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Fragen und AntwortenWas man zu Schutzmasken gegen eine Corona-Ansteckung wissen muss

Zu sehen sind Hände mit Einweghandschuhen, die eine Schutzmaske halten. (imago images | photothek | ULMER Pressebildagentur)
Hände mit Einweghandschuhen und Schutzmaske (imago images | photothek | ULMER Pressebildagentur)

Zum Thema Atemschutzmasken gibt es derzeit viele Informationen. Welche Masken es gibt, wer sie wirklich braucht und warum die EU einen deutschen Exportstopp kritisiert, beantworten wir hier.

Welche Masken unterscheidet man?

Seit der Ausbreitung des Coronavirus wird viel über Atemschutzmasken gesprochen und berichtet. Dabei ist nicht immer klar, um welche Masken es genau geht: Denn vom einfachen Mundschutz bis zur medizinischen Schutzmaske ist die Nachfrage derzeit groß. Und auch wenn einfache Masken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus quasi nicht schützen, werden sie teilweise zu hohen Preisen im Internet versteigert.

In den Kliniken benutzt werden derzeit vor allem zwei Maskentypen, wie ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft erklärt: einfache OP-Masken aus Vlies, die die Patienten etwa bei einer Operation schützen sollen, sowie Schutzmasken der Standards FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces). Diese bestehen aus festerem Material und können ein Atemventil haben. Das Coronavirus sei recht klein, erklärt der Sprecher, nur die FFP-Masken seien so gebaut, dass es nicht durchkomme.

Wer benötigt Atemschutzmasken?

Laut Gesundheitsministerium gibt es vor allem zwei Fälle, in denen das Tragen einer Schutzmaske sinnvoll ist. Dringend notwendig ist es vor allem beim medizinischen Personal "im Sinne des Arbeitsschutzes", wie es auf der Homepage des Ministeriums heißt. Um mit infizierten Patienten arbeiten zu können, ohne sich selbst anzustecken, braucht das Personal die FFP-Masken – ansonsten könnte eine medizinische Versorgung in den Krankenhäusern schwierig werden.

Der zweite Fall tritt ein, wenn sich eine erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss. Dann könne das Tragen einer Maske zwar die Ansteckung anderer nicht vollständig verhindern. Es könne jedoch die Ansteckungsgefahr minimieren, da infektiöse Tröpfchen beim Husten oder Niesen von der Maske etwas abgefangen werden. Dafür ist es wichtig, dass der Mundschutz möglichst fest sitzt und gewechselt wird, sobal er feucht ist. In China wurde im Februar eine Schutzmasken-Pflicht in größeren Städten eingeführt, um die Ausbreitung des Virus so zu verlangsamen.

Das Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation raten vom Tragen eines Mundschutzes ab, wenn jemand nicht erkrankt ist. Dies schütze nicht vor einer Ansteckung mit Viren; zudem entstehe ein falsches Sicherheitsgefühl. Der Träger laufe Gefahr, die wichtigen Hygienemaßnahmen wie etwa Händewaschen zu vergessen.

Wie viele Masken pro Tag werden in Kliniken und Praxen gebraucht?

Genau sagen kann das derzeit niemand. Die FFP-Masken werden normalerweise beim Kontakt mit infizierten Patienten sowie Verdachtsfällen getragen. Als Tragedauer werden zwei Stunden empfohlen, spätestens dann sollen sie abgelegt oder gewechselt werden. In der Schweiz hat das Nationale Zentrum für Infektionsprävention den Krankenhäusern angesichts der derzeitigen Lage empfohlen, die Masken bis zu acht Stunden zu tragen – auch wenn das aufgrund der Feuchtigkeitsbildung nicht komfortabel sein dürfte.

Warum drohen Engpässe bei den Schutzmasken?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Großteil der Atemschutzmasken aller Art wird in Asien, vor allem in China, produziert. Laut dem chinesischen Innenministerium können die Fabriken dort rund 20 Millionen Masken pro Tag produzieren – um welche Maskenarten es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Auch einige deutsche Firmen lassen dort ihre Masken produzieren. Die bayerische Firma Uvex etwa teilte am Mittwoch (4. März 2020) mit, dass derzeit die Belieferung mit FFP-Masken aus China unterbrochen sei, allerdings sei die Produktion wieder aufgenommen. Im Lager waren am Mittwoch jedoch noch mehrere Zehntausend Masken vorrätig. Diese werde das Unternehmen nur an Krankenhäuser und Arztpraxen verkaufen, hieß es.

