
In einer Stellungnahme der Behörde heißt es, die Angaben aus Deutschland rechtfertigten die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichend. Es fehle eine Erklärung, warum die vom Bundesinnenministerium angeführte Bedrohung an jedem einzelnen Grenzabschnitt identisch sein solle. Zudem gebe es keine Begründung, warum nicht ein kürzerer Zeitraum als sechs Monate für eine Verlängerung am geeignetsten erscheine. Die Europäische Kommission schlägt Deutschland und anderen Ländern stattdessen Alternativen vor, um Grenzkontrollen im Schengen-Raum schrittweise wieder abzubauen. Es gebe wirksamere Möglichkeiten, etwa nichtsystematische Polizeikontrollen oder mobile biometrische Identifizierungs-Technologie.
Die Bundesregierung hatte die Grenzkontrollen mehrfach verlängert, zuletzt um ein halbes Jahr bis Mitte September. Aus Sicht von Innenminister Dobrindt lässt sich damit etwa gegen kriminelle Schleuser vorgehen.
Nach Angaben der Kommission kontrollieren derzeit neben Deutschland noch Österreich, Dänemark, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, Slowenien und Schweden an ihren Grenzen zu anderen Schengenländern. Norwegen ist zwar kein EU-Mitglied, aber Teil des Schengenraums.
Die EU-Kommission ist nach europäischem Recht verpflichtet, zu solchen Grenzkontrollen eine Stellungnahme abzugeben, wenn sie mehr als ein Jahr andauern.
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Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
