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FIFA Frauen WMQuotenrekorde im Sommerloch

Die FIFA Frauen WM sorgte in vielen Ländern für Rekord-Einschaltquoten. In Deutschland wollten mehr als fünf Millionen TV-Zuschauer das Finale sehen, obwohl das DFB-Team ausgeschieden war. Auch der Frauenfußball profitierte damit von der konsequenten Vermarktung als TV-Event.

Von Heinz-Peter Kreuzer | 08.07.2019

Fans in Chicago während der Übertragung des Halbfinalspiels der FIFA Frauen WM zwischen den USA und England.
Die FIFA Frauen WM war ein Quotenrenner, nicht nur in den USA (Scott Olson / Getty Images / AFP)
In den USA jubelten die Fans über den WM-Titel - und der übertragende Sender Fox Sports 1 über die Quoten: Mehr als sieben Millionen Menschen sahen den Finalsieg der US-Amerikanerinnen gegen die Niederlande. Das waren 20 Prozent mehr als beim Männerfinale 2018 zwischen Frankreich gegen Kroatien.
Hohe TV-Quoten beim Finale - auch ohne DFB-Elf
Beim Finalgegner Niederlande wurde ebenfalls ein Rekord aufgestellt: Fünfeinhalb Millionen Oranjes, 88 Prozent aller Fernsehzuschauer, verfolgten das 0:2 gegen die USA.
Auch ohne deutsche Beteiligung war das Interesse am WM-Endspiel in Deutschland mit über fünf Millionen Menschen sehr gut. Die Begegnungen des deutschen Teams erzielten mit sechs bis acht Millionen Zuschauern hervorragende Quoten.
Branchenexperte: Trend zur Eventisierung
Für Manuel Weis, Chefredakteur beim Branchenportal Quotenmeter, keine Überraschung: Zum einen sei es Fußball, zum anderen gebe es derzeit das Sommerloch mit vielen Wiederholungen. Doch in erster Linie existiere im Sportfernsehen der Trend zur Eventisierung, hervorgerufen durch ein Überangebot an Übertragungen:
"Dieses Überangebot führt dazu, dass sich Fans einer bestimmten Sportart nicht mehr jedes Spiel oder jedes Wochenende ein Spiel anschauen wollen, sondern dass sie aber dann bei jedem Event vermehrt zuschauen. Und es ist jetzt bei der Frauen-Weltmeisterschaft zu erkennen, dass ein Finale ohne Deutschland sehr, sehr hohe Zuschauerzahlen generiert."
Auch in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Italien oder Frankreich verzeichneten die übertragenden Sender einen enormen Zuschauerzuwachs.