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StartseiteHintergrundKampf gegen alltägliche Gewalt08.03.2015

Frauen in der TürkeiKampf gegen alltägliche Gewalt

Seit dem Mord an einer Studentin, die sich gegen eine Vergewaltigung wehrte, diskutiert die Türkei über Gewalt gegen Frauen. Immer neue Fälle werden bekannt. Obwohl die Regierung seit Jahren die Strafgesetze ändert, scheint sie das Problem nicht wirklich angehen zu wollen.

Von Luise Sammann

Junge Frauen halten in Ankara Protest-Schilder mit Slogans und einem Foto der ermordeten Frau. (AFP / Adem Altan)
Junge Frauen halten in Ankara Protest-Schilder mit Slogans und einem Foto der ermordeten Studentin Özgecan Aslan. (AFP / Adem Altan)
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Weiterführende Information

Der Fall Özgecan - Die Türkei diskutiert über Gewalt gegen Frauen
(Deutschlandfunk, Europa heute, 24.02.2015)

Türkei - Wütende Proteste wegen Gewalt gegen Frauen
(Deutschlandfunk, Aktuell, 15.02.2015)

Türkei - Wie die AKP das Studentenleben kontrolliert
(Deutschlandfunk, Campus & Karriere, 05.12.2013)

Man könnte meinen, in der Altbauwohnung im Zentrum Istanbuls würde eine Party vorbereitet: Ein paar junge Frauen hopsen grölend durch Berge von Bastelmaterialien, Winterjacken und angebrochene Chipstüten. Einige schwenken bunte Fähnchen im Takt, andere schunkeln singend auf ihren Stühlen hin und her... Nur der Text ihrer Lieder passt nicht zu der fröhlichen Atmosphäre. "Bin ich deine Sklavin?", steht auf einem der zerknitterten Spickzettel in ihren Händen. "Finger weg von meinem Leben!" auf einem anderen.

Bunt bemalte Plakate, Megaphone und Fahnenstangen liegen zwischen den Füßen der vielleicht 80 Frauen aus Istanbul, die hier zusammengekommen sind, um eine Demonstration vorzubereiten. Banu, um die 50, sitzt auf einem abgewetzten Sofa in der Ecke, schaut zufrieden auf das Chaos. Kurzhaarschnitt, energischer Blick, lila Schal – Banu ist eine türkische Feministin. Während sie spricht, ballt sie die Hand zur Faust.

"Heute Abend demonstrieren wir für die Rechte der türkischen Frauen. Seit zehn Jahren marschieren wir schon durch das Zentrum Istanbuls. Jede von uns hier ist bei den Vorbereitungen für irgendetwas verantwortlich. Die da drüben zum Beispiel sind unsere Stimmführerinnen. Sie proben gerade die Slogans."

Banu winkt eine junge Frau heran, die sich neben sie auf das Sofa fallen lässt. Ayca, eine drahtige Studentin mit rabenschwarzen Locken, wird später mit einem Megaphon ausgestattet vor den anderen Frauen hermarschieren und den Ton angeben. Sie hält einen eng beschriebenen Zettel in die Luft.

"Hier stehen die Slogans, die wir rufen. Zum Beispiel: 'Kommt doch Väter, kommt doch Männer... Komm doch Staat, komm doch Schlagstock...' Wir wollen den Aufstand, wir wollen Freiheit!"

Ayca blickt herausfordernd von ihrem Zettel auf. Noch Fragen? Sie zieht eine abgegriffene Zeitungsseite aus der Hosentasche. Jeden Tag – sie fährt mit dem Zeigefinger über die fett gedruckte Überschrift – wird in der Türkei laut Statistik eine Frau ermordet. "Die schlachten uns ab wie die Hühner", ruft sie empört.

