Dienstag, 24.11.2020
 
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StartseiteFormate des PolitischenAufmerksamkeit als kostbare Ressource in Krisenzeiten13.11.2020

Formate des Politischen 2020 Aufmerksamkeit als kostbare Ressource in Krisenzeiten

Aufmerksamkeit ist kostbar. In krisenhaften Zeiten wird das besonders deutlich. Doch wie von diesen Bedrohungen und Ungewissheiten reden? Wohin angesichts dramatischer Entwicklungen den Blick lenken? Und wer bestimmt, wer mitreden darf?

Formate des Politischen - Blick auf das Panel in der Bundespressekonferenz (Deutschlandradio / Simon Detel)
Coronabedingt werden die "Formate des Politischen" dieses Jahr nicht in bewährter Form stattfinden (Deutschlandradio / Simon Detel)
Mehr zum Thema

Coronavirus und Medien Christian Drosten bei #formate20

Der Tag Gendern im Radio - muss das sein?

In den vergangenen fünf Jahren kamen zum Dialogforum "Formate  des Politischen" Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Politik und Journalismus zusammen und traten mit Bürgerinnen und Bürgern in den Austausch. In diesem Jahr war alles anders. Wegen der angespannten Pandemielage mussten die bereits geplante Konferenz mit vielen interessanten Gästen leider absagen. Einige besonders spannende Diskussionen werden dafür als Sendungen in den Deutschlandfunk-Programmen und Podcasts veröffentlicht. Ein inhaltlicher Schwerpunkt bleibt dabei die Rolle der Medien in der Corona-Krise.

Ein zweiter Themenschwerpunkt der "Formate des Politischen 2020" sollten die internen Debatten in vielen Redaktionen über Meinungsvielfalt, Grenzen des Sagbaren und Teilhabe am politischen Diskurs sein. Dazu gehört auch die Diskussion über geschlechtergerechte Sprache im Radio, die uns ebenso wie viele Hörerinnen und Hörer beschäftigt. Wie wir sie in unseren Redaktionen führen, werden wir unter anderem in einer Sonderausgabe des Podcast "Der Tag" schildern.


 

Virus und Medien - Gespräch mit Christian Drosten

Im "Coronavirus-Update" erläutert Christian Drosten seit Monaten Studien und Wissenswertes zur Coronavirus-Pandemie. Gleichzeitig fühlte er sich immer wieder missverstanden oder unzulässig verkürzt dargestellt. Bei den "Formaten" sprach Christian Drosten mit Corinna Buschow, epd und Stephan Detjen, Chefkorrespondent von Deutschlandradio.

Sendung im Deutschlandfunk Kultur, "Wortwechsel" am 13.11., 18:05 Uhr
Deutschlandfunk, "Wissenschaft im Brennpunkt", 15.11., 16:30

Christian Drosten bei den "Formaten des Politischen" (Deutschlandradio / Simon Detel) (Deutschlandradio / Simon Detel)Coronavirus und Medien - Christian Drosten bei #formate20
"Mir ist zum ersten Mal klar geworden, dass es einen Unterschied gibt zwischen Wissenschaftsjournalismus und der großen Politikjournalismus-Bühne, wo man auch mal gezielt provoziert", sagte der Virologe Christian Drosten.

Kann man noch Fakten schaffen? Corona-Berichterstattung in den deutschen Medien

Teilnehmende: 
Sibylle Anderl, FAZ
Martin Hennig, Universität Passau
Veit Medick, Der Spiegel
Shakuntala Banerjee, ZDF
Moderation: Christian Rabhansl, Deutschlandfunk Kultur

Ausgestrahlt wird die Sendung außerdem im Deutschlandfunk, "Zur Diskussion", 18.11., 19:15 Uhr

28.02.2020, Berlin: Der Krisenstab der Bundesregierung kommt zu seiner Sitzung zusammen, um über weitere Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 zu beraten. (picture alliance/Kay Nietfeld/dpa) (picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)Corona-Berichterstattung - Viele Zahlen, wenig Kontext?
Mehr als 4.000 Neuinfektionen pro Tag – das sorgt derzeit für Schlagzeilen. Kritiker bemängeln die Fokussierung von Medien auf die Infektionszahlen. Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth hingegen betont im Dlf die Relevanz dieser Werte.

Sendetermine für weitere Formate

Freitag, 13.11., 17 Uhr ("Der Tag") 

Gendern im Radio – Muss das sein?

Das Bemühen um eine geschlechtergerechte Sprache polarisiert in der Hörerschaft des Deutschlandfunks ebenso wie in den Redaktionen. Wie prägt der Sprachwandel das Radio? Wie viel Standardisierung und wie viel individuelle Sprachvielfalt sollte es geben?

