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StartseiteSprechstundeWorauf es beim Essen mit Diabetes ankommt17.07.2018

ErnährungsberatungWorauf es beim Essen mit Diabetes ankommt

Wenn der Blutzuckerspiegel von Diabetes-Patienten trotz medikamentöser Behandlung weiterhin hoch bleibt, sind die Betroffenen schnell frustriert. Eine ernährungsmedizinische Beratung verspricht Hilfe.

Von Barbara Weber

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Kartoffeln, Drillinge, Bratkartoffeln in einer Pfanne, in der Küche eines Restaurants, *** Potatoes triplets fried potatoes in a pan in the kitchen of a restaurant  (imago stock&people)
Weniger Kohlenhydrate: Eine Ernährungsumstellung kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf von Diabetes-Patienten auswirken. (imago stock&people)
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Vielleicht lag es ja auch an seinen Lieblingsgerichten, dass Gewicht und Blutzucker nicht mehr stimmten?

"Am liebsten natürlich Kartoffeln, Nudeln."

Der 58-jährige Ole te Poel mag Kohlehydrate. Zu seinen Favoriten zählen auch einige Dickmacher wie zum Beispiel Chips.

"Chips, ja, da haben Sie jetzt natürlich mit dem Finger in der Wunde gebohrt, die esse ich natürlich schon mal gerne,  mich dann aber hinterher tierisch ärgere, dass ich das gemacht habe."

Es gibt noch andere Genüsse:

"Natürlich, der absolute Hit ist Wurst, Fleischwurst, ich glaub, da bin ich mit groß geworden, also von nix kommt nix."

"Kinderwurst" nannte man das, wenn die Kleinen beim Metzer eine Scheibe Wurst extra bekamen. So kam eins zum anderen.

Diagnose: Diabetes Mellitus Typ 2

Bei einer Größe von 1,75 Meter bringt Ole te Poel inzwischen 140 Kilo auf die Waage – und er wurde krank: Diabetes Mellitus Typ 2. Weil seine Werte immer schlechter wurden und die Medikamente nicht mehr richtig anschlugen, ist Ole te Poel in die Uniklinik Düsseldorf gekommen.

Nach der Untersuchung steht Ernährungsberatung auf dem Programm:

"Ich esse ja morgens immer zwei Scheiben Brot und mittags Kartoffeln, Gemüse und Fleisch und abends."

Der Patient berichtet der Diätassistentin Claudia Uecker von seinen Essgewohnheiten.

"Zwei Scheiben Brot haben Sie gesagt. Verwenden Sie Vollkornbrot?"

"Nach Möglichkeit ja. Also ich esse am liebsten Roggenmischbrot oder ich esse mit Körnern, also Vollkorn, Mehrkornbrot. Ja dann normale Wurst, so Mortadella."

"Verwenden Sie Streichfett?"

"Ja, die fettarme Butter."

"Fettreduziertes?"

"Ja, die hat, ich glaube, nur 39 Prozent Fett."

"Halbfett"

"Ist aber vom Geschmack her wie richtige Butter"

"Wenn Sie Wurst und Käse erwähnen, achten Sie bei der Auswahl schon auf den Energiegehalt? Gehen Sie ein bisschen sparsamer ran?"

"Ja …"

"… oder zählt der Geschmack?"

"… letztendlich der Geschmack. Was man ja auch ganz gut essen kann, was ich auch gerne esse, ist diese in Aspik. Da gibt es ja auch so eine Wurst, die ist mit Gemüse…"

"Geflügel"

"Da ist, glaube ich, nicht viel drin, und das esse ich dann schon mal."

Langfristige Änderungen

Gemeinsam mit Ole te Poel überlegt die ernährungsmedizinische Beraterin, was er beim Frühstücken noch verbessern könnte. Gut ist, dass er Tomaten- und Gurkenscheiben dazu isst, aber vielleicht könnte er noch Kohlehydrate sparen:

"Jetzt wäre an dieser Stelle, wenn Sie jetzt kontinuierlich sprechen von zwei Scheiben Brot, würde ich jetzt versuchen, mit Ihnen einen Kompromiss einzugehen, der da heißt: langsames Esstempo…"

"Problem!"

"Vielleicht auch noch – okay, aber das wäre ein Ziel – vielleicht ein kleines Schälchen Quark, von mir aus auch ein pikanter Quark, Eiweiß dazu, und langsam, weil Sie ja mit relativ hohen Nüchternwerten kommen …"

…. denn natürlich muss die Ernährungsumstellung unter Berücksichtigung der gemessenen Blutzuckerspiegel erfolgen …

"… von den zwei Scheiben Brot auf ein einhalb Scheiben Brot zu gehen. Das wäre so eine Entwicklung. Die braucht Zeit, die braucht auch Verständnis und ein bisschen Kreativität für die Umsetzung."

Es kommt auf die langfristigen Änderungen an, sagt Claudia Uecker, kurzfristige Erfolge durch Crashdiäten führten auf Dauer weder zur Gewichtsabnahme noch zur Senkung des Blutzuckers.

Das kann Ole te Poel nachvollziehen, allerdings ist er ein wenig traurig, den Kuchen zu reduzieren, sei kein Problem, aber:

"Kartoffeln, Nudeln,  das wird mir sehr schwer fallen, meistens ist das ja auch so das, wo man sich einschränken muss."

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