So berühmt-berüchtigt das Land am Rande Europas für die Gewalt gegen Frauen ist, so messerscharf und schonungslos äußern sich diejenigen, die seit Jahrzehnten für die Rechte der Frauen kämpfen. Gerade in Istanbul ist die Feministen-Szene groß und laut. Selten aber fand sie so viel Gehör wie in diesen Tagen.

Mord an einer Psychologie-Studentin löste die Diskussion aus

Drei Wochen sind vergangen, seit im südosttürkischen Mersin die Psychologiestudentin Özgecan Aslan ermordet aufgefunden wurde. Der Fall war schnell aufgeklärt: Ein Minibusfahrer hatte zunächst versucht, die 20-Jährige zu vergewaltigen. Als sie sich wehrte, schlug er sie mit einer Brechstange und stach dann mit einem Messer auf sie ein. Ihren verkohlten Körper fand man später in einem nahegelegenen Flussbett.

Özgecans grausamer Tod hatte auf den ersten Blick keinen kulturellen Hintergrund. Dieser Mord hätte überall geschehen können. Und doch hat er die Türkei auf besondere Weise erschüttert. Mehr als 5.000 Menschen nahmen an der Beerdigung am 14. Februar in ihrer Heimatstadt Mersin teil. Premierminister Davutoglu höchstpersönlich versprach, sich für die Bestrafung des Täters einzusetzen.

Millionen von türkischen Frauen wurde beim Anblick des Fotos der ermordeten Studentin klar: Es hätte auch mich treffen können. Seither ist die Stimmung gereizt. Jeden Tag berichten die Medien am Bosporus über Fälle von Gewalt gegen Frauen. Mal sind die Täter eifersüchtige Ehemänner, mal Brüder, mal völlig Fremde. Das Land ist sensibilisiert für ein Thema, das alles andere als neu ist, aber seit Jahrzehnten unter den Teppich gekehrt wurde.

Damit soll nun Schluss sein. "Wir trauern nicht, wir rebellieren", heißt einer der vielen Schlachtrufe, die seit dem Tod von Özgecan Aslan die Runde machen. Nicht nur in Istanbul. Auch in Ankara und Diyarbakir, in Izmir und in Bursa gingen Türken in den vergangenen Wochen gegen Gewalt an Frauen auf die Straße. 15.000 versammelten sich allein in Mersin, Özgecans Heimatstadt.

Mehr als zwei Millionen Tweets erschienen allein unter dem Hashtag #sendeanlat (erzähl auch du!) bei Twitter. Aufgebrachte Türkinnen berichten dort ungewohnt offen von ihren eigenen Gewalterfahrungen – egal ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder im vollgestopften Linienbus.

"Die Wut ist explodiert", betitelte die regierungskritische Tageszeitung Cumhuriyet den Aufschrei. Denn tatsächlich: Der Mord an Özgecan Aslan hat die Türkei aufgerüttelt. Den Feministinnen, die bisher auch medial kaum Beachtung fanden, schließen sich plötzlich Tausende an.

Gut gelaunt schieben sich Banu, Ayca und ihre Mitstreiterinnen durch die immer vollen Gassen rund um den Taksim-Platz, auf den Schultern die meterlangen Banner und Plakate, die sie seit dem frühen Morgen vorbereitet haben. Rechts und links der Straße stehen rauchende Ladenbesitzer in den Türen, blicken den Aktivistinnen mal ausdruckslos, mal aufmunternd hinterher. Ein paar Touristen aus Fernost knipsen verstohlen Fotos von den Türkinnen, die da so selbstbewusst an ihnen vorbeiziehen.

Als es langsam dämmert, schalten die Läden und Cafés des Istanbuler Shopping- und Ausgehviertels ihre Schaufensterbeleuchtung ein. "Das ist unsere Zeit", sagt Aktivistin Banu und blickt auf ihre Armbanduhr.

