
Šefčovič sagte im "Interview der Woche" des Deutschlandfunk, er begrüße den deutsch-französischen Vorstoß in der Handelspolitik gegenüber China. Demnach soll die EU-Kommission die Möglichkeit erhalten, kurzfristig auf unfaire Handelspraktiken reagieren zu können. Beide Regierungen hatten am Montag ein informelles Papier für den EU-Gipfel in der kommenden Woche vorgelegt. Die EU-Kommission soll demnach in die Lage gebracht werden, China bei Wettbewerbsverzerrungen oder unfairen Handelspraktiken innerhalb von nur wenigen Tagen mit Strafmaßnahmen zu belegen.
EU arbeitet an wirkungsvollerem Handelsschutz
Šefčovič erläuterte, die Europäische Union arbeite intensiv daran, die Handels-Schutzinstrumente so zu gestalten, dass sie schneller, zielgerichteter und wirkungsvoller eingesetzt werden könnten. Eine schnellere Entscheidungsfindung könnte eine Änderung der Abstimmungsmuster erfordern. Die Staats- und Regierungschefs müssten sich mit der Frage befassen, ob sie diesen Weg einschlagen wollten. Dafür wären Gesetzesänderungen erforderlich, betonte Šefčovič im Dlf.
EU importiert viel mehr Waren aus China als umgekehrt
Die EU importiert deutlich mehr Waren aus China als umgekehrt, der Unterschied liegt inzwischen bei mehr als einer Milliarde Euro pro Tag. Brüssel wirft Peking vor, dieses Ungleichgewicht mit Staatshilfen absichtlich zu verstärken. Europäische Firmen befürchten zudem, China könnte sie im Falle eines Handelsstreits von Rohstoff- oder Halbleiterlieferanten abschneiden.
Der EU-Handelskommissar reist an diesem Donnerstag für zwei Tage nach Peking. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit Handelsminister Wang Wentao.
Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
