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FrankreichRegierung ruft Juden zum Bleiben auf

Ein Ermittler steht vor geschändeten Gräbern auf einem jüdischen Friedhof in ostfranzösischen Stadt Sarre-Union.  (AFP /  FREDERICK FLORIN)
Die Ermittler machen sich vor Ort ein Bild der Zerstörungen. (AFP / FREDERICK FLORIN)

Auf einem jüdischen Friedhof im Osten Frankreichs haben Unbekannte mehrere hundert Gräber geschändet. Innenminister Cazeneuve verurteilte die Tat als abscheulich. Die Regierung werde alles dafür tun, die Verantwortlichen dingfest zu machen. Regierungschef Valls rief jüdische Bürger auf, im Land zu bleiben.

Nach den Grabschändungen auf einem jüdischen Friedhof in der ostfranzösischen Stadt Sarre-Union hat der französische Regierungschef Manuel Valls an die jüdischen Bürger appelliert, im Land zu bleiben. "Unsere Botschaft an die französischen Juden lautet: Frankreich ist verletzt wie Sie, und Frankreich möchte nicht, dass Sie gehen", sagte Valls dem Rundfunksender RTL. Valls äußerte Bedauern über den Aufruf des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu an die europäischen Juden, nach Israel zu emigrieren. "Die französischen Juden gehören nach Frankreich", sagte er.

Angesichts der jüngsten antisemistischen Straftaten hatte Netanjahu Europas Juden eingeladen, nach Israel auszuwandern. Er reagierte damit auf die Anschläge auf ein Kulturzentrum und die Synagoge in Kopenhagen, bei denen zwei Menschen starben. In den vergangenen Jahren haben judenfeindliche Angriffe in Frankreich deutlich zugenommen, im Jahr 2014 wurden gar doppelt so viele antisemitische Straftaten wie im Vorjahr registriert.

Bereits zum dritten Mal geschändet

In Sarre-Union im Osten Frankreichs waren am Sonntag mehrere hundert jüdische Gräber geschändet worden. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve versicherte, dass keine Gewalt oder auf Hass begründete religiöse Intoleranz "unseren unzerstörbaren Willen wird brechen können, zusammen in Freiheit zu leben". Die Regierung werde alles dafür tun, die Verantwortlichen dingfest zu machen.

Der jüdische Friedhof von Sarre-Union ist bereits zum dritten Mal geschändet worden. Im Jahr 1988 wurden etwa 60 jüdische Stelen dort umgeworfen und im Jahr 2001 mehr als 50 Gräber verwüstet.

(pg/tj)

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