Anschlag in Lwiw
Früherer Präsident des ukrainischen Parlaments Parubij erschossen

Der frühere ukrainische Parlamentspräsident Parubij ist in der Stadt Lwiw im Westen des Landes erschossen worden. Präsident Selenskyj sprach von einem "schrecklichen Mord". Die Polizei teilte mit, Parubij sei noch am Tatort seinen Verletzungen erlegen. Nach dem flüchtigen Täter werde gefahndet.

    Ein Foto von Andrij Parubij. Hier spricht er im Jahr 2016 während einer Sitzung des ukrainischen Parlaments in Kiew.
    Der frühere ukrainische Parlamentspräsident Parubij ist in der westukrainischen Stadt Lwiw erschossen worden. (Roman Pilipey / dpa / Roman Pilipey)
    Selenskyj kündigte eine umfassende Untersuchung an. Ukrainische Medien berichteten, Parubij sei auf offener Straße erschossen worden. Ein Mann habe mehrere Schüsse auf ihn abgeben.

    Leitfigur bei großen pro-europäischen Bewegungen

    Der bekannte Politiker war von 2016 bis 2019 Parlamentspräsident der Ukraine und diente zuvor als Vorsitzender des Sicherheitsrats. Schon zu Sowjetzeiten hatte sich Parubij für die Unabhängigkeit der Ukraine eingesetzt. Er galt als eine der Leitfiguren bei den großen pro-europäischen Bewegungen der jüngeren ukrainischen Geschichte: der Maidan-Revolution von 2014 sowie der orangefarbenen Revolution im Jahr 2004.
    Parubij befehligte Verteidigungsgruppen während der Maidan-Proteste, die blutig niedergeschlagen wurden. Die pro-europäischen Proteste stürzten 2014 den vom Kreml unterstützten damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Im Jahr 2014 überlebte Parubij einen versuchten Mordanschlag mit einer Kampfgranate.

    Neue russische Luftangriffe

    Die ukrainischen Behörden meldeten in der Nacht neue russische Luftangriffe. Vor allem die Region Dnipropetrowsk im Zentrum des Landes sei betroffen. In der Stadt Saporischschja im Süden habe es mindestens ein Todesopfer gegeben. Die russische Armee rückte nach eigenen Angaben in der Region Donezk weiter vor und nahm dort ein Dorf ein.
    Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben erneut zwei Raffinerien in Russland angegriffen. Sowohl in der Anlage in Krasnodar als auch in Syran habe es einen Brand gegeben, hieß es.
    Diese Nachricht wurde am 30.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.