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"Interview der Woche"
Evonik-Chef Kullmann warnt vor einem "energiepolitischen Desaster"

Der Vorstandsvorsitzende des Essener Chemiekonzerns Evonik, Kullmann, hat vor einem energiepolitischen Desaster gewarnt. Die Preise für Strom und Energie in Deutschland zählten weltweit zu den höchsten, sagte Kullmann im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks.

03.06.2023
    Der Firmenchef von Evonik, Christian Kullmann, hält eine Rede.
    Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, im Juli 2021 bei der Einweihung einer neuen Anlage des Essener Unternehmens in Marl. (AFP / INA FASSBENDER)
    Jede Industrie, jede Volkswirtschaft lebe von einer kostengünstigen Energieversorgung. Kullmann bekräftige Forderungen nach einem subventionierten Industriestrompreis. Die von der Bundesregierung angedachten sechs Cent pro Kilowattstunde für energieintensive Unternehmen seien zu wenig. Denn mit Steuern und Abgaben belaufe sich der Endpreis auf 20 Cent. Dabei habe Bundeskanzler Scholz einst niedrigere Preise in Aussicht gestellt.
    Der Evonik-Chef warnte vor einem Wirtschaftseinbruch. Der Standort Deutschland stehe angesichts der weltkonjunkturellen Entwicklung unter Druck. Man müsse aus dem - so wörtlich - ministerialbürokratischen Dickicht an Genehmigungsauflagen und Bewilligungsvorschriften ausbrechen, betonte Kullmann. Es brauche den Mut einer klaren politischen Richtungsentscheidung.
    Das komplette Interview mit Christian Kullmann können Sie hier hören.
    Diese Nachricht wurde am 03.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.