Donnerstag, 18. August 2022

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Festival Alte Musik Knechtsteden live
Künstlerisches Rheinland

In den bürgerlichen Salons lebte die Kunst. Profis und Laien machten gemeinsam Musik und nahmen an ihrer Entwicklung teil. Dieses Live-Konzert aus dem Kammermusiksaal des Deutschlandfunks gibt einen Eindruck, wie sich ein Abend im Salon angehört haben könnte.

Am Mikrofon: Thilo Braun | 12.10.2020

    In der Vogelperspektive: Vier Sängerinnen und Sänger stehen um einen Flügel herum, daran sitzen zwei junge Frauen.
    Sie "ersetzen" das Orchester im Rheinischen Musiksalon: Die Schwestern Danae und Kiveli Dörken begleiten die Sängerinnen und Sänger vierhändig am Klavier. (Deutschlandradio/Thomas Kujawinski)
    Anfang des 19. Jahrhunderts schreitet die Industrialisierung schnell voran. Es gibt bürgerliche Zirkel, in denen noch die alte Zeit mit Ideen der Aufklärung lebt. Es entsteht eine Epoche mit einer rasend schnell wachsenden Kultur, die nicht nur in den bürgerlichen Salons blüht. Sie ist populär und allgegenwärtig - über die sozialen Schichten hinweg. Große Förderer der Kunst sind Industrielle, die den Boom vor allem finanzieren.
    Viele der wichtigen Künstler von damals kennen wir noch heute. Chopin etwa, der in den rheinischen Städten die Menschen verzaubert, als er erst einmal den Weg aus Paris gefunden hatte. Robert Schumann lernt Johannes Brahms kennen und fördert das junge Genie maßgeblich vom Rheinland aus. Und schließlich ist da noch Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein Zeitzeuge berichtete von einer Musiksoirée in seinem Haus, bei der Mendelssohn eine breite Auswahl seiner damals jungen Werke vortrug.
    Das Konzertprogramm gibt einen Eindruck davon, mit welcher Musikvielfalt und Qualität die rheinischen Musiksalons ihr Publikum bereicherten.
    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Hebriden-Ouvertüre, op. 26 (in der Fassung für Klavier vierhändig)
    Ein Sommernachtstraum, op. 61 (in der Fassung für Klavier vierhändig)
    Intermezzo
    Ein Tanz von Rüpeln
    Lieder auf Texte von Heinrich Heine:
    Neue Liebe, op. 19a Nr. 4
    Gruß, op. 19a Nr. 5
    Auf Flügeln des Gesanges, op. 34, Nr. 2
    Morgengruß, op. 47, Nr. 2
    "Seid uns gnädig holde Götter" - Chor aus dem Oratorium "Paulus", op. 36 (in der Fassung für Soli und Klavier vierhändig)
    Lieder ohne Worte, op. 62
    Nr. 2 Allegro con fuoco
    Nr. 4 Allegro con anima
    Lieder ohne Worte, op. 67
    Nr. 1 Andante cantabile
    Frédéric Chopin
    Klaviersonate h-Moll, op. 58
    1. Satz - Allegro maestoso
    Johannes Brahms
    Liebeslieder-Walzer op. 52 (Auszüge)
    Kerstin Dietl, Sopran
    Magdalena Hinz, Mezzosopran
    Andreas Post, Tenor
    Carsten Krüger, Bass-Bariton
    Danae & Kiveli Dörken, Klavier
    Aufnahme vom 20.9.2020 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal