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Fußball
Erfolgreiche Tests für den Videobeweis

Die erste Testphase für den Videobeweis in der Bundesliga ist nach Erkenntnissen von DFB und DFL erfolgreich verlaufen. Die Bundesliga-Schiedsrichter dürfen darauf hoffen, dass ihnen bei ihrem schwierigen Job bald der zusätzliche Assistent vor dem Bildschirm entscheidend hilft.

Von Tim Brockmeier | 23.01.2017

Ein Video-Schiedsrichter beobachtet in den Niederlanden das Spiel zwischen Ajax und Willem II.
Ein Video-Schiedsrichter beobachtet in den Niederlanden das Spiel zwischen Ajax und Willem II. (ANP/AFP/Jerry Lampen)
Ist es nicht schön? Woche für Woche diese Diskussionen!?
Verschiedene Fußballkommentatoren:
"Riesige Diskussionen nach dieser Szene!"
"Das ist ein klarer Elfer!"
"Eine für mich zu harte Entscheidung"
"Dingert liegt komplett daneben"

Geht es nach DFB und DFL sollen diese Diskussionen in Zukunft zumindest weniger werden. "Wir wollen, dass das Spiel, das Ergebnis etwas gerechter wird", sagt DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann.
"Video-Assistent hat direkte Auswirkungen auf das Spiel"
Der Video-Assistent soll den Fußball in Zukunft gerechter machen. Und vom Offline-Betrieb, in dem er momentan bei den Erstligaspielen getestet wird, in den Live-Betrieb wechseln.
"Was bedeutet, dass dann halt die Entscheidungen des Video-Assistenten direkt auch Auswirkungen auf das Spiel haben können", so DFL-Direktor Ansgar Schwenken - direkte Auswirkungen auf alle 306 Erstligaspiele der kommenden Saison, so der Plan. Der Schiedsrichter auf dem Platz, in Zukunft unterstützt von einem Video-Assistenten. Der wiederum, unterstützt von einem Operator, Zugriff auf alle Kamerabilder aus dem Stadion hat.
Gut so, findet Bundesligaschiri Felix Zwayer: "Ich bin absolut der Meinung, dass dieser Video-Assistent dem Schiedsrichterteam auf dem Feld einfach eine neue und wichtige Perspektive schafft."
Video-Assistent darf nicht permanent einschreiten
Dabei darf der Video-Assistent nicht ständig und immer ins Spielgeschehen eingreifen. Es müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, erklärt Helmut Krug, Ex-Schiedsrichter und Leiter des Projekts: "War die Entscheidung des Schiedsrichter klar falsch? Und nur wenn der Video-Assistent diese Frage mit einem Ja beantwortet, wird er einschreiten von außen."
Und auch nur dann, wenn es sich um klar spielentscheidende Szenen handelt - wie Abseitsstellung mit anschließendem Torerfolg, wie Fehlentscheidungen bei Elfmetern oder Platzverweisen. Der Schiedsrichter auf dem Platz, der die Szenen ebenfalls auf einem Monitor am Spielfeldrand sichten kann, hat aber immer das letzte Wort.
Diskussionen wird es auch in Zukunft noch geben
"Letzten Endes bleibt es immer noch beim Schiedsrichter, zu sagen, ich bleibe bei meiner Entscheidung. Das ist ganz, ganz wichtig zu wissen."
Immerhin ist so für die Fußballromantiker schon mal gewährleistet, dass es auch weiterhin Diskussionen geben kann.
"Es wird nicht so sein, dass der Video-Assistent in Zukunft die Leitung der Spiele übernimmt."
Während der gesamten Saison 2017/18 soll der Video-Assistent in der Bundesliga im Live-Betrieb getestet werden. Ob er danach dann auch offiziell eingeführt wird, entscheidet allerdings weder der DFB noch die DFL, sondern das sogenannte IFAB. Das für die Fußballregeln weltweit zuständige Gremium.