Dienstag, 07. Dezember 2021

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Essays über das Wandern„Wandern ist etwas herrlich Demokratisches“

Florian Werner ist vielfältig unterwegs, als Musiker, als Radiomann, als Philosoph - und er wandert gern. Innerhalb eines Jahres legt er jetzt sein zweites Buch über die junge Kulturtechnik vor. „Das Freiheitsmoment ist das Tollste am Wandern“, erläutert Werner im Deutschlandfunk.

Florian Werner im Corsogespräch mit Ulrich Biermann | 21.08.2019

Florian Werner steht in einem dunklen Mantel vor einer dunklen Wand und schaut freundlich in die Kamera.
Florian Werner, rastend. (Carolin Saage)
Dreißig essayistische Streifzüge durch Kultur, Geschichte und Gegenwart versammelt das kleine Buch. Es gibt kundig Auskunft über das Wandern in Malerei, Musik, Dichtung und Philosophie von A wie Aufbruch bis Z wie zwecklos.
Um den Schritt im Rythmus zu halten, singe er gerne beim Wandern, so Werner. Viele Jahrhunderte sei das "zu Fuß unterwegs sein" eine Notwendigkeit gewesen, um Handel zu treiben, Beeren zu sammeln oder neue Wohnorte zu erschließen.
"Was wir wandern nennen, entsteht erst mit der Moderne."
Im späten Achtzehnten Jahrhundert, in dieser Schwellenzeit, sei der Bürger plötzlich selbstbewußt zu Fuß gegangen, im Gegensatz zum Adeligen, der in seiner Kutsche als eingesperrt wahrgenommen wurde. In diesem Sinne, folgert Werner, habe das Wandern auch mit Freiheit sehr viel zu tun, außerdem sei es dem Denken und Philosophieren zuträglich.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.
Florian Werner: Auf Wanderschaft - Streifzüge durch Natur und Sprache
Dudenverlag Berlin, 2019. Seiten, 160 Seiten, 15 Euro.