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StartseiteSternzeitKein Nachschub für den Sonnenofen30.08.2019

Erstmals Komet von Satellit entdecktKein Nachschub für den Sonnenofen

Um die scheinbar unerschöpfliche Energiequelle der Sonne zu erklären, vermuteten manche Forscher im 19. Jahrhundert, dass in die Sonne stürzende Meteoriten und Kometen für einen ständigen Nachschub verantwortlich wären.

Von Hermann-Michael Hahn

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Die Bahn des Kometen Solwind 1 führte tief ins Sonneninnere – ob der Komet wirklich in die Sonne gestürzt ist oder zuvor verglühte, bleibt allerdings ungeklärt  (NASA)
Die Bahn des Kometen Solwind 1 führte tief ins Sonneninnere – ob der Komet wirklich in die Sonne gestürzt ist oder zuvor verglühte, bleibt allerdings ungeklärt (NASA)

Der Physiker und Physiologe Hermann von Helmholtz hat diese Annahme widerlegt: Dazu hätte so viel Materie in die Sonne stürzen müssen, dass diese Materiewolke sich auch anders würde nachweisen lassen – was aber nicht zutraf.   

Tatsächlich wurde erst heute vor 40 Jahren zum ersten Mal beobachtet, wie ein Komet in die Sonne stürzte. Damals registrierte der amerikanische Solwind-Satellit zur Erkundung der Sonnenkorona ein helles Objekt mit ausgeprägtem Schweif, das sich offenbar auf Kollisionskurs mit der Sonne befand.

Der Komet mit der Bezeichnung C/1979 Q1 Howard-Koomen-Michels war der erste überhaupt, der von einem Satelliten gefunden wurde. Wie viele weitere, die später unter anderem von der Sonnensonde SOHO entdeckt wurden, gehörte er vermutlich der Kreutz-Gruppe an.

Der Komet Solwind 1 war der Erste, dessen Sturz in die Sonne – zumindest indirekt – vor 40 Jahren mit einem Satelliten verfolgt werden konnte (NASA)Der Komet Solwind 1 war der Erste, dessen Sturz in die Sonne – zumindest indirekt – vor 40 Jahren mit einem Satelliten verfolgt werden konnte (NASA)

Diese Gruppe von Kometen ist möglicherweise vor etlichen Jahrhunderten durch das Auseinanderbrechen eines ursprünglich sehr großen Kometenkerns in der Nähe der Sonne entstanden.

Sie zeichnen sich durch eine gemeinsame Bahnneigung und einen sehr geringen minimalen Sonnenabstand aus. Auch der berühmte Komet Ikeya-Seki, der 1965 sogar mit bloßem Auge am Tageshimmel direkt neben der Sonne sehen war, gehört zu dieser Gruppe – abgestürzt ist er aber nicht.

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