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Ethik-Kommission eingesetzt
Welche Entscheidungen darf ein selbstfahrendes Auto treffen?

Ein Auto fährt eine Straße entlang, es muss einem Hindernis ausweichen, links eine Frau mit Kinderwagen, rechts ein Rentner. Wie würden Sie entscheiden? Solche Fragen müssen autonom fahrende Autos in Zukunft selbst entscheiden. Den Rahmen dafür soll eine Ethik-Kommission abstecken. Sie hat heute ihre Arbeit aufgenommen.

Von Stefan Maas | 30.09.2016

Ein mit Bosch-Technik ausgestattetes Fahrzeugdes Typs Jeep Cherokee steuert am 07.01.2015 in Las Vegas, USA, im Rahmen der CES (Consumer Electronics Show) selbst.
Zwei Grundsätze stehen laut Verkehrsminister Alexander Dobrindt schon fest: "Sachschaden geht immer vor Personenschaden. Und: Es darf keine Klassifizierung von Personen geben." (dpa)
Zeitunglesen, E-Mails schreiben, Film anschauen: Irgendwann könnte das zu den normalen Beschäftigungen eines Autofahrers gehören. Dann nämlich, wenn der Computer übernimmt. Diese Technik aber wirft Fragen auf – rechtliche, um die sich die Politik kümmern muss. Etwa: Wer haftet bei einem Unfall mit einem autonom fahrenden Fahrzeug? Und ethische. Die soll eine 14-köpfige Expertengruppe unter Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio im Auftrag des Bundesverkehrsministers diskutieren. Diese Ethikkommission hat heute ihre Arbeit aufgenommen. Eins der Themen: Welche Entscheidungen darf das Auto treffen, während der Fahrer mit etwas anderem beschäftigt ist?
Zwei Grundsätze stehen schon jetzt fest, sagt Verkehrsminister Alexander Dobrindt: "Sachschaden geht immer vor Personenschaden. Und ein weiterer Grundsatz heißt: Es darf keine Klassifizierung von Personen geben."
Heißt zum Beispiel: Muss ein Fahrzeug ausweichen, darf es nicht so programmiert sein, dass es beispielsweise das Leben einer Frau mit Kinderwagen höher wertet als das einer älteren Person, die gerade alleine unterwegs ist.
Für den Kommissionsvorsitzenden Di Fabio wirft das die grundlegende Frage auf: "Erlaubt man überhaupt eine Technik, die in ein solches Dilemma kommt?" Gehe man aber davon aus, dass diese Technik komme, dann stelle sich in der Tat die Frage:
"Wie priorisiert man, wenn man nur noch die Wahl hat, verschiedene Schäden in Kauf zu nehmen?"
Deutschland sei das erste Land weltweit, dass zur Klärung dieser Fragen eine solche Kommission eingesetzt habe, erklärte Verkehrsminister Dobrindt vor der Auftaktsitzung. Mitte nächsten Jahres soll die Kommission ihren ersten Zwischenbericht vorlegen.