"Dass wir unsere Demo im Dunkeln veranstalten, ist kein Zufall. In der Türkei gilt es immer noch als gefährlich für Frauen, abends allein vor die Tür zu gehen. Indem wir uns im Dunkeln mit so vielen Frauen am Taksim-Platz versammeln, setzen wir ein Zeichen dagegen. Unsere Anwesenheit soll zeigen: Wir fordern die Straßen, wir fordern die Nächte!"

Vergewaltiger, die ihre Opfer anschließend heirateten, kamen straffrei davon

Hunderte von Frauen haben sich bereits versammelt, als die Gruppe schließlich am Taksim-Platz eintrifft. Der Wind trägt die ersten Sprechchöre über den Platz. Zahlreiche Demonstrantinnen halten vergrößerte Schwarzweißfotos von Özgecan Aslan und anderen weiblichen Gewaltopfern der letzten Wochen und Monate hoch. "Könnt ihr sie schreien hören?", steht in großen Blockbuchstaben unter einem Fotoplakat. "Einer für alle – alle für die Frauen", auf einem anderen. Eine Frau in der ersten Reihe hat mit blutroter Tusche einen einzigen Satz auf ein Bettlaken gepinselt: "Sie hat einen Fehler gemacht, da musste ich sie eben schlagen". Die Frau erklärt:

"Ich spiele damit auf die Ausreden an, mit denen die Männer sich vor Gericht rechtfertigen. Nach dem Motto: Dein Shirt war zu eng, du warst auf Facebook, du hast mit einem anderen Mann gesprochen, oder du hast dir im Radio ein Lied gewünscht..."

Die Frau spannt ihr Poster und hält es herausfordernd einem türkischen Kameramann hin.

"Mit solch schwachsinnigen Ausreden töten Männer in der Türkei ihre Frauen. Und das Schlimmste: Sie bekommen dafür am Ende auch noch Strafnachlass!"

Tatsächlich: Jahrzehntelang sah das türkische Gesetz ganz offiziell mildere Strafen für Täter vor, die vor Gericht glaubhaft machen konnten, dass ihr weibliches Opfer angeblich selbst schuld an seiner Behandlung war. Oder, dass es die Tat geradezu herausgefordert habe, weil es sich zum Beispiel zu freizügig gekleidet habe. Auch sogenannte Ehrenmörder erhielten bis zum Jahr 2005 Strafnachlass. Vergewaltiger, die ihre Opfer nach der Tat heirateten, konnten dadurch ganz und gar dem Gefängnis entkommen...

Doch das türkische Strafrecht wurde unter der als islamisch-konservativ geltenden AKP gründlich modernisiert. Die erwähnten diskriminierenden Regelungen wurden teilweise oder ganz gestrichen, an anderen Stellen wurde nachgebessert.

Besonders eine Reform sieht Aydeniz Tuskan von der Istanbuler Anwaltskammer als großen Fortschritt:

"Sexualstraftaten wurden im türkischen Recht lange als 'Verbrechen gegen die Gesellschaft' behandelt. Die Ehre einer Frau galt also nur in Bezug auf die Ehre der Gesellschaft. Es ist gut, dass solche Delikte inzwischen als Verbrechen gegen Einzelpersonen verhandelt werden. Und statt Strafmilderung gibt es nun für Ehrenmorde verschärfte lebenslange Haft. So, wie für jeden anderen Mord auch..."

Europäische Konvention gegen Gewalt an Frauen

"Europakonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" heißt ein Übereinkommen des Europarates, das im Mai 2011 in Istanbul aufgelegt wurde und den Unterzeichnerstaaten Richtlinien für Prävention, Opferschutz und Strafverfolgung an die Hand geben soll. Erfasst werden darin alle möglichen Formen von Gewalt gegen Frauen – darunter Zwangsverheiratung, sexuelle Gewalt und psychische Gewalt. Themen also, die nicht erst seit dem Mord an der Studentin Özgecan Aslan hochaktuell für die türkische Gesellschaft sind. 14 Staaten haben das Übereinkommen inzwischen ratifiziert. Ausgerechnet die Türkei – damals noch unter Premierminister Recep Tayyip Erdogan – machte den Anfang. Eine Tatsache, die ihre Politiker bis heute voller Stolz erwähnen. Rechtsanwältin Aydeniz Tuskan:

"Die Türkei hat die Europaratskonvention unterschrieben und ihre Gesetze dementsprechend angepasst. Sie sind inzwischen geradezu vorbildlich: In manch anderem europäischen Land gibt es nicht so gute Präventionsgesetze wie in der Türkei."