Ann-Katrin Büüsker, Deutschlandfunk
Christoph Schmitz, Deutschlandfunk
Bettina Schmieding, Deutschlandfunk

Auf einer Ausgabe des Duden formen Buchstaben das Wort Gender mit einem Gendersternchen am Ende. (Imago Images) (Imago Images)Gendern im Journalismus
Die Diskussion über geschlechtergerechte Sprache gibt es seit Jahrzehnten, in vielen Redaktionen ist es normal, nicht immer auf die männliche Form zurückzugreifen. Trotzdem ist das generische Maskulinum weiter überrepräsentiert.

Kim Petras bei einem Auftritt beim Milwaukee Pridefest (8.6.2019) (www.imago-images.de) (www.imago-images.de)Transsexualität - Ich bin trans. Sicher?Die Zahl von Menschen mit einer Transidentität, die ihr Geschlecht angleichen, wächst. Doch einige bereuen später ihre Entscheidung. Dürfen Ärzte Jugendlichen deshalb eine Behandlung verwehren?

Sonntag, 15.11. 17:05 Uhr (Kulturfragen)

Die selbstverständliche Katastrophe. Wer schaut noch nach Jemen?

Seit Jahren weisen internationale Hilfsorganisationen darauf hin: Im Jemen findet die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart statt. Corona hat die ohnehin dramatische Situation noch weiter verschärft. Was wird davon in Europa wahrgenommen? Wie viel Aufmerksamkeit kann für Krisenregionen wie den Jemen überhaupt mobilisiert werden?
Mit Marwan Al-Ghafory, Kardiologe und Schriftsteller

Ein jemenitischer Arzt behandelt einen COVID-19 Patienten in einem Krankenhaus in Taez. (AFP / Ahmad al-Basha) (AFP / Ahmad al-Basha)Ärzte ohne Grenzen: "Viele Menschen sind zu Hause einsam erstickt"
Durch den Bürgerkrieg im Jemen sei die Hälfte aller Krankenhäuser zerstört, sagte Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen im Dlf. "COVID-19 ist wirklich ungebremst in den Jemen eingefallen", sagte der Notarzt.

Das Foto zeigt Huthi-Rebellen, die ihre Waffen hochhalten. (dpa-Bildfunk / AP / Hani al-Ansi) (dpa-Bildfunk / AP / Hani al-Ansi)Jemen - Wollen die Kriegsparteien wirklich Frieden?
Im Jemen gilt seit vergangener Woche eine einseitig verkündete, durch das Coronavirus bedingte Feuerpause. Doch es gibt begründete Zweifel, ob die Kriegsparteien wirklich an einem Frieden interessiert sind.

Sonntag, 13.12., 1:05 Uhr (Dlf Kultur, Diskurs)

Generationenkonflikte, Identitätspolitik, Repräsentation – Ein Blick hinter die Kulissen der taz

Die Diskussion um eine Kolumne über die Polizei deckte auch innere Zerrissenheit einer Redaktion auf. Was ist daran paradigmatisch für eine journalistische Öffentlichkeit?

Christian Jakob, taz
Ulrike Winkelmann, Co-Chefredakteurin taz
Jasmin Kalarickal, Parlamentsbüro taz
Moderation: René Aguigah, Deutschlandfunk Kultur

Formate ohne Sendetermin

Für folgende Programmpunkte gibt es noch keinen konkreten Sendetermin. Wir werden alle Termine nachreichen, sobald sie feststehen. 

Wohin blicken? Globale Krisenherde der Pandemie

Corona in Bergamo: Wo liegen die Grenzen der Aufmerksamkeit?

Wie haben deutsche Medien über die Pandemie in Italien berichtet? Wie konnte überhaupt von vor Ort berichtet werden? Gab es in der Corona Krise eine Europäische Öffentlichkeit – oder wurde der Blick überall national verengt?

Roberto Brunelli, AGI Nachrichtenagentur, Rom
Tonia Mastrobuoni, La Repubblica, Berlin
Moderation: Jan-Christoph Kitzler, Deutschlandfunk

Dr. Luca Lorini, Leiter der Intensivsation des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII in Bergamo. (Deutschlandradio / Vanja Budde) (Deutschlandradio / Vanja Budde)Botschaften aus Bergamo
Die Lombardei war im Frühjahr der europäische Corona-Hotspot. Wie in ganz Italien steigen die Infektionszahlen auch dort wieder an – und die Lombardei könnte besser vorbereitet sein.

Eine Mann mit Mundschutz berührt den Sarg seiner Mutter.  (AFP / Piero Cruciatti) (AFP / Piero Cruciatti)Italienischer Arzt: "In der Tragödie entdecken wir Solidarität"
In der schwer von Corona betroffenen italienischen Provinz Bergamo gebe es positive Signale, sagte Carlo Alberto Tersalvi, medizinischer Direktor der Gesundheitsbehörde, im Dlf. Aber noch sei man nicht am Höhepunkt angelangt. 

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