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StartseiteSternzeitAstronautinnen, meldet Euch!07.05.2021

Erste ESA-Ausschreibung seit 2008Astronautinnen, meldet Euch!

Exzellente Englischkenntnisse, Master in Naturwissenschaft, Belastbarkeit: Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt nach Astronauten. Die Besonderheit: Die Agentur sucht auch nach Menschen mit Behinderungen, die Para-Astronauten werden sollen.

Von Dirk Lorenzen

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Schwerelos, aber nicht im rechtsfreien Raum: ein Astronaut bei Arbeiten an der ISS (NASA)
Dienstliches Schweben im All: Arbeiten außen an der Raumstation (NASA)

Noch bis zum 28. Mai nimmt die ESA Bewerbungen von Menschen entgegen, die ins All fliegen wollen. Zum ersten Mal seit 13 Jahren sucht die Europäische Weltraumorganisation wieder Astronauten. Wer dienstlich in den Weltraum reisen will, muss mindestens einen Master in Naturwissenschaft oder Technik sowie drei Jahre Berufserfahrung haben – dazu zählen auch die Jahre einer Doktorarbeit.

Exzellente Englischkenntnisse sind nötig, zudem das Beherrschen einer weiteren Sprache. Weil nach der mehrjährigen Ausbildung Zeit für mindestens zwei Weltraummissionen sein soll, dürfen die Bewerber nicht älter als 50 Jahre sein.

Der Geologe Harrison Schmitt beim Einsammeln von Mondgestein  (Apollo 17/NASA)Bald auch mit ESA-Logo am Arm? Ein US-Astronaut auf dem Mond (Apollo 17/NASA)

Noch wichtiger als die akademische Ausbildung sind Teamfähigkeit, Belastbarkeit und interkulturelle Kompetenz. Derzeit hat die ESA sechs Männer und nur eine Frau in ihrem Corps. Daher ermutigt man ausdrücklich Frauen, sich zu melden – vor 13 Jahren kam nur jede sechste Bewerbung von einer weiblichen Kandidatin.

In diesem Jahr startet die ESA ihr einzigartiges Paraastronauten-Projekt. Menschen mit unter 130 cm Körpergröße, einer Fuß- oder Unterschenkelprothese oder unterschiedlich langen Beinen werden dringend um eine Bewerbung gebeten. Im Herbst nächsten Jahres dürften vier bis sechs neue Namen auf der Astronautenliste der ESA stehen. Aus einer Reservegruppe sollen eventuell später einzelne Personen nachrücken.

Gegen Jahresende fliegt mit Matthias Maurer der zwölfte deutsche Mann ins All. Die dreizehnte Person aus Deutschland muss dann endlich eine Frau sein.

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