281 türkische Frauen, so erfasste das unabhängige Internetportal Bianet in einer eigenen Statistik, wurden im Jahr 2014 ermordet. Fast 70 mehr als im vorangegangenen Jahr. Dabei dürfte die tatsächliche Zahl der Opfer noch weit darüber liegen. Eine offizielle Statistik gibt es nicht. Auch die Anzahl der Fälle, bei denen Frauen zwar nicht getötet, aber verfolgt, belästigt oder bedroht wurden, steigt seit Jahren an. Von einer Verdoppelung der häuslichen Gewalt in den letzten vier Jahren war jüngst in den türkischen Zeitungen die Rede.

Für die regierende AK-Partei beginnt das Thema zum Problem zu werden. Das ist an den Versuchen der Rechtfertigung abzulesen. Nicht die Zahl der Gewaltverbrechen gegen Frauen steige, sondern lediglich die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Behörden, sagt zum Beispiel die konservative Politikerin Öznur Calik.

"Ich versichere Ihnen, dass die Gewalt gegen Frauen in unserer Regierungszeit niemals angestiegen ist. Einzig und allein die Berichte darüber haben sich vermehrt. Das Problem ist sichtbarer geworden."

Beteuerte die AKP-Abgeordnete noch vor wenigen Wochen bei einer Konferenz zum Thema "Frauen in der Politik" in Ankara. Dank der Initiativen ihrer Partei würden Opfer sich heute eher trauen, Anzeige zu erstatten, so die konservative Politikerin. In der Tat ist mittlerweile auch bei Ärzten und Gerichtsmedizinern die Aufmerksamkeit gewachsen.

Problematische Rolle der AKP

Tatsächlich ist es vor allem der AKP zugute zu halten, dass sich frauenpolitisch in den letzten Jahren viel bewegt hat. Es war die konservative Familienministerin Fatma Sahin, eine enge Vertraute Erdogans, die im Jahr 2012 ein sogenanntes Panic-Button-System für bedrohte Frauen einführte, einen Alarmknopf, den man am Körper mit sich tragen kann. Obwohl immer wieder von technischen Problemen die Rede ist, hat sich das System bereits bewährt. Dutzende staatliche Frauenhäuser wurden außerdem in den letzten Jahren eröffnet. Mehr als 17.000 türkische Frauen werden hier im Moment anonym betreut. In knapp vier Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. Und auch das ist eine Initiative des AKP-geführten Familienministeriums: In besonderen Fällen kann inzwischen bei Gericht Personenschutz und eine Verschlüsselung der Personalausweisnummer beantragt werden, wenn Frauen sich durch ihre Ehemänner, Schwager, Brüder oder auch völlig fremde Verfolger bedroht fühlen.

Und dennoch wird gerade die AK-Partei immer wieder scharf angegriffen, wenn das Thema Gewalt gegen Frauen zur Sprache kommt. Regierungskritiker und Frauenaktivistinnen beanstanden, dass die eben genannten Maßnahmen für ein Land mit mehr als 70 Millionen Einwohnern nicht ausreichten und die Frauenhäuser überfüllt seien. Und überhaupt, so die Kritiker, greifen die Initiativen insgesamt zu kurz.

Die AKP engagiere sich vielleicht gegen Gewalt an Frauen, tue aber insgesamt nichts für die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft. Entsprechende Initiativen gelten nach Ansicht internationaler Experten aber als Voraussetzung, um die Gewalt gegen Frauen zurückzudrängen. Nach Meinung türkischer Frauenaktivisten nimmt die Gewalt gegen Frauen nicht trotz der konservativen AKP-Regierung und ihrer Politik zu, sondern wegen ihr!

