
"Wie die Populärkultur nach Deutschland kam" - das erforscht Christian Huck in seinem gleichnamigen, neuen Buch. Er ist Professor für amerikanische Kultur- und Medienwissenschaft an der Universität Kiel. Während andere Autoren den Ursprung der Popkultur in Deutschland mit dem Aufkommen des Jazz und Swing ansehen, setzt Huck viel früher an - und zwar bei einem Kleinod auf St. Pauli, einer Bar, die 1902 eröffnet hat. Die Hamburg-American Bar.
"Populärkultur ist eine Form des Zusammenseins"
"Pop ist etwas, was mit dem Jazz und dann auf jeden Fall in den 1950ern geschieht", sagte Huck im Deutschlandfunk. Doch die Populärkultur meine erstmal eine Form des Zusammenseins und Zusammenlebens, die die Gesamtbevölkerung betreffe und sich öffne, jenseits der althergebrachten Ordnung, die die Gesellschaft aufweise. Und die Cocktail-Bar öffne sich einem neuen Publikum: Dort lasse man sich neider, an einem langen Tresen, an dem man auf eine ganz andere Artmit anderen Menschen zusammenkomme als an Tischen: "Man hat keinen geschlossenen Kreis, man muss nicht sagen, wer dabei ist und wer dazugehören darf."
Wir haben noch länger mit Christian Huck gesprochen -
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Ob in der Cocktail-Bar, beim Lesen von Groschenheften oder dem Einzug der lockeren Jeans für die ganze Familie: "Populärkultur ist alles Unterhaltende." Wobei Unterhaltung den Ruf des Oberflächlichen habe. Vielmehr sei Unterhaltung eine Möglichkeit, etwas gemeinsam zu genießen - "für alle jene, die sonst keine Gelegenheit haben, wenn sie in ihre Arbeiterhäuser und Mietkasernen abgeschoben werden".
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.








