Prozess in Wien
Ex-Verfassungsschützer soll für Russland spioniert haben

Am Wiener Landesgericht hat ein Spionage-Prozess gegen einen hochrangigen Beamten des österreichischen Verfassungsschutzes begonnen.

    Der Hauptangeklagte Ex-BVT-Chefinspektor Egisto Ott steht im Prozess wegen Amtsmissbrauches und nachrichtendienstliche Tätigkeit zugunsten Russlands in einem Verhandlungssaal des Straflandesgericht Wien.
    Der Hauptangeklagte Egisto Ott (Roland Schlager / APA / dpa / Roland Schlager)
    Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Chefinspektor der Behörde, Ott, vor, Informationen aus Polizeidatenbanken an den russischen Geheimdienst übermittelt zu haben. Sein Kontakt nach Moskau soll der frühere Wirecard-Manager Marsalek gewesen sein, der in Russland untergetaucht ist. Ott muss sich außerdem wegen Missbrauch der Amtsgewalt und Bestechlichkeit verantworten. Der 63-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.
    Für die Verhandlung in Wien sind bisher zehn Verhandlungstage anberaumt. Beobachter sprechen von einem der größten Spionage-Prozesse in der Geschichte Österreichs.
    Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.