"Wo sind unsere Töchter, die rot wurden, wenn man ihnen ins Gesicht sah, die beschämt den Blick senkten oder die Augen abwendeten? Sie, die ein Symbol für Ehre und Schamhaftigkeit waren?"

So fragte der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc im vergangenen Sommer in einer Rede. Und fügte zum Entsetzen weiter Teile der türkischen Gesellschaft hinzu:

"Männer sollten ihrer Familie gegenüber loyal sein und ihre Kinder lieben. Frauen sollten zwischen privaten und öffentlichen Dingen unterscheiden können. Sie sollten nicht vor jedermann lachen und keine aufreizenden Bewegungen machen."

Frauenrechtlerinnen beklagen fehlenden politischen Willen

Es ist diese Kultur, die Aktivisten, Opfer und Experten in der Türkei für die anhaltende Gewalt gegen Frauen verantwortlich machen – und die sie durch die konservative Politik der regierenden AK-Partei noch forciert sehen. 34 Prozent der türkischen Männer, so zeigte eine Studie im Jahr 2013, halten häusliche Gewalt für gelegentlich notwendig. Es gelte also, so glaubt Ilke Gökdemir von der Istanbuler Initiative "Mor Cati", ein Jahrhunderte altes Rollen- und Familienbild aufzubrechen, in dem oft die Frauen als schuldig gelten, die über Gewalt sprechen – nicht aber die Männer, die die Gewalt ausübten.

"Wir kennen viele Fälle, in denen Frauen einfach nachhause geschickt wurden, als sie Anzeige erstatten wollten. Die Polizisten sagten: Diese Dinge passieren eben, mein Töchterchen. Dein Mann liebt dich – und er schlägt dich... Oder Beamte versuchen, um jeden Preis Frieden zu stiften. Denn gerade die Einheit der Familie gilt bei uns als absolut heilig. Sie ist viel wichtiger als das Leid einer über Jahre geschlagenen Frau."

Und so sind es nicht weitere Gesetze oder Schutzmaßnahmen, die aufgebrachte Türken von ihrer Regierung fordern, wenn sie in diesen Tagen mit dem Bild der vor drei Wochen ermordeten Özgecan Aslan durch die Straßen ziehen. Es ist vielmehr ein Wandel in den Köpfen – der nach Meinung vieler bei den führenden Politikern im Land anfangen muss.

"Lasst sie auf ihren Dekolletés und Miniröcken bestehen. Wir werden dennoch Generationen heranziehen, die ihrem Glauben verpflichtet sind, ihrer Geschichte und ihrer Kultur...", polterte Präsident Erdogan vor wenigen Tagen. Seine Worte kamen nicht von ungefähr.

Trotz zahlreicher Gesetzesänderungen der vergangenen Jahre, trotz aller Initiativen zum Thema Opferschutz und Gewaltprävention und trotz der Beteuerungen von Präsident Erdogan und Premier Davutoglu, den jüngsten Mord an Studentin Özgecan Aslan persönlich aufklären und den Täter vor Gericht bringen zu wollen - Kritiker wie Canan Arin, eine der bekanntesten Feministinnen der Türkei, beeindruckt das nicht.

"Solange Erdogan öffentlich Dinge sagt, wie 'Frauen und Männer sind nicht gleich, dass widerspricht der Natur'. Solange die AKP-Regierung Paare ermutigt so früh wie möglich zu heiraten. Und solange die Frau weiter ausschließlich als heilige Mutterfigur dargestellt wird, wird sich die Gewalt in diesem Land nicht stoppen lassen. Sie wird nicht aufhören, solange der Regierung der politische Wille fehlt, auf diesem Gebiet wirklich etwas zu verändern."

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