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StartseiteInformationen am AbendMann attackiert Soldaten mit Messer03.02.2015

FrankreichMann attackiert Soldaten mit Messer

Vor einem jüdischen Zentrum im südfranzösischen Nizza sind drei Soldaten von einem mit einem Messer bewaffneten Mann angegriffen worden. Das Motiv für den Angriff ist noch nicht bekannt. Fest steht: Der Täter war schon länger im Visier der Behörden.

Von Ursula Welter

Drei Soldaten vor dem jüdischen Zentrum in Nizza (picture alliance / dpa / Sebastien Nogier)
Soldaten bewachen den Eingang des jüdischen Zentrums in Nizza (picture alliance / dpa / Sebastien Nogier)
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Staatspräsident Hollande verurteilte die Tat in Nizza noch am Abend als "kriminellen Akt", Innen- und Verteidigungsminister begaben sich umgehend nach Südfrankreich. Wieder wurden Sicherheitskräfte angegriffen, drei  Soldaten diesmal,  die vor einem jüdischen Gemeindehaus  in Nizza Wache standen. Zwei von ihnen wurden teils erheblich verletzt,  Lebensgefahr besteht nicht.

Ein 30 Jahre alter Mann hatte sich der Gruppe  genähert und  mit einem Messer Gesichter und Körper der Soldaten  angegriffen. Der Angreifer ist den französischen Polizeibehörden bekannt, er war  vor wenigen Tagen aufgefallen, als er auf Korsika eine Reise  ohne Rückflugticket in die Türkei  gebucht hatte.  Paris hatte daraufhin die türkischen Behörden  eingeschaltet, diese verweigerten dem Mann die Einreise und schickten ihn zurück nach Frankreich. Dort konnten ihn  die Behörden  aber , trotz des Verdachtes, dass er sich islamistischen Terroreinheiten anschließen wollte, nicht weiter verfolgen, da es nicht genug Anhalts- und Verdachtspunkte gegen ihn gab.  

Der Angreifer trägt den gleichen Namen wie der Geiselnehmer im jüdischen Supermarkt von Paris , Coulibaly, ein Verwandtschaftsgrad soll aber nach Angaben der Sicherheitskräfte nicht bestehen.

Terror-Netz ausgehoben

Seit den Anschlägen von Anfang Januar auf die Redaktionsräume von Charlie Hebdo , den Polizistenmord und die Geiselnahme im jüdischen Supermarkt herrscht in Frankreich höchste Alarmstufe.   Auch deshalb standen schwer bewaffnete Soldaten vor dem jüdischen Gemeindehaus in Nizza.

Am Morgen hatte Innenminister Cazeneuve mitgeteilt, dass ein weiteres Terror-Netz in Frankreich ausgehoben worden sei ,  acht Personen, die im  Verdacht stehen, sich dem Dschihad angeschlossen zu haben, wurden verhaftet.

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