Der Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern Drägerwerk hingegen lässt seine FFP-Masken in Schweden und Südafrika produzieren. China hat derzeit zudem selbst einen enorm hohen Bedarf an Schutzmasken - nicht nur, weil es noch viele Covid-19-Erkrankte gibt und das medizinische Personal sie braucht, sondern auch aufgrund der Regelungen in einigen Provinzen. Demnach müssen Firmen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten oder wieder aufnehmen zu können, mancherorts einen gewissen Lagerbestand Schutzmasken für die Mitarbeiter vorweisen.

Ein weiterer Grund ist anscheinend der geringe Lagerbestand in einigen Arztpraxen und Krankenhäusern. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Laumann bezeichnete es als blamabel, dass Krankenhäuser nicht genügend Atemschutzmasken und Schutzanzüge für ihr Personal eingelagert hätten. Die Krankenhäuser hätten elementare Arbeitsschutzverpflichtungen verletzt, so der Minister.

Zudem führen vermehrte Masken-Käufe von Privatpersonen sowie von Händlern, die sich Profit versprechen, zu geringeren Lagerbeständen und höheren Preisen.

Was wird in Deutschland gegen die Engpässe getan?

Das Bundesgesundheitsministerium teilte auf Anfrage mit, man arbeite an einer Bestandsaufnahme und der zentralen Beschaffung von Schutzkleidung und Schutzmasken. Der Krisenstab aus Gesundheits- und Innenministerium hat ein Exportverbot für Schutzkleidung – darunter OP- und FFP-Masken – verhängt. Mindestens ein Lkw mit entsprechender Ladung wurde bereits vergangene Woche an der Grenze zur Schweiz gestoppt, wie das schweizerische Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Anfrage bestätigt. Die NZZ am Sonntag hatte berichtet, dass in dem Laster rund 240.000 Schutzmasken geladen waren. Wie ein Sprecher mitteilte, handelte es sich nicht um den einzigen Fall an den Grenzen zu Deutschland und Frankreich. Die Schweiz habe am Freitag den deutschen Botschafter einbestellt sowie deutsche Ministerien aufgefordert, die blockierte Sendung umgehend freizugeben. Das Land bezieht Schutzausrüstung zum großen Teil über aus China nach Deutschland importierte Lieferwege. Zur Frage, ob es weitere gestoppte Lkw an den deutschen Grenzen gebe, wollte der Zoll sich nicht äußern.

Neben der Bundesregierung haben auch mehrere Bundesländer - unter anderem Berlin und Nordrhein-Westfalen - angekündigt, Schutzausrüstung für Krankenhäuser und Ärzte zu beschaffen.

Für die Zukunft will die Bundesregierung zudem vorsorgen: Bundesgesundheitsminister Spahn erklärte, Europa sollte nicht in dem derzeitigen Ausmaß von China abhängig sein. Er schlug vor, wirtschaftliche Anreize für Unternehmen zu etablieren, in Deutschland pharmazeutische Erzeugnisse herstellen.

Wie steht es um die Versorgung mit Schutzausrüstung in Europa?

Neben Deutschland haben auch andere Länder Maßnahmen ergriffen, um Engpässen - etwa bei Atemschutzmasken - vorzubeugen. So hat Frankreich alle Vorräte sowie die Produktion von Atemschutzmasken beschlagnahmt. Die Masken sollen an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden. Die tschechische Regierung verbot neben der Ausfuhr bestimmter Atemmasken am Donnerstag auch den Export von Desinfektionsmitteln.

Aus der EU kam Kritik an den deutschen Exportbeschränkungen für Atemschutzmasken. Diese Art einseitiger Maßnahmen berge das Risiko, den "kollektiven Ansatz" der EU zu untergraben, warnte EU-Katastrophenschutzkommissar Lenarcic am Freitag bei einem Sondertreffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel.

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