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StartseiteInterview"Wir sind tatsächlich schockiert"09.11.2016

Folgen der US-Wahl"Wir sind tatsächlich schockiert"

Die Grünen respektierten selbstverständlich den Wählerwillen in den USA, sagte der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour im DLF. Er frage sich aber, ob er viel Respekt aufbringen könne gegenüber einem Kandidaten, der mit Sexismus, Rassismus und Ignoranz das Land gespalten habe.

Omid Nouripour im Gespräch mit Sandra Schulz

Der Obmann von Bündnis 90/die Grünen des Untersuchungsausschusses, Omid Nouripour, gibt am 26.08.2013 nach der Sitzung des Drohnen-Untersuchungsausschusses im Paul-Löbe-Haus in Berlin ein Statement. (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
Der Grünen-Politiker Omid Nouripour (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
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Trump habe sehr stark versucht, das Deutschlandbild in den USA und in der Welt zu beschädigen, fuhr der stellvertretende Vorsitzende der Parlamentariergruppe Deutschland und USA fort. "Deutschland war ein permanentes Thema in seinen Hasstiraden. Deshalb ist es selbstverständlich, dass man sich da wehrt".

"Es ist der Job des Außenministers, darauf zu reagieren"

Nouripour kritisierte in diesem Zusammenhang den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier: "Es geht nicht um Gegenbeleidigungen, aber wenn ein Präsident permanent Deutschland beleidigt, dann finde ich ist es auch der Job des Außenministers, darauf zu reagieren und nicht immer nur daneben zu sitzen und zu sagen, ja, das geht mich jetzt nichts an". Das sehe man im Umgang mit anderen Persönlichkeiten wie dem türkischen Präsidenten Reccep Tayyip Erdogan. "Da niemals eine Grenze aufzuziehen und aufzuzeigen und nie was dagegen grundsätzlich zu sagen, führt eher zum Kontraproduktiven."

Nouripour ergänzte: "Wir haben es mit jemanden zu tun, der nicht die Koordinaten der Politik ändern will, sondern das Koordinatensystem beschädigt. Deshalb hat sich das niemand gewünscht, dass er gewählt wird. Aber selbstverständlich muss ein Außenminister so etwas wie ein modus vivendi finden mit dem neuen Außenminister der Vereinigten Staaten".

Hinweis: Das Gespräch können Sie mindestens sechs Monate lang als Audio-on-demand abrufen.

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