestätigt einmal mehr die Allgemeine Relativitätstheorie

Der Stern S2 umkreist das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße. Jetzt ist es zum ersten Mal gelungen, seine Bahn genau zu beobachten. Ein internationales Astronomie-Team mit Wissenschaftlern der Europäischen Südsternwarte Garching hat dafür Aufnahmen des Very Large Telescope ausgewertet, das in der Atacama-Wüste in Chile steht. Die Bilder zeigen, dass die elliptische Bahn des Sterns, der dem Schwarzen Loch besonders nahe kommt, zu einer Rosette abgelenkt wird. Der Effekt, der als Schwarzschild-Präzession bezeichnet wird, war zuvor schon für die Umlaufbahn des Planeten Merkur um die Sonne gezeigt worden.

Ihre Studie stellen die Forschenden im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics vor. Sie basiert auf Teleskopaufnahmen über einen Zeitraum von knapp 30 Jahren.

Quelle: Astronomy&Astrophysics


Zucker wirkt aus dem Darm direkt auf das Gehirn

Und löst dort die Nachfrage nach mehr Zucker aus. Das berichten US-amerikanische Wissenschaftler, die entsprechende Untersuchungen an Mäusen durchgeführt hatten, im Fachmagazin Nature. Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse gelangen Informationen über den Zuckergehalt der aufgenommenen Nahrung ins zentrale Nervensystem. Zuckertransporter, in der Darmschleimhaut, die den Zucker ins Innere der Zellen befördern, aktivieren auch den Vagusnerv. Der leitet die Signale dann ins Gehirn weiter. Das Organ reagiert mit einer erhöhten Nachfrage nach Süßem.

Schalteten die Forschenden den Zuckersensor im Darm aus, fehlte die Antwort des Gehirns. Auch künstliche Süßstoffe lösten keine Reaktion aus. Ob es beim Menschen einen ähnlichen Mechanismus gibt, ist bisher nicht untersucht.

Quelle: Nature


Die Eisschmelze legt einen alten Wikingerpfad in Norwegen frei

Auf diesem Weg könnten in der Bronzezeit Waren aus der Region nach ganz Europa transportiert worden sein. Zu diesem Schluss kommen norwegische Archäologen, anhand von Gegenständen, die auf einem Bergpass des Jotunheimen-Gebirges vom schmelzenden Eis freigelegt worden waren. Weil die Forschenden dort besonders viele Kleidungsstücke, Schuhe, Wanderstöcke aber auch Hufeisen, Nägel und Pferdeknochen fanden, gehen sie davon aus, dass die Route über die Berge eine Art Hauptverkehrsstraße war, die die Region im Norden des Gebirges mit dem Süden verband. Eine ganzjährig stabile Schneedecke machte sie gut begehbar, vermuten die Wissenschaftler im Fachjournal Antiquity.

Quelle: Antiquity


Hautzellen lassen sich in lichtempfindliche Photorezeptoren umwandeln

Das haben Forschende aus den USA bei Versuchen mit Mäusen gezeigt. Dabei umgingen die Wissenschaftler den Zwischenschritt über Stammzellen, der bisher nötig war. Anschließend transplantierten sie die Photozellen in die geschädigte Netzhaut der Tiere. Einen Monat nach der Transplantation zeigte sich bei diesen Mäusen wieder ein Pupillenreflex. Damit reagiert das Auge auf die Veränderung von Lichtverhältnissen. Auch drei Monate nach der Transplantation waren die Photozellen noch aktiv, wie die Wissenschaftler im Fachjournal Nature berichten.
Um die Methode auf den Menschen zu übertragen, sind allerdings noch weitere Studien nötig.

Quelle: Nature


Ein besonders stabiles Hochdruck-Gebiet über Grönland könnte zur massiven Eisschmelze geführt haben

Bisher galten die erhöhten Temperaturen als Hauptauslöser der beinah-Rekord-Eisschmelze im Sommer 2019. Eine Studie aus den USA, die im Fachmagazin The Cryosphere, erschienen ist, zeigt jetzt einen weiteren Einflussfaktor. Ein ungewöhnlich stabiles Hochdruckgebiet über der Region könnte indirekt das Abschmelzen des Eises gefördert haben. An 63 von 92 Sommertagen herrschte in diesem Jahr über Grönland Hochdruck. In den Jahren 1981 bis 2010 waren es dagegen im Schnitt nur 28 Tage.
Der konstante Lufthochdruck hat Auswirkungen auf den Schneefall und die Aufnahme der UV-Strahlung sowie die Wolkenbildung und die Reflexion des Sonnenlichtes. Ein Phänomen, das auch als Albedo bekannt ist.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Satellitenbilder sowie Bodenmessdaten ausgewertet.

Quelle: The Cryosphere


Flamingos bilden Freundschaften

Ornithologen aus England haben fünf Jahre lang mehrere Flamingo-Gruppen beobachtet, die in einem Naturschutzgebiet in England leben. Dabei fiel ihnen auf, dass sich innerhalb der Verbände kleine Grüppchen aus drei oder vier Tieren bildeten, die ihre Zeit zusammen verbrachten. In der Fachzeitschrift Behavioural Processes berichten die Forschenden, das solche Bindungen vor allem im Frühling und Sommer entstanden, also während der Brutsaison. Da es aber sowohl gemischte Gruppen gab, als auch solche, die nur aus Männchen oder Weibchen bestanden, schlussfolgern die Wissenschaftler, dass es bei der Grüppchen-Bildung nicht um Fortpflanzung geht, sondern darum, sich gegenseitig zu unterstützen. Zum Beispiel bei der Futtersuche oder beim Schutz vor Raubtieren. Für dieses Theorie spricht auch, dass die Gesundheit eines Tieres für die Bindungen keine Rolle spielte.

Quelle: Behavioural